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Greenpeace-Projektion am AKW Isar 09/28/2010
Frauke Huber / Greenpeace

Greenpeace-Protest an allen AKW-Standorten

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace fordert Bundesumweltminister Norbert Röttgen auf, seine Zustimmung zu den Gesetzen zu verweigern. Wer heute für die Laufzeitverlängerung stimmt, entscheidet sich gegen die Menschen in diesem Land, warnt Tobias Münchmeyer, Energieexperte von Greenpeace.

Atomkraft schadet Deutschland in mehrfacher Hinsicht: Die Gefahr der radioaktiven Verseuchung durch einen schweren Reaktorunfall ist nicht gebannt. Es wird immer mehr Atommüll produziert, für den es kein Endlager gibt. Eine Laufzeitverlängerung würgt die Erneuerbaren Energien ab.

Münchmeyer: Das sogenannte Energiekonzept der Bundesregierung ist nichts als die Verpackung für ein milliardenschweres Geldgeschenk an die Atomkonzerne. Röttgen muss auf sein Gewissen hören und gegen diese Politik stimmen - oder er rennt in sein umweltpolitisches Waterloo.

5000 Tonnen hochradioaktiver Atommüll zusätzlich

{image}Greenpeace hat berechnet, dass die Laufzeitverlängerung zu fast 5000 Tonnen Atommüll zusätzlich führen wird. Das entspricht mehr als 500 Castorbehältern. Ein sicheres Endlager für die strahlende Hinterlassenschaft ist nicht in Sicht.

Der Salzstock Gorleben, der jetzt zügig weiter erkundet werden soll, ist ein Alibi-Standort - notwendig für die Energieversorger, um überhaupt AKW betreiben zu können. Benannt wurde Gorleben aus strukturpolitischen Erwägungen. Wissenschaftlich-geologische Kriterien spielten keine Rolle.

Sicherheitsrisiken auf Jahrzehnte hinaus

Laufzeitverlängerungen sind überflüssig. Und nicht nur das - die Zahl von durchschnittlich zwölf Jahren Verlängerung täuscht über die eigentliche Dimension dieser Entscheidung hinweg. Die Energieversorger dürfen Strommengen und Stillstandszeiten von einem auf andere AKW übertragen. Auf diese Weise sorgt der Atomdeal dafür, dass in Deutschland auch 2050 noch Atomkraftwerke am Netz sein können.

Dennoch sollen die Nachrüstungen für die Sicherheit eingeschränkt werden. Einen besseren Schutz gegen Terrorangriffe soll es gar nicht geben. Greenpeace klagt wegen der Terrorgefahr derzeit bei sechs Atomkraftwerken auf Widerruf der Betriebsgenehmigung.

Gesetze wie es gerade passt

{image}Ein weiterer Skandal: Die Regierung plant, die Klagemöglichkeiten von Anwohnern gegen den Betrieb eines Atomreaktors massiv einzuschränken. Damit sollen Atomkraftgegner wie Greenpeace mundtot gemacht und die Bedenken der Anwohner unter den Teppich gekehrt werden, so Münchmeyer.

Dabei hatte das Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2008 entschieden, dass insbesondere die Gefahr, die von einem Flugzeugabsturz ausgeht, nicht als hinzunehmendes Restrisiko gilt. Betroffene Bürger sollen gegen den Betrieb eines Atomkraftwerks klagen können. In dem zwischen Regierung und Atomkonzernen abgeschlossenen Geheimvertrag spielt die Gefahr von Terroranschlägen auf Atomkraftwerke aber entgegen Röttgens ursprünglichen Vorgaben keine Rolle mehr.

{image}Greenpeace verlangt, dass die sieben ältesten Reaktoren sowie der Meiler in Krümmel sofort abgeschaltet werden. Bis 2015 muss der Atomausstieg komplett vollzogen sein. Dies ist möglich, ohne die Energieversorgung in Deutschland zu gefährden.

  • Greenpeace-Projektion am AKW Grundremmingen 09/28/2010

    AKW Grundremmingen

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  • Greenpeace-Protest gegen Laufzeitverlängerungen am AKW Unterweser 09/28/2010

    AKW Unterweser

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Philippsburg 09/28/2010

    AKW Philippsburg

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Biblis 09/28/2010

    Atomkraftwerk Biblis

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Grafenrheinfeld, 28. September 2010

    Bei Licht besehen

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Neckarwestheim 09/28/2010

    AKW Neckarwestheim

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Brunsbüttel 09/28/2010

    AKW Brunsbüttel

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Brokdorf 09/28/2010

    AKW Brokdorf

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Grohnde 09/28/2010

    AKW Grohnde

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Emsland 09/28/2010

    AKW Emsland

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  • Greenpeace-Projektion am AKW Krümmel 09/28/2010

    AKW Krümmel

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Terrorangriff mit einer panzerbrechenden Waffe auf deutsche AKW

Terrorangriff mit einer panzerbrechenden Waffe auf deutsche AKW

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Wir alle müssen jetzt den klimatischen und ökologischen Notstand als die existenzielle Krise behandeln, die er ist. Unser Leben hängt davon ab. Deshalb fordern wir die EU-Institutionen dazu auf: Stoppt neue Öl- und Gasprojekte!

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