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Breuer: Da glaubt also die CDU, das Trojanische Pferd für die Atomkraft gefunden zu haben. Sie versucht uns allen Ernstes längere Laufzeiten als Wundermittel für niedrigere Strompreise zu verkaufen. Dabei laufen die Atomkraftwerke seit über 25 Jahren und trotzdem steigt der Strompreis.

Die meisten Atommeiler sind schon abgeschrieben. Dadurch sind die Kosten für den Betreiber geringer. Theoretisch müsste das den Strom billiger machen, doch die Praxis sieht anders aus.

Der Strompreis wird nicht durch Atomstrom bestimmt. Er orientiert sich immer an den teuersten Kraftwerken, die gerade am Netz sind. Beispielsweise an Steinkohlekraftwerken. Das heißt, Atomstrom wird zum Preis beispielsweise von Kohlestrom verkauft. Durch Atomkraftwerke sinkt also nicht der Strompreis, sondern steigen die Gewinne der Konzerne, erklärt Thomas Breuer.

Außerdem werde der Atomstrompreis auch nur künstlich niedrig gehalten. Zum einen müssen die Betreiber ihre Atomkraftwerke nicht ausreichend versichern, so dass in einem größeren Schadensfall der Staat und damit die Bürger finanziell eintreten müssen. Und zweitens haben die Betreiber in ihren Bilanzen knapp 30 Milliarden Euro an Rückstellungen angesammelt, die sie als billige Finanzierungsquelle für ihr Unternehmen nutzen. In anderen Ländern müssen diese Rückstellungen in einen staatlichen Fonds eingezahlt werden, um zu verhindern, dass sie bei einer Pleite des Atomstromproduzenten verloren gehen.

Statt den Konzernen zu noch höheren Gewinnen zu verhelfen, sollte sich Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister für den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzen, fordert Breuer. Greenpeace hat in der Zukunftsstudie Klimaschutz: Plan B gezeigt, wie ein zukunftsfähiger Energiemix aussehen kann.

Nationales Energiekonzept bis 2020

Nationales Energiekonzept bis 2020

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