Skip to main content
Jetzt spenden
Pyhäjoki AKW
Tobias Riedl / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Ende Juni hat das Finnische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft verlauten lassen, dass E.on einen eigenen Endlagerstandort suchen muss. In dem laufenden Endlagerprojekt gibt es voraussichtlich keinen Platz für Atommüll eines weiteren Reaktors.

Diese Nachricht stellt E.on vor zwei erhebliche Probleme: Erstens kostet ein eigenes Endlager sehr viel Geld. Greenpeace hat berechnen lassen, dass dies im Falle des E.on Neubauprojekts über 18 Milliarden Euro kosten kann. Zweitens stärkt dies den bereits jetzt schlagkräftigen Widerstand in der Region. Denn ein potentieller Standort für den Atommüll wäre am Ort des geplanten Atomkraftwerkes in Pyhäjoki. Selbst bei den hartgesottenen Atomkraftbefürwortern keimen jetzt Zweifel.

{image_r}E.on ist Hauptanteilseigner an dem Firmenkonsortium Fennovoima. Dieses wurde 2007 ausschließlich für den Bau eines Atomkraftwerkes in Finnland gegründet. Offiziell soll das AKW ab dem Jahr 2020 Strom liefern, doch das dieser Zeitplan eingehalten werden kann, ist vollkommen unrealistisch.

Zurzeit kann der Energiekonzern noch nicht einmal mit den Arbeiten zur Infrastruktur beginnen. Denn Anwohner und die Bürgerinitiative Pro Hanhikivi haben eine Vielzahl von Einwänden gegen den geänderten Landnutzungsplan eingereicht. Es wird vermutlich einige Monate dauern bis das Gericht darüber entschieden hat.

Das Projekt hat bereits jetzt ein Jahr Verzögerung und weitere kündigen sich an, sagt Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl. E.on besitzt nicht alle Grundstücke, die für den Kraftwerksbau benötigt werden und die Besitzer sind bislang nicht bereit zu verkaufen. Kommt es zu einer Enteignung der Menschen wäre dies in Finnland ein Präzedenzfall, noch nie gab es eine Enteignung von Bürgern für ein privatwirtschaftliches Bauvorhaben.

Das Projekt könnte sich aber noch weiter verzögern: Aufgrund des Atomunfalls in Fukushima werden in Finnland neue Sicherheitsanforderungen für den Neubau von AKW erarbeitet. Damit das Pyhäjoki-Projekt diese verschärften Vorschriften erfüllen kann, müssen wahrscheinlich neue Sicherheitsnachweise erbracht und die Auslegung des Reaktors geändert werden. Wie langwierig diese Prozeduren sind, ist im Moment nicht zu kalkulieren.

{image}Gut 400 Kilometer weiter südlich, in Olkiluoto liefert die Atomindustrie das beste Anschauungsmaterial welches wirtschaftliche Risiko ein AKW-Neubau mit sich bringt. Die Kosten des EPR-Reaktors, der dort gebaut wird, haben sich auf 6,6 Milliarden Euro erhöht. Das ist mehr als doppelt so viel wie geplant.

Auch der Fertigstellungstermin wurde vor wenigen Tagen erneut nach hinten verschoben. Ursprünglich sollte der Reaktor bereits seit 2009 Strom liefern. Doch der Termin musste bereits mehrmals korrigiert werden. Jetzt ist klar das auch der zuletzt angekündete Termin im Jahr 2014 nicht mehr eingehalten werden kann.

Ein finanzielles Desaster wie in Olkiluoto ist auch für das Neubauprojekt in Pyhäjoki zu erwarten. E.on muss sofort aus diesem Irrsinns-Projekt aussteigen - sonst wird sich Pyhäjoki zum nuklearen Alptraum für E.on entwickeln.

Auf der Webseite des Finnischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft finden sie die Pressemitteilung zur Endlagerentscheidung (engl.)

Tobias Riedl berichtet in einem Blogbeitrag von seinem Besuch in Pyhäjoki.

  • Pyhäjoki AKW

    Pyhäjoki AKW

    Überspringe die Bildergalerie
  • Widerstand Pyhäjoki AKW

    Widerstand Pyhäjoki AKW

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Jetzt mitmachen

Du willst Teil der Energiewende sein?

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Energiewende-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Energiewende

Themengruppe auf

Menschen stellen die Energiewende dar - von der Atomkraft zur Windkraft 15.04.2011

Mehr zum Thema

Shut Down of Nuclear Power Plants: AKW Dinosaur in Berlin

Am Ende der Atomkraft

  • 15.04.2023

Welche Wirkung die Gnadenfrist für deutsche Atomkraftwerke hatte, zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace und Green Planet Energy: kaum eine. Der Abschied von der Atomkraft fällt leicht.

mehr erfahren
Last Resistance Party in Gorleben, Germany

Adieu, Atomkraft

  • 14.04.2023

Nach Jahrzehnten des Protestes steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Roland Hipp, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, blickt zurück - und mit Freude in die Zukunft.

mehr erfahren
Projection for Final Shutdown at Neckarwestheim NPP

Die Mär von der Renaissance der Atomkraft

  • 05.04.2023

Auch wenn vielerorts eine “Renaissance der Atomkraft” herbeigeredet wird, die Fakten sprechen dagegen: Atomenergie ist in Deutschland, im Rest Europas und weltweit auf dem absteigenden Ast.

mehr erfahren
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Atomkraftwerke abschalten

  • 03.04.2023

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Vor dem Jahrestag der Fukushima-Katastrophe fordern Greenpeace-Aktivist:innen, die deutschen AKW endlich abzuschalten.

mehr erfahren
"Shut Down"-Projektion am AKW Emsland

Atomausstiegsfest

  • 03.04.2023

Die Vorfreude steigt: Nach jahrzehntelangem Einsatz vieler mutiger Menschen steigt Deutschland endlich aus der Atomkraft aus. Diesen Erfolg wollen wir mit euch feiern. In München und Berlin!

mehr erfahren
Balloons on the 'Plein' at The Hague

Scheinlösung Kernfusion

  • 27.03.2023

Ein technologischer Meilenstein, aber kein Modell für die Zukunft: Warum der gelungene Versuch der Kernfusion nicht die Probleme der Gegenwart löst.

mehr erfahren