Jetzt spenden
Die nukleare Anlage Sellafield. 27.04.2002
Nick Cobbing / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Rund 1,2 Milliarden Britische Pfund stecken im Bau der Brennelementefabrik auf der Nuklearanlage Sellafield. Statt der angekündigten 120 Tonnen Mischoxid (MOX)-Brennstoff im Jahr, produzierte die Anlage bis 2009 lediglich 6,3 Tonnen – ein wirtschaftlicher Reinfall. Zuletzt war Japan der einzige Abnehmer, nach Fukushima blieben die Aufträge aus. Die Schließung betrifft rund 600 Facharbeiter, die laut Behördenangaben eventuell im Sellafield-Komplex weiterbeschäftigt werden. Eine Garantie gebe es nicht.

MOX – was steckt dahinter?

Die sogenannten Mischoxid-Brennelemente enthalten – wie der Name sagt – im Gegensatz zu herkömmlichen Brennelementen ein zusätzliches Oxid. In der Regel handelt es sich um hochgiftiges Plutonium, das als Nebenprodukt bei der Erzeugung von Atomenergie anfällt.

Das Recycling-Argument ist bei der Branche so beliebt wie falsch: Die Wiederaufbereitung des Plutoniums in MOX-Brennstäbe soll die weltweiten Plutoniumvorräte abbauen.

Die Menge an gefährlichen Atommüll hat sich im Gegenteil jedoch vergrößert. Hinzu kommt: Abgebrannte MOX-Elemente strahlen wesentlich stärker als Uran-Brennelemente. Schon eine Dosis von einem Millionsten Gramm würde einen tödlichen Lungenkrebs verursachen. Die hohe Radioaktivität macht den Produktionsprozess von MOX-Brennstäben richtig teuer. Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen lassen die Transportkosten steigen – ein Prozess, der Zeit und Geld kostet und ein hohes Sicherheitsrisiko darstellt.

Greenpeace engagiert sich seit langem mit anderen Protestgruppen für die Schließung von Sellafield – einem der am höchsten radioaktiv verstrahlten Plätze weltweit. Die Anlage in Nordwestengland macht seit ihrer Gründung wegen mangelnder Sicherheitskontrollen und diverser Zwischenfälle von sich reden: Die Chronik der Unfälle ist erschreckend: Verstrahlungen bei Reparaturarbeiten, Feuer im Reaktorkern, Plutoniumaustritt, jahrelange Lecks, radioaktive Einleitungen in die Irische See, …

Wir müssen aufhören, in altbackene Technologien zu investieren und uns an unseren Nachbarn in Deutschland ein Beispiel nehmen. Mit dem Meer vor der Haustür hat Großbritannien gute Chancen, eine führende Rolle im Bereich der Erneuerbaren Energien einzunehmen und zehntausende Arbeitsplätze schaffen, betont Jim Footner, Energieexperte bei Greenpeace UK.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/warmewende-jetzt

Wärmewende jetzt!

Die Bundesregierung will die Wärmewende ausbremsen - doch das wäre fatal und würde neue Unsicherheiten schaffen. Wir fordern: keine Abschwächung des Gesetzes, faire Förderung und Schutz für Mieter:innen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Thermography of Wasted Heat in Germany

Mehr zum Thema

In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.

Tschornobyl

1986 ereignete sich in Tschornobyl eine Katastrophe: Das Atomkraftwerk explodierte, eine radioaktive Wolke verseuchte die Region und zog über Europa. Am 26. April jährt sich der Super-GAU zum 40. Mal.

mehr erfahren über Tschornobyl
Tschornobyl Tour zum 30. Jahrestag

Der Sarkophag in Tschornobyl

Seit 2016 schützte ein neuer, teurer Sarkophag die Umwelt vor des Strahlen Tschornobyls. 2025 beschädigte ihn ein russischer Drohnenangriff schwer. Ein neuer Report zeigt: er ist jetzt undicht.

mehr erfahren über Der Sarkophag in Tschornobyl
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Zwei Jahre ohne Atomkraft

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Am 15. April 2023 wurden die deutschen Atomkraftwerke darum endgültig abgeschaltet. Und das ist gut so!

mehr erfahren über Zwei Jahre ohne Atomkraft
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.

Fukushima 15 Jahre später

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, die Folgen sind bis heute zu spüren. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren über Fukushima 15 Jahre später
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht

9 Fakten über Atomkraft

Auch wenn immer wieder eine „Renaissance“ herbeigeredet wird: die Fakten sprechen gegen Atomkraft. Denn sie ist und bleibt unsicher, unzuverlässig, gefährlich, dreckig und teuer. Punkt. Aus.

mehr erfahren über 9 Fakten über Atomkraft
Der Erkundungsbereich im Salzstock Gorleben 01/21/2011

Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren

Ein maroder Salzstock im niedersächsischen Gorleben war jahrzehntelang als Endlageroption für hoch radioaktiven Müll ausersehen. Aus politischen Gründen. Denn fachlich war klar: sicher ist er nicht.

mehr erfahren über Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren