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Das Greenpeace-Schiff Beluga II fährt vor dem französischen Atomkraftwerk Fessenheim vorbei. Zwischen den beiden Masten und den Aktivist:innen im Schlauchboot weht ein Banner mit der Botschaft "Europa nicht länger auf's Spiel setzen!". Ein zweiter Banner zeigt die Botschaft in französischer Sprache: "Schaltet alternde Kraftwerke ab!"
© Markus Herb / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Das Motto der Tour lautete: „Stop Risking Europe“. Mission der Beluga II war, die Menschen an Rhein und Mosel über das Risiko überalterter Atomkraftwerke in Europa zu informieren. Dafür besuchte das Greenpeace-Aktionsschiff in den vergangenen zwei Monaten 15 Städte in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Luxemburg.

Mit großem Erfolg: Mehr als 7.000 Menschen besuchten die Beluga, besichtigten die Ausstellung, nahmen an Führungen teil, gestalteten Wimpel gegen Atomkraft und unterzeichneten eine Greenpeace Petition an den französischen Präsidenten Hollande. Ergänzt durch Unterschriften im Web fordern inzwischen mehr als 10.000 Menschen von Hollande, die veralteten Pannenmeiler in Fessenheim und Cattenom schnellstmöglich stillzulegen. Diese Forderung unterstützten auch Minister und andere Bundes- und Kommunalpolitiker aus Luxemburg, Saarland und Rheinland-Pfalz, die auf die Beluga II kamen. 

Genau 28 Jahre nach Beginn der Katastrophe von Tschernobyl war die Beluga II am Atomkraftwerk Fessenheim gestartet. Danach machte sie unter anderem in Basel (Schweiz), Karlsruhe, Mannheim, Trier, Köln, Koblenz und Oberhausen, im luxemburgischen Remich sowie  Strasbourg und Metz in Frankreich fest. Die Tour endete am letzten Sonntag in Rees bei Kalkar, einem stillgelegten Atomkraftwerk, das mittlerweile einen Freizeitpark beherbergt.

„Radioaktivität macht nicht an Ländergrenzen halt. Von den überalterten Atomreaktoren in Europa geht ein täglich wachsendes Risiko aus, das die Menschen nicht hinnehmen wollen“, erklärt Susanne Neubronner, Atomexpertin von Greenpeace. „Die Menschen fordern von der französischen Regierung, ihren Pro Atomkurs aufzugeben und die gefährlichen Meiler nahe der deutschen, luxemburgischen und Schweizer Grenze abzuschalten. Das kann aber nur der Anfang sein: Weitere Anlagen müssen folgen und eine echte Energiewende muss auch in Frankreich beginnen.“

Frankreich betreibt mit 58 großenteils überalterten Reaktoren derzeit die meisten Atomkraftwerke in Europa. Ein kürzlich vorgestelltes neues Energiegesetz soll regeln, wie der französische Atomstromanteil von derzeit 73 Prozent auf 50 Prozent bis zum Jahr 2025 gedrosselt wird. Dies hatte der französische Präsident versprochen. Jedoch ist der Entwurf völlig unzureichend und bleibt bei den wichtigen Fragen viel zu diffus. Es fehlt die im Wahlkampf 2012 angekündigte Stilllegung des ältesten französischen Atomkraftwerks in Fessenheim nahe der deutschen Stadt Freiburg und dem schweizerischen Basel. Es fehlt darüber hinaus die Möglichkeit für die Politik, überhaupt Stilllegungen von AKW zu veranlassen.

Wie nötig dies ist zeigt der jüngste Vorfall, ein Brand im maroden AKW Cattenom. „Jeden Tag kann ein Unfall in einem der Reaktoren passieren, der weite Teile Europas radioaktiv verseuchen könnte“, so Neubronner. „Sollte das Gesetz in dieser Form beschlossen werden, dann bleibt die Abschaltung überalterter Kraftwerke bloßes Lippenbekenntnis. Die Tour der Beluga II hat die Menschen darauf aufmerksam gemacht, dass ein Atomausstieg nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa umgesetzt werden muss. Auch Frau Merkel steht in der Pflicht einen Ausstieg konsequent voranzutreiben.“

Die Route sowie weitere Infos zu Europas überalterten Atomkraftwerken finden Sie auf www.out-of-age.eu.

  • Greenpeace-Aktivisten protestieren mit Schlauchbooten vor dem AKW Fessenheim, 18.03.2014

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