Jetzt spenden
Paul Lovis Wagner

Greenpeace protestiert: Waffenexporte stoppen!

Gegen die Lieferung deutscher Kriegswaffen und sonstiger Rüstunsgüter in Kriegs- und Krisengebiete protestieren am 11. Mai zehn Greenpeace-Aktive anlässlich der Hauptversammlung der Rheinmetall AG. Am Pariser Platz, vor der Lobbyzentrale des größten deutschen Rüstungsherstellers, haben die Aktivistinnen und Aktivisten 50 Nachbildungen von Kindersärgen aufgestellt und weitere 50 vor dem Bundeskanzleramt. Auf einem 3 x 1,5 Meter großen Banner steht „Waffenexporte stoppen! #EntrüstungJetzt“. Mit einer Prozession zwischen beiden Orten stellen die Aktivistinnen und Aktivisten die Verbindung her zwischen Rheinmetall und der deutschen Bundesregierung, also denen, die exportieren und denen, die dies genehmigen und fördern. 

Tausende Kinder sterben jedes Jahr in Kriegen und Konflikten

Die Zahl der Kinder, die weltweit in Kriegen oder Konflikten getötet oder verstümmelt werden, steigt seit Jahren an. Im Jahr 2018 waren es 12.000, wie die Kinderhilfsorganisation Unicef ermittelt hat. Die meisten Opfer unter Kindern fordern laut Unicef Luftangriffe, Sprengwaffen, Mörser, selbstgebaute Sprengkörper, aber auch Raketenangriffe und Artilleriebeschuss. „Das Blutvergießen in Krisen- und Kriegsgebieten beginnt hier in Deutschland, nämlich bei Rüstungskonzernen wie Rheinmetall, die unter Billigung der Bundesregierung Waffen in die Krisengebiete der Welt exportieren“, sagt Greenpeace-Abrüstungsexperte Alexander Lurz. „Jedes Jahr gehen deutsche Rüstungsgüter für rund drei Milliarden Euro in Drittländer. Dieses sind mitverantwortlich für Tod und Verstümmelung tausender Kinder und richten unermessliches Leid an.“ 

Deutsche Waffen töten in Kriegs- und Krisengebieten

Deutschland hat in den letzten fünf Jahren Rüstungsgüter für durchschnittlich 3,3 Milliarden Euro in sogenannte Drittländer geliefert, also Länder außerhalb von EU, Nato und Nato-gleichgestellten Staaten. Rheinmetall erzielte im Jahr 2020 21,3 Prozent seines Gesamtumsatzes mit Drittländern. Waffen von Rheinmetall werden in fast allen Kriegen und Bürgerkriegen der Welt eingesetzt. 

Greenpeace fordert Rüstungsexportkontrollgesetz

„Die unionsgeführte Bundesregierung und die deutsche Rüstungsindustrie agieren Hand in Hand: Die einen verkaufen, die anderen genehmigen. Die nächste Regierung muss diese verfilzte Liäson auflösen, die andernorts Leben und Unversehrtheit unschuldiger Menschen vernichtet“, so Lurz. „Wenn die Regierung behauptet, eine restriktive Rüstungsexportpolitik zu betreiben, so ist in Wahrheit das Gegenteil der Fall. Wir brauchen deshalb ein Rüstungsexportkontrollgesetz, das Exporte außerhalb der EU und EU-gleichgestellten Staaten vollständig ausschließt.“ 

  • Greenpeace-Aktive vor Lobby-Büro der Rheinmetall AG am Brandenburger Tor

    Überspringe die Bildergalerie
  • Überspringe die Bildergalerie
  • Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
2021-05-05_greepeace_ruestungsgueter_gesetzentwurf.pdf

2021-05-05_greepeace_ruestungsgueter_gesetzentwurf.pdf

Anzahl Seiten: 34

Dateigröße: 442.06 KB

Herunterladen

Alles, was bewegt

Immer auf dem Laufenden bleiben mit unserem Newsletter. Wir informieren über Kampagnen, Mitmachmöglichkeiten und spannende Events und freuen uns, wenn Sie dabei sind!

Newsletter abonnieren

Mehr zum Thema

Martin Kaiser mit Regenbogen

Wie weiter nach der Wahl in Sachsen-Anhalt?

Fast jede zweite Stimme in Sachsen-Anhalt ging an eine gesichert rechtsextreme Partei. Greenpeace-Chef Martin Kaiser ist, wie wir alle, schockiert. Warum wir jetzt erst recht weitermachen.

mehr erfahren über Wie weiter nach der Wahl in Sachsen-Anhalt?
Demonstration against Right-Wing Extremism in Berlin

10 Tipps zum Schutz der Demokratie

Unsere Demokratie ist bedroht. Zugleich stehen überall Menschen auf, um sie zu verteidigen. 10 Tipps, was jede:r Einzelne für mehr Menschlichkeit und Miteinander und gegen Hass und Hetze tun kann.

mehr erfahren über 10 Tipps zum Schutz der Demokratie
Greenpece-Aktiver Henry Schubert vor Greenpeace-Banner

„Die Gemeinschaft gibt mir viel Kraft“

Henry Schubert ist seit 2010 für Greenpeace aktiv. In Magdeburg kommt er dabei mit den Menschen in Kontakt. Ein Gespräch über Engagement in hitzigen Zeiten.

mehr erfahren über „Die Gemeinschaft gibt mir viel Kraft“
Schiffe in der Straße von Hormus

Die wahren Kosten des Kriegs im Iran

Während Öl- und Gaskonzerne Rekordgewinne einstreichen, zahlen andere die Rechnung: mit ihrem Zuhause, ihrer Gesundheit, ihrem Trinkwasser und ihrem Leben.

mehr erfahren über Die wahren Kosten des Kriegs im Iran
Gaza: Ceasefire Now - Action in Madrid

Greenpeace zum Nahostkonflikt

Der Nahostkonflikt bringt unendliches Leid. Greenpeace versucht, Menschlichkeit und Umwelt im Fokus zu behalten. Hier finden Sie unsere Position zum Krieg in Nahost.

mehr erfahren über Greenpeace zum Nahostkonflikt
Italian Tornado at Steadfast Noon Maneuver in Noervenich

Kräftevergleich Nato gegen Russland

Neue Greenpeace-Studie: Die europäischen Nato-Staaten sind Russland auch ohne die USA in wesentlichen militärischen Kategorien überlegen. Aber sie verzetteln sie sich in Kleinstaaterei.

mehr erfahren über Kräftevergleich Nato gegen Russland