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Mit den Firmenlogos von DaimlerChrysler und VW an der Fassade des SPD-Gebäudes und sechs Krankenbetten neben dem Sarg erinnerten die Aktivisten daran, dass es für Ruhe und Vertrauen beim Verbraucher (Zitat Gerhard Schröder) keinen Grund gibt. Diagnose Krebs, Diagnose Asthma, Diagnose Allergien, Diagnose Herzkreislauferkrungen. So lautet die trostlose Bilanz.

Die deutsche Autoindustrie beeindruckt das nicht. Sie weigert sich nach wie vor, ihre Fahrzeuge mit Rußfiltern auszurüsten. Umso wichtiger wäre ein Machtwort der Regierung. Doch der Kanzler schlägt sich lieber auf die Seite der Industrie, als seiner Verantwortung für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden.

Den Schaden haben nicht nur die erkrankten Menschen und ihre Familien. Der Bundeskanzler verrechnet sich, wenn er die Autoindustrie vor Investitionen schützt, die uns allen schädliche Abgase ersparen würden, erklärt Greenpeace-Experte Günter Hubmann. Er unterstützt eine Industrie, die für den Steuerzahler Milliarden von Folgekosten verursacht.

Eine neue von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie des Umweltprognose-Instituts in Heidelberg hat erstmals einen Teil dieser Folgekosten beziffert. Demnach entsteht durch jährlich 8.000 Lungenkrebs-Tote ein volkswirtschaftlicher Schaden in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Die Kosten durch weitere Erkrankungen wie Asthma, Allergien und Herzkreislaufschäden sind in der Untersuchung nicht berücksichtigt.

Der Anteil an Dieselfahrzeugen im Straßenverkehr ist in den letzten Jahrzehnten stetig angestiegen und liegt derzeit bei 40 Prozent. Bedrohlich ist diese Entwicklung, weil die Emissionen von ungefiltertem Dieselkraftstoff 10 bis 20-mal Krebs erregender sind als der Ausstoß vergleichbarer Benzinmotoren. Besonders gefährdet sind Kinder.

Für den Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen ist Dieselruß in den Städten deshalb das größte derzeit existierende Luftverschmutzungsproblem. Genauso schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Risiko ein.

Greenpeace macht seit Jahren auf die Gefahr aufmerksam und hat in den letzten Monaten den Druck auf die Autoindustrie verstärkt. Mit einer Dieselschwein-Tour durch 25 deutsche Städte wird die Greenpeace-Forderung nach Rußfiltern derzeit in die Öffentlichkeit getragen. Die drei Mitglieder der rosafarbenen Dieselschwein-Familie sind ein Mercedes CDI, ein VW Lupo und ein Smart. Sie werden begleitet von einem silberfarbene Mercedes C 220, der problemlos nachträglich mit einem Rußfilter ausgestattet worden ist.

Außerdem hat Greenpeace Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Anzeige gegen die Verantwortlichen bei MercedesChrysler und VW zu erstatten. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann sich ein von einem Rechtsanwalt erarbeitetes und eine vorformulierte Strafanzeige als PDF herunterladen. Bitte tragen Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift ein, unterschreiben die Anzeige und geben sie bei der nächsten Polizeidienststelle ab. (Vorsicht. Der Text darf nicht geändert werden, damit die Anzeige nicht formaljuristisch ungültig wird.)

Die Studie des Heidelberger Umweltprognose-Instituts können Sie sich als PDF herunterladen:

Volkswirtschaftliche Kosten durch Dieselrußemissionen in der Bundesrepublik Deutschland (135 kb).

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