Verkehrswende

Mobilität der Zukunft

Wir können Mobilität in Deutschland auf nachhaltige Beine stellen. Das ist nicht nur gut fürs Klima – in Städten sorgen weniger Staus, bessere Luft und Platz für mehr Lebensqualität.

Eine neue Beweglichkeit

Nichts geht mehr! Fast jeden Tag stecken Autofahrer im Stau. Überall auf der Welt. Gestresst auf dem Weg in die Stadt, eingesperrt in einer Blechkiste. 

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Städte bedecken nur zwei Prozent der Oberfläche unseres Planeten, doch die Hälfte aller Menschen lebt dort. Städte verbrauchen 75 Prozent unserer Energie und produzieren 80 Prozent unserer CO2-Emissionen. Wie diese Ballungszentren die Herausforderungen der Energiewende und der Emissionsreduzierung meistern, ist entscheidend für den Kampf gegen den Klimawandel.

Mobilität kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn der Verkehrssektor ist der Problembereich bei den CO2-Emissionen. Nirgendwo sonst steigen die Emissionen so ungebremst an, und auf keinem anderen Gebiet sind die Fortschritte so gering. Das heißt jedoch auch, dass in diesem Bereich noch die größten Potenziale stecken. 

Mobilität ist mehr als Autofahren

Kopenhagens Verwandlung zur Radfahrer-Stadt ist ein Beweis dafür, wie viel passieren kann, wenn eine Stadt wirklich Veränderung will. Die Autonutzung für Fahrten zur Arbeit ist von 42 Prozent im Jahr 1996 auf nur 13 Prozent im Jahr 2010 gefallen. Geschafft hat die Stadt das mit einem einfachen Prinzip: Man muss es den Menschen leicht machen, das Autofahren auszuschlagen - in Kopenhagen ist es einfacher, das Fahrrad zu nutzen. Sicheres Radfahren steigert das eigene Wohlbefinden, während gleichzeitig CO2-Emissionen und giftige Abgase reduziert werden. Wenn Wege zu weit sind, greift der Öffentliche Nahverkehr. Weniger Autos, Staus, Lärm und Unfälle, aber mehr Platz zum Leben sind das Ergebnis. In einem weltweiten Vergleich wurde Kopenhagen  als eine der lebenswertesten Städte der Welt bezeichnet.

Deutschland steckt fest

Die deutschen Städte jedoch sind von einer zukunftsfähigen Mobilität weit entfernt. Regelmäßig überschreiten Messwerte an innerstädtischen Stationen die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide, die ungebremst aus den Auspuffen von Dieselfahrzeugen quellen. Unser Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) riskiert lieber eine Klage aus Brüssel als sich des Problems anzunehmen und sich mit der mächtigen Automobilindustrie anzulegen. Er trägt weder zur Aufklärung des Dieselskandals bei, noch zeigt er Ambitionen, die Förderung der Selbstzünder abzuschaffen. Jahr für Jahr subventioniert der Staat diese Motoren mit sieben Milliarden Euro –  über die niedrig gehaltenen Dieselpreise an den Tankstellen. Geld, das gut in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Infrastruktur für Radfahrer gesteckt werden könnte, um die verstopften Städte zu entlasten.

Vorwärts

Denn ein gut vernetztes System aus Elektrobussen, Straßen-, U- und S-Bahnen sowie Car-Sharing-Angeboten und Radwegen ist die Zukunft städtischer Mobilität. Es macht die Nutzung des eigenen PKWs überflüssig – auch des E-Autos. Den Schlüssel zu einer neuen Mobilität könnten uns Handys oder Tablet-Geräte liefern: Apps ermöglichen eine schnelle Orientierung, ob wir in der Stadt mit der Straßenbahn, dem Fahrrad oder Bus am schnellsten sind.  Statt im Stau zu stecken können wir – abhängig von der Wahl des Verkehrsmittels – lesen, träumen oder Sport treiben: in Städten, deren Qualität sich durch Raum zum Leben und Luft zum Atmen auszeichnet.

Wie wir uns die Städte der Zukunft vorstellen, erfahren Sie in unserem Konzept Rollenwechsel.

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Häufig gestellte Fragen

  • Ist das Elektroauto die Lösung für unsere Mobilitätsprobleme?

    Wenn wir alle Diesel und Benziner einfach durch Elektroautos ersetzen, werden wir unsere Mobilitätsprobleme nicht in den Griff bekommen. Auch Elektroautos verstopfen unsere Städte und stellen eine Unfallgefahr dar. Deshalb ist es wichtig, die Zahl der Fahrzeuge insbesondere in den Städten deutlich zu senken. Um das Klima zu schützen sollten die Autos, die wir – gerade auf dem Land – noch brauchen elektrisch betrieben werden. 

  • Was versteht Greenpeace unter E-Mobilität?

    E-Mobilität ist die smarte Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel im Alltag. Richtig umgesetzt, in Bike-Sharing, Car-Sharing, Bus und Bahn, nutzt E-Mobilität vor allem ihrem Benutzer. Durch IT können wir die verschiedenen Verkehrssysteme miteinander verknüpfen und sind am Ende alle schneller am Ziel. Batterietechnologie, z.B. in Pedelecs, sorgt dafür, dass wir im Anzug unverschwitzt ins Büro kommen. Das Elektroauto, mit Batterien oder Brennstoffzelle, ist ein Baustein der E-Mobilität, der dort Sinn macht, wo diese Alternativen nicht zur Verfügung stehen. 

  • Macht nachhaltige Mobilität meinen Alltag kompliziert?

    Die Kinder zur Schule bringen, dann zur Arbeit, nachmittags kurz zu einem Arzttermin und abends noch einkaufen. Ein normaler Alltag für viele. Greenpeace setzt sich dafür ein, dass sich die verschiedenen Ziele leichter in den Alltag integrieren lassen. In einer nachhaltigen Mobilität können auch Kinder sicher am Verkehr teilnehmen. Ein verbessertes Bus-und-Bahn-System könnte viele Autofahrten ersetzen. Der konsequente Ausbau von Car-Sharing verringert die Parkplatzproblematik. Und langfristig arbeiten wir daran, dass in Städten die Ziele, die wir täglich ansteuern, wieder näher zusammenrücken. Das bedeutet: bezahlbarer Wohnraum in attraktiven und grünen Innenstädten. Richtig umgesetzt kann nachhaltige Mobilität unseren Alltag einfacher machen.

  • Veröffentlichungen zu diesem Thema

    Why automobile has no future

    Die Automobilwirtschaft steht nicht erst seit dem Dieselskandal vor einem grundlegenden Wandel. Ökologische Notwendigkeiten und technologische Möglichkeiten machen neue Formen der Mobilität erforderlich und möglich.