Skip to main content
Jetzt spenden
Waldbrände im brasilianischen Regenwald, August 2008
Daniel Beltrá / Greenpeace

Weltbank kippt Kredit für brasilianischen Fleischproduzenten

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Kein Geld mehr für Bertin. Die Weltbank-Tochter IFC (International Finance Corporation) hat ihren 90-Millionen-Dollar-Kredit für den größten brasilianischen Rindfleischproduzenten zurückgezogen. Mit dem Geld wollte das Unternehmen weiter in den Amazonasurwald vordringen, um Weideland zu gewinnen. Zwei Wochen zuvor hatte Greenpeace enthüllt, wie die IFC in Brasilien zur Urwaldzerstörung beiträgt.

Rinderzucht in Brasilien ist heute die weltweit größte Einzelursache für Urwaldzerstörung und trägt entscheidend zur Klimaerwärmung bei. Dass es so weit kommen konnte, hat die IFC mitzuverantworten. Sie vergibt private Darlehen, um die Wirtschaft in Entwicklungsländern zu fördern. In Brasilien hat sie ebenso wie die Regierung Lula die Fleisch- und Lederproduzenten massiv finanziell gefördert.

Der Regenwald ist ein Zufluchtsort der Artenvielfalt und spielt eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel, sagt Paulo Adario, der seit vielen Jahren für Greenpeace Brasilien die Urwaldkampagne koordiniert. Dafür dass die Bank sich selber als 'Wissensbank' porträtiert, hat sie ihre Ressourcen erstaunlich destruktiv eingesetzt.

Adario begrüßt die jetzige Entscheidung der IFC, fordert aber gleichzeitig eine Garantie für die Zukunft: Investitionen in derart schädliche Projekte dürfen nicht mehr vorkommen.

Von den zugesagten 90 Millionen für Bertin wurden 60 bereits ausgezahlt und haben ihre schädliche Wirkung entfaltet. Es wird erwartet, dass das Unternehmen diesen Betrag nun schneller als vereinbart zurückzahlen muss. Die restlichen 30 Millionen sind gestrichen. Wenigstens das.

Factsheet: Leder und Urwaldzerstörung

Factsheet: Leder und Urwaldzerstörung

3 | DIN A4

413.09 KB

Herunterladen

Mehr zum Thema

Indigene und Greenpeace-Aktive im Boot auf dem Manicoré River

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren
Dom Phillips and Bruno Pereira

Aktivisten im Amazonasgebiet tot aufgefunden

  • 16.06.2022

Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die im brasilianischen Amazonasgebiet verschwundenen Aktivisten sind tot. Greenpeace fordert eine transparente Aufklärung.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

EU-Mercosur-Abkommen

  • 02.06.2022

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen gefährdet ihn weiter - während die Autoindustrie profitiert.

mehr erfahren
PT Megakarya Jaya Raya (PT MJR) Oil Palm Concession in Papua

Klima und Arten brauchen ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 17.03.2022

Ein starkes EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz ist dringend nötig, um gegen die Wald- und Naturzerstörung sowie die Verletzung von Menschenrechten anzukämpfen.

mehr erfahren
Illegal Mining in Yanomami Indigenous Land in Brazil

Drei Jahre Bolsonaro: Drei Jahre Umweltzerstörung in Brasilien

  • 17.01.2022

Im Januar 2022 feiert Jair Bolsonaro dreijähriges Amtsjubiläum als Präsident von Brasilien. Doch für das Klima und die Biodiversität Brasiliens gibt es wenig Grund zu feiern.

mehr erfahren