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Urwald in Lappland, Gebiet Paadarskai, November 2005
Oliver Salge / Greenpeace

Sami und finnisches Forstamt einigen sich auf Einschlagmoratorium

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Ein Jahre währender Konflikt ist beigelegt - ein Stück finnischer Urwald vor der Säge gerettet: In Nellim/Lappland haben sich Rentierhalter der Sami und die Forstbehörde Metsähallitus auf ein Moratorium geeinigt. Im Wald von Nellim wird 20 Jahre lang nicht mehr eingeschlagen. 

Im Jahr 2005 verklagten die drei Rentierhalter der Sami-Familie Paadar die staatliche finnische Forstbehörde Metsähallitus. Die Rentierkooperative ist auf die Urwälder ihres Gebiets im nordfinnischen Bezirk Inari angewiesen. Sie sind die Winterweiden ihrer Tiere. Das staatliche Forstamt aber ließ auf der etwa 13.000 Hektar großen Waldfläche ungebremst einschlagen.

Der Klage ging eine längere Kampagne voraus. Greenpeace und die Finnish Association for Nature Conservation (FANC) hatten gemeinsam mit Sami-Rentierhaltern die wichtigsten Urwaldgebiete und Winterweiden in Inari kartiert. 2002 veröffentlichten sie die Karten und forderten ein Einschlagmoratorium.

Im März und April 2005 errichtete Greenpeace bei Nellim ein Urwaldschutzcamp, um gegen die fortschreitende Zerstörung der alten Wälder zu protestieren. Greenpeace-Aktivisten halfen den Rentierhaltern, ihre wichtigsten Winterweiden zu demarkieren.

Metsähallitus sagte zunächst zu, in fünf Gebieten nicht weiter abzuholzen, machte aber schon im Juni 2005 einen Rückzieher. Die Sami reichten Klage ein. Anfang Oktober nahm das Forstamt den Einschlag trotz laufenden Verfahrens wieder auf. Einige Rentierhalter riefen daraufhin das UN-Menschenrechtskomitee an. Erst als das Komitee intervenierte, beendete die finnische Regierung den Einschlag - für die Dauer des Gerichtsverfahrens.

Nach vier Jahren hat Metsähallitus nun nachgegeben. Zwar ist noch kein endgültiger Stopp der Urwaldzerstörung bei Nellim besiegelt, doch ein 20-jähriges Moratorium ist ein Erfolg, der sich sehen lassen kann. Bleibt zu hoffen, dass die Forstbehörde sich konsequent zeigt und ohne viel Federlesens auch die anderen knapp 85.000 Hektar Urwald in Inari unter Schutz stellt. Sie sind die Existenzgrundlage weiterer fünf Sami-Rentierkooperativen.

Auf so viel Vernunft setzt auch Waldexpertin Sini Harkki von Greenpeace Finnland: Das Moratorium ist ein großer Erfolg. 20 Jahre sind genug Zeit, um eine endgültige Lösung für den Konflikt zwischen Forstwirtschaft und traditioneller Rentierhaltung zu finden. Wir hoffen, dass Metsähallitus ähnliche Konflikte in anderen Teilen des Sami-Gebietes nach dem gleichen Muster beilegt.

  • Rentiere in Lappland

    Rentiere in Lappland

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  • Greenpeace Forest Rescue Camp im finnischen Urwald im März 2005

    Forest Rescue Camp

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