Skip to main content
Jetzt spenden
Inderin reckt ihre Hand in einer Siegergeste empor
Greenpeace / Sudhanshu Malhotra

Indische Regierung friert erneut Greenpeace-Gelder ein

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Indiens Regierung attackiert weiterhin die Umweltschutzarbeit von Greenpeace. Erneut ließ sie sämtliche Konten einfrieren, um so Kampagnen wie die für Waldschutz zu stoppen.

Die Liste der jüngsten Schikanen ist lang: Ein Greenpeace-Mitarbeiter darf nicht mehr nach Indien einreisen, eine indische Kollegin plötzlich das Land nicht mehr verlassen. Aktivisten werden wiederholt bei Razzien festgenommen und unverhältnismäßig lange in Haft gesteckt. Messgeräte und teures Equipment beschlagnahmt die indische Regierung dauerhaft; jetzt hat sie erneut sämtliche Greenpeace-Konten eingefroren und die Umweltschutzorganisation als Staatsfeind gebrandmarkt.

Der Grund: Aus Wirtschaftsinteressen will die indische Regierung den Kampf der Umweltschützer für den Erhalt der ältesten Urwälder und gegen den Einsatz von Gentechnik stoppen.

Nachdem das höchste indische Gericht erst im Januar 2015 entschieden hatte, dass das erstmalige Einfrieren der Greenpeace-Konten im vergangenen Jahr verfassungswidrig sei, sperrte die Regierung vergangene Woche erneut sämtliche Geldströme. Der offizielle Vorwurf lautet, Greenpeace  habe gegen die Richtlinien des Foreign Contribution Regulation Act (FCRA) verstoßen. Der FCRA regelt in Indien die Verwendung von Geldern aus dem Ausland. Das Gesetz wird aktuell gerade gegen zivilgesellschaftliche und Umweltschutzorganisationen missbraucht.

 

Umweltschutz schadet angeblich wirtschaftlichen Interessen

Das indische Innenministerium veröffentlichte auf seiner Webseite die Anordnung an verschiedene Banken (Yes Bank, IDBI Bank und ICICI Bank), sieben Konten von Greenpeace vorübergehend und mit sofortiger Wirkung einzufrieren. In der Anordnung werden vermeintliche formelle Verstöße gegen den Gesetzestext des FCRA genannt. Der politische Grund wird im letzten Aufzählungspunkt erwähnt: „Greenpeace Indien hat den wirtschaftlichen Interessen des Staates geschadet“. Die indische Regierung stellt nun in Aussicht, Greenpeace die Registrierung für den FCRA dauerhaft zu entziehen.

Greenpeace war es im vergangenen Jahr gemeinsam mit Einwohnern gelungen, die indischen Mahan-Wälder, einige der ältesten Waldbestände Asiens, zu schützen. Die Regierung Indiens plante dort gemeinsam mit dem Energieunternehmen Essar Energy, eine neue Kohlemine mitten in einer intakten Waldregion zu errichten. Für die Mine des indische Stahl-, Energie- und Infrastruktur-Riese Essar in Mahan sollten rund 500.000 Bäume gefällt werden. Doch der Wald beherbergt nicht nur bedrohte Tierarten wie Leoparden, Tiger und Elefanten, sondern er ist auch Existenzgrundlage von 50.000 Menschen.

Die Attacken der Regierung gegen Greenpeace starteten im Jahr 2014. Unmittelbar nach dem Regierungswechsel im Juni gelangte ein Bericht des indischen Geheimdienstes an die Öffentlichkeit, der Aktivisten und Umweltschutzorganisationen – speziell Greenpeace – beschuldigt, für einen Verlust von zwei bis drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts Indiens verantwortlich zu sein. Die Kampagnen dieser Organisationen gegen den Ausbau der Kohlekraft würden vom Ausland mitbezahlt werden – sie liefen den nationalen Interessen Indiens zuwider. 

  • Straße mit Solar betriebenen Laternen im Ort Dharnai, Indien

    Mehr Energie

    Überspringe die Bildergalerie
  • Protest der indischen Bevölkerung gegen die Zerstörung der Mahan-Wälder durch Kohleabbau

    Für Waldschutz

    Überspringe die Bildergalerie
  • Ausgetrockneter Brunnen in der Wardha-Region, Indien

    Wasser für alle

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Jetzt mitmachen

Du willst aktiv werden für den Waldschutz?

Live-Ticker auf der Fassade des EU-Ratssitzes in Brüssel zeigt Waldzerstörung in Echtzeit

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Wald-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Wald

Themengruppe auf

Live-Ticker auf der Fassade des EU-Ratssitzes in Brüssel zeigt Waldzerstörung in Echtzeit

Mehr zum Thema

Manicoré-Fluss im Amazonasregenwald, Luftbild

Der Amazonas-Regenwald

  • 22.02.2023

Fliegende Flüsse, schwitzende Bäume und Antibiotika: All das ist der Amazonas-Regenwald - und noch viel mehr.

mehr erfahren
Aktivistin hält Banner vor dem CityCube Berlin

EU-Mercosur-Abkommen

  • 19.01.2023

Gift für den Amazonas-Regenwald, Gift fürs Klima, Gift für unsere Limetten. Gestatten: Das EU-Mercosur-Abkommen.

mehr erfahren
Amazonas Regenwald

Endlich da! Ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 08.12.2022

Ein Gesetz soll zukünftig verhindern, dass Produkte aus Waldzerstörung in der EU auf den Markt gelangen.

mehr erfahren
Greenpeace Aktive stehen an Bord eines Frachters. Sie haben ein Banner mit der Aufschrift "European Ministers, protect out forests!" an der höchsten Stelle des Schiffs befestigt.

Nordische Wälder enden als Verpackungsmüll

  • 04.11.2022

Holz aus nordischen Wäldern landet als kurzlebige Einwegverpackung in den Supermarktregalen der EU. Aktivist:innen protestieren gegen das Verladen von Papierrollen im Hafen von Lübeck.

mehr erfahren
“Amazon We Need” Expedition in the Amazon in Brazil - Moritz Jahn

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren