Jetzt spenden
Im Jahr 2009 hat jeder Deutsche 226 Kilogramm Papier verbraucht - Tendenz steigend. 2000/12/02
Nobert Enker / Greenpeace

Papier sparen - Schulen schließen den Kreislauf

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

226 Kilogramm Papier hat jeder Deutsche im Jahr 2009 verbraucht, 11,5 Millionen Blatt Papier kamen allein in Wuppertaler Schulen im selben Jahr in Schülerhand. Die Schulen sind Papier-Großverbraucher. Ob die Kopien der Lehrer oder die Schulhefte der Kinder - überall findet sich Papier, meistens kein umweltfreundliches. Für Grundschullehrerin und Greenpeacerin der Wuppertaler Gruppe Brigitte Weber war daher klar: Das muss sich ändern! Und nach und nach sehen das auch die Schulen ein. 

Vor zehn bis 15 Jahren haben wir schon einmal den Versuch unternommen, Schulen anzuschreiben, ob sie recyceltes Papier verwenden wollen. Die Reaktion war gleich null, erzählt Brigitte Weber. Als sie dann selbst Grundschullehrerin wurde und die Abläufe einer Schule kannte, wusste sie, dass sie jetzt etwas verändern kann.

Ich habe einmal hochgerechnet, wie viele Schulhefte ein Schüler pro Jahr verbraucht, und war selbst erstaunt, sagt sie. Das Ergebnis: Ein einziger Schüler, der klein schreibt und seine Hefte nicht verliert, braucht circa 50 Hefte in seiner Grundschullaufbahn. Bundesweit werden pro Schuljahr circa 200 Millionen Schulhefte verkauft - nur fünf bis zehn Prozent davon bestehen aus recyceltem Papier. Es sind aber nicht nur die Schulhefte, sondern auch das Papier in den Druck- und Kopiergeräten der Schulen, die den hohen Papierverbrauch der Deutschen fördern. Würden allein die Halbjahreszeugnisse für die rund neun Millionen Schüler in ganz Deutschland auf einer DIN A 4-Seite umweltfreundlichen Papier gedruckt werden, könnte man so viel Energie einsparen, dass 18.000 Lehrerzimmer ein Jahr lang täglich mit einer Kanne heißem Kaffee versorgt werden könnten.

Brigitte Weber sieht aber die Problematik nicht nur bundesweit, sondern vor allem vor Ort. Überall - sogar auf dem Pausenhof - stehen blaue Papiertonnen. Das ist zwar gut, reicht aber nicht, da recyceltes Papier nicht gekauft wird. Das ist kein Kreislauf. Schulen müssen diesen Kreislauf schließen, erklärt die Grundschullehrerin. Mit Fakten und einem Vortrag im Gepäck hat Brigitte Weber zuerst an ihrer Schule vorgesprochen. Ich habe einen Vortrag gehalten und danach war eigentlich nur noch die Frage, wie wir das organisieren, erzählt sie. Ein voller Erfolg - die Fakten haben überzeugt. Denn würden alle Wuppertaler Schulen allein auf Recycling-Kopierpapier umstellen, würde man rund 100 Tonnen Holz, zwei Millionen Liter Wasser, 9000 Tonnen CO2 und über eine Millionen MJ Energie einsparen. Das Gremium sah das ein und willigte ein, die Schule umzustellen

Auch die Schule ihres Sohnes stellte nach Brigitte Webers Vorschlag komplett auf Recyclingpapier um. Eine weitere Schule steht in den Startlöchern. Jede Schule organisiert sich dabei anders, erklärt Brigitte Weber. Die einen machen Heft-Sammelbestellungen an der Schule für alle Schüler, andere machen ein Schülerprojekt daraus, bei dem die Schüler einen kleinen 'Heft-Laden' in der Schule haben und dabei gleichzeitig lernen, mit Geld umzugehen.

Egal wie die Umstellung erfolgt, sie ist in jedem Falle richtig. Denn angesichts der Zahlen sieht man, dass man auch im Kleinen angefangen große Dinge bewirken kann.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/offenerbrief-ikea

Keine Ikea-Möbel aus Urwald-Zerstörung!

Ikea wirbt mit Nachhaltigkeit. Aber alte Wälder in Europa zerstören, schadet uns allen. Auch Ihnen. Deshalb fordern wir: Ikea, nimm deine Umwelt-Versprechen ernst. Lass uns gemeinsam Wälder schützen statt zerstören.

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Illegal Logging in the Făgăraș Mountains in Romania

Mehr zum Thema

Manicoré-Fluss im Amazonasregenwald, Luftbild

Der Amazonas-Regenwald

Der Amazonas-Regenwald ist einer der wichtigsten, aber bedrohtesten Wälder der Welt. Warum sein Schutz entscheidend ist.

mehr erfahren über Der Amazonas-Regenwald
 Jaguar (Panthera onca) in the Amazon

Schwach, aber besser als nichts

Nachdem lange nicht klar war, ob das EU-Waldschutzgesetz jemals in Kraft treten wird, hat die EU-Kommission jetzt bestätigt: Das Waldgesetz kommt!

mehr erfahren über Schwach, aber besser als nichts
Mit einem Korb voller “giftiger” Südfrüchte, Schutzanzügen und Gasmasken zeigt ein Greenpeace-Aktivist die Gefahren des Handelsabkommens EU-Mercosur. Der Giftpakt soll europäischen Agro-Chemie-Konzernen ermöglichen, noch mehr gesundheitsschädigende Pestizide in Südamerika zu verkaufen. Mit importiertem Obst wie Papayas oder Melonen landen diese Gifte wiederum bei uns auf den Tellern (03/2023 Wien).

Countdown zum EU-Mercosur-Deal

Das EU-Mercosur-Abkommen tritt am 1. Mai in Kraft - allerdings nur vorläufig. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

mehr erfahren über Countdown zum EU-Mercosur-Deal
Soy Plantation in the Amazon

Soja-Händler schnetzeln Waldschutz-Moratorium

Während Brasilien Karneval feiert, beenden Soja-Händler still und leise das Waldschutz-Moratorium. Ohne dieses Schutzabkommen droht dem Amazonas-Regenwald eine neue Welle der Zerstörung.

mehr erfahren über Soja-Händler schnetzeln Waldschutz-Moratorium
Drohnenbild der Rainbow Warrior mit Protestplakat "Action Justice Hope" vor dem Regenwald

Alles zur Weltklimakonferenz COP30

Vom 10.-22. November diskutierten die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) auf der Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien, wie sie die Klimakrise eindämmen können. Ein Überblick.

mehr erfahren über Alles zur Weltklimakonferenz COP30
"Amazonia" Travelling Letters in Berlin

„Unser aller Überleben hängt vom Amazonas ab“

Die Zerstörung durch Agrarunternehmen ist rasant. Otacir Terena spricht anlässlich der COP30 über verlorene Seen, sterbende Fische und was der Schlüssel zur Rettung des globalen Klimas ist.

mehr erfahren über „Unser aller Überleben hängt vom Amazonas ab“