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Totholz im Lübecker Stadtwald
Joerg Modrow / Greenpeace

Bundesumweltministerin Hendricks besucht Lübecker Stadtwald

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Die ökologische Waldnutzung des Lübecker Stadtwaldes ist gut für die Umwelt - und langfristig auch für die Haushaltskasse. Jetzt interessiert sich Ministerin Hendricks für das Konzept.

„Wir wollen den Naturschutz mit der Stadtentwicklung verknüpfen. Die Menschen brauchen Zugang zur Natur, um Erholung im Alltag zu finden“, sagt Hendricks, die das Thema „Grün in der Stadt“ zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt hat. Kein Wunder also, dass sie den Lübecker Stadtwald besucht. Hier darf Totholz herumliegen, das Lebensraum für die allerkleinsten Waldbewohner bietet, und Kinder finden Platz zum Toben – fernab von DIN-genormten Spielplätzen.

Für Hendricks ist der Lübecker Stadtwald aber nicht nur als Naherholungsgebiet interessant. Das Lübecker Forstamt setzt das um, was die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt von allen Besitzern öffentlicher Waldflächen fordert: Zehn Prozent der öffentlichen Wälder sollen bis zum Jahr 2020 einer natürlichen Entwicklung überlassen werden – als Urwälder von morgen. In Deutschland besitzen die Bundesländer die größten öffentlichen Waldflächen – doch die Umsetzung geht schleppend voran.  Wie es gehen kann, macht das Lübecker Forstamt vor. Zehn Prozent der Waldflächen des Stadtwaldes dienen als Referenzflächen nicht nur dem Naturschutz sondern auch den Förstern als Lern- und Vergleichsorte.

 

Ein Idyll – trotz der Bewirtschaftung

Der Lübecker Stadtwald zeigt auch, dass Wirtschaft und Naturschutz sich nicht ausschließen müssen. Das liegt zum großen Teil daran, dass im Wald trotz Forstwirtschaft wachsen darf, was die Natur vorsieht. Die Lübecker sind aber nicht nur wegen der Bedeutung für die Natur von der ökologischen Forstwirtschaft überzeugt. „Gegen die Natur zu arbeiten, kostet langfristig immer Geld“, sagt  Knut Sturm, Bereichsleiter des Lübecker Stadtforstamtes.

Was meint er damit? „Wer zum Beispiel Eichen großflächig in einem Buchenwald anbauen will, wie es in der traditionellen Forstwirtschaft Gang und Gebe ist, muss gegen die Natur ankämpfen, da die Buche die Eiche an vielen Standorten verdrängen würde“, sagt Sandra Hieke, Waldexpertin von Greenpeace. „Dazu sind viele Eingriffe in das Ökosystem Wald nötig: Es müsste Licht für die Eiche geschaffen und der Boden vorbereitet werden, Eichensaat eingebracht oder Eichensetzlinge gepflanzt werden, oft müsste sogar ein teurer Zaun gebaut werden, um die Eiche vor Wildverbiss zu schützen. Das kostet Geld.“

Auch das Lübecker Forstamt hat das Ziel, Holz zu ernten. Es greift aber möglichst wenig in den Wald ein und setzt beispielsweise auf die Baumarten, die die Natur vorgibt. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass die Natur selbst die stabilsten und produktivsten Ökosysteme hervorbringt. So kann hier qualitativ hochwertiges Holz gedeihen.

Auch die Furnierindustrie beklagte vor ein paar Monaten, dass es in Deutschland kaum noch dicke Bäume in der Qualität gäbe, die gebraucht wird, um aus heimischen Hölzern gutes Furnier herzustellen.

Der Lübecker Stadtwald verdient also Beachtung  - und viele Nachahmer. „Ministerin Hendricks hat heute betont, dass sie eine ökologische Waldnutzung und zehn Prozent Waldschutz auch in anderen öffentlichen Wäldern begrüßen würde“, sagt Hieke. „Wir hoffen, dass sie sich dafür stark macht. 

  • Umweltministerin Hendricks, Knut Sturm vom Lübecker Forstamt, Lübecks Umweltsenator Bernd Möller sowie Sandra Hieke von Greenpeace im Lübecker Stadtwald.

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