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Wildkatze
Michael Loewa / Greenpeace

Raum für Storch und Wildkatze

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Wald so weit das Auge reicht: In Deutschlands Westen bietet ein neuer Nationalpark vielen Arten ein zu Hause. Doch unsere Wälder brauchen noch mehr Schutz.

Der neue Nationalpark Hunsrück-Hochwald erstreckt sich mit rund 10.000 Hektar Fläche sowohl über Teile von Rheinland-Pfalz, als auch über Bereiche des Saarlands. Er beherbergt zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten. Am 23. Mai waren mehr als 2000 Besucher bei der Eröffnung des Nationalparks dabei.

„Chance für Regionalentwicklung und sanften Tourismus“

 

„Greenpeace beglückwünscht alle, die sich in ihrer Gemeinde, der Verwaltung oder im Landesparlament für den Nationalpark eingesetzt haben“, sagt Alexander Wenzel, Sprecher der ehrenamtlichen Greenpeace-Gruppe Frankfurt. „Der neue Nationalpark ist ein Gewinn für uns alle. Er bietet große Chancen für die Regionalentwicklung und den Ausbau des sanften Tourismus. Vor allem gibt er schützenswerten Arten wie Wildkatze und Schwarzstorch einen Lebensraum.“ Der Dialog zwischen Politik und Bürgern trug entscheidend dazu bei, dass das Nationalparkprojekt erfolgreich umgesetzt werden konnte.

 

Waldschutz noch verbesserungswürdig

Die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und des Saarlands leisten mit der Einrichtung des Nationalparks einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der sogenannten Nationalen Biodiversitätsstrategie. Die darin enthaltenen Maßnahmen und Ziele zur Erhaltung der Artenvielfalt wurden bereits 2007 von der Bundesregierung verabschiedet. Bis zum Jahr 2020 sollen demnach zehn Prozent der öffentlichen Wälder in Deutschland gesetzlich bindend aus der forstlichen Nutzung genommen werden. Doch dieses Ziel liegt momentan noch in weiter Ferne.

„In Deutschland sind bisher nur 1,9 Prozent der Wälder rechtlich verbindlich vor der Säge sicher. Das ist viel zu wenig!“, sagt Sandra Hieke, Diplom-Forstwirtin und Greenpeace-Expertin für Wälder. „Die Bundesregierung muss weiter an der Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie festhalten und auch international zum Vorbild beim Waldschutz werden. Dafür müssen die Bundesländer weitere Großschutzgebiete ausweisen.“

Die Natur reguliert sich selbst

Für die Schutzkategorie Nationalpark geben die international anerkannten Kriterien der Weltnaturschutzunion IUCN vor, dass sich die Natur auf mindestens 75 Prozent der Fläche selbst überlassen ist. Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald soll dies allerdings erst in 30 Jahren der Fall sein. So lange sind in den Entwicklungszonen noch forstliche Eingriffe erlaubt. Hier sollten die Landesregierungen schnellstmöglich nachbessern. Denn die echten Naturzonen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erstrecken sich derzeit nur über 24 Prozent seiner Fläche – ein geringer Anteil verglichen mit anderen Nationalparks in Deutschland.

Deren Gesamtfläche entspricht einem Anteil von 0,6 Prozent des Bundesgebietes (bezogen auf die Landfläche Deutschlands ohne marine Gebiete). Greenpeace fordert die Landesregierungen deshalb auf, die Maßnahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie konsequenter und schneller umzusetzen – damit die Artenvielfalt in unseren Wäldern wieder eine Chance hat, sich natürlich zu entwickeln.

Feierliche Eröffnung des Nationalparks.

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