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Dammbau in Zentral-Kalimantan
Ardiles Rante / Greenpeace

Greenpeace-Aktivisten helfen bei der Wiedervernässung von Torfmooren in Kalimantan

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Mit Tatkraft gegen Trockenlegungen: Einwohner stauten mit Unterstützung von Greenpeace in Indonesien einen Entwässerungskanal auf – um in dem Gebiet künftig Brände zu verhindern.

Ohnmächtig sahen die Menschen in der Provinz Zentral-Kalimantan ihr Land brennen: Die Feuersbrunst in Indonesiens Regenwäldern wütete hier besonders verheerend. Die rücksichtslosen Rodungen und Entwässerungen, unter anderem für Palmöl- und Zellstoffplantagen, haben schwere Schäden am Ökosystem Wald angerichtet, mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt. Eine davon: die Brände in den vergangenen Monaten. Ihr Rauch überzog ganze Landstriche und macht die dort lebende Bevölkerung krank, Unmengen klimaschädliches CO2 gelangten in die Atmosphäre.

Die trockenen Torfböden brennen wie Zunder, einmal in Brand geraten, ist der Feuer kaum Herr zu werden. Doch man kann den Bränden vorbeugen: In Sebangau stiegen Greenpeace-Aktivisten gemeinsam mit Dorfbewohnern und Freiwilligen der lokalen Organisation „Save Our Borneo“ und der Universität von Palankaraya ins Wasser um einen Entwässerungskanal aufzustauen. Diese Gräben werden von den Plantagenbesitzern gezogen, um das Torfland auszutrocknen und auf dem Boden beispielsweise Ölpalmen zu pflanzen. Die freiwilligen Helfer errichteten eine Konstruktion aus Holzpfählen, die das Ablaufen des Wassers aus den Mooren verhindert. So tragen sie dazu bei, die ausgetrockneten Böden wiederzuvernässen und Feuern zukünftig vorzubeugen.

Maßnahmen wie diese zeigen Wirkung. Indonesiens Präsident Joko Widodo selbst half vor einem Jahr in Sungai Tohor, auf einer Insel vor Sumatra, einen solchen Damm zu errichten  – das Gebiet wurde 2015 von den Feuern weitestgehend verschont.

 

Indonesien ist Weltmeister im Abholzen

Der Präsident mag mit gutem Beispiel vorangegangen sein, doch grundsätzlich hat sich bislang nicht viel verändert. Zwar haben sich Teile der Plantagenindustrie zum Schutz der Regenwälder und Torfmoore verpflichtet, doch im Wald und bei den Menschen kommen diese Zusagen derzeit nicht an: Ein aktueller Greenpeace-Report zeigt, dass große Palmölfirmen die Feuerkrise durch ihre anhaltende Ausbeutung weiterhin anfachen. Und nach wie vor ist Indonesiens Entwaldungsrate traurige Weltspitze.

Es geht bei dem Problem nicht um Indonesien allein: Die Torfmoore binden große Mengen CO2, das durch die Brände in die Atmosphäre gelangt und das Weltklima erwärmt. Indonesien trägt daher eine globale Verantwortung beim Klimaschutz, die von der Weltgemeinschaft anerkannt und unterstützt werden muss – auch auf der gerade stattfindenden UN-Weltklimakonferenz in Paris.

“Präsident Widodo muss sein Versprechen einhalten und den Plantagenfirmen endlich strenge Vorschriften zum Wald- und Torfmoorschutz auferlegen“, sagt Rusmadya Maharuddin, Waldexperte von Greenpeace Indonesien. “Sie müssen rechtlich verpflichtet werden, Kanäle aufzustauen und Torfmoore dauerhaft zu erhalten.“ Benötigt wird eine Politik, die über Torfgebiete hinaus sämtliche Entwaldungen stoppt. Das schließt auch Wälder innerhalb bereits erteilter Konzessionen und Sekundärwälder ein, also jene Wälder, die bereits Spuren industrieller Nutzung tragen.

Doch neben der Industrie steht auch die Regierung selbst in der Pflicht: Sie muss unter anderem genaue Konzessionsdaten öffentlich machen, so dass nachvollzogen werden kann, welche Firmen weiterhin Wälder und Torfmoore zerstören. Bis Indonesien handelt, ist die Bevölkerung gezwungen, das Schicksal ihrer Heimat selbst in die Hand zu nehmen – wie derzeit in Sebangau.

  • Staudammbau in Zentral-Kalimantan

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