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Buchen im Spessart, November 2013
Tanja Barthels / Greenpeace

Überwältigende Mehrheit stimmt für Waldschutz im Hunsrück

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Zum Schutz von Deutschlands alten Wäldern wurde im Jahr 2014 eine Abstimmung zur Einrichtung eines Nationalparks im Hunsrück abgehalten – mit starker Rückendeckung durch die Bevölkerung.

Die wertvollen alten Buchenwälder Deutschlands sind bedroht. Wälder wurden privatisiert und genutzt, die Forstwirtschaft umstrukturiert und mächtig Holz eingeschlagen. Alles, um billig und schnell Holz zu liefern. Da kommt es passend zu Weihnachten, dass nun nach dem im November beschlossenen Nationalpark Schwarzwald auch der Pfalz und dem Saarland ein Nationalpark beschert werden soll. Das Gebiet im Westen des Hunsrücks erstreckt sich über 10.000 Hektar. "Greenpeace begrüßt, dass im Hunsrück ein Nationalpark "Hochwald" eingerichtet werden soll. Damit übernehmen die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und des Saarlands internationale Verantwortung für den Schutz alter Buchenwälder", kommentiert Greenpeace Waldexperte Martin Kaiser.

Fast die ganze regionale Bevölkerung stimmt zu

Das Abstimmungsverfahren läuft seit drei Monaten. In dieser Zeit stimmten 62 von 75 Ortsgemeinden sowie alle drei betroffenen Verbandsgemeinden für den "Hochwald". Gestern endete die Abstimmung mit der Fürsprache der Landkreise Trier-Saarburg und Birkenfeld. Das entspricht 80 Prozent der rheinland-pfälzischen durch die Gremien vertretenden Bürgerinnen und Bürger und 100 Prozent der saarländischen!

Am heutigen Donnerstag nahmen Ulrike Höfken, Umweltministerin von Rheinland-Pfalz und Anke Rehlinger, Umweltministerin des Saarlandes, den Auftrag für den grenzüberschreitenden Nationalpark in Neuhütten entgegen. "Die überwältigende, parteiübergreifende Zustimmung ist das Ergebnis eines einmaligen und vorbildlichen Beteiligungsprozesses", werden sie auf der Seite des Umweltministerium Rheinland-Pfalz zitiert. Das Projekt ziehe sich über die letzten zwei Jahre und sei von über 400 Terminen mit Bürgerarbeitskreisen Unternehmen, Verbänden und Initiativengeprägt gewesen.

Signal für den Waldschutz

Die Landesregierungen der beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland verdienen Lob für die frühzeitige Miteinbeziehung der Bevölkerung in die Planung. 100.000 Menschen leben in dieser Region. Demokratische Einigkeit für den Waldschutz ist ein hervorragendes Signal für künftige Entscheidungen und andere Bundesländer.

"Nun müssen die Landesregierungen dafür sorgen, dass mindestens 75 Prozent der zukünftigen Nationalparkfläche der natürlichen Waldentwicklung überlassen werden", erklärt Kaiser. So wird der Nationalpark vorbildhaft in Deutschland und kann eine internationale Auszeichnung bekommen. "Waldnationalparks sind nicht nur wichtig für Luchs, Wildkatze, Mittelspecht und Halsbandschnäpper, sondern auch für eine nachhaltige Regionalentwicklung in strukturschwachen Räumen", so Kaiser.

Das Gesetzgebungsverfahren zur Einrichtung des "Hochwaldes" soll nächstes Jahr vollzogen werden, sodass im Frühjahr 2015 der 16. Nationalpark Deutschlands eingeweiht werden könnte.

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