Jetzt spenden
AktionWienEULAKGipfel
Greenpeace/Valerie Rosenburg

Königlicher Protest gegen Umweltverschmutzung

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Ein Protest der etwas anderen Art hat am Freitag die Teilnehmer des EU-Lateinamerika-Gipfels (EULAC) in Wien überrascht. Die Greenpeace-Aktivistin und argentinische Sambakönigin Evangelina Carrozo mischte sich bei dem traditionellen Gruppenfoto unter die Staats- und Regierungsschefs. In typischer Sambakleidung protestierte sie mit ihrem Auftritt gegen die Errichtung einer der größten Zellstofffabriken Südamerikas an der Grenze zwischen Argentinien und Uruguay.

Die Fabrik soll an dem für die Bevölkerung wichtigen Uruguay-Fluss gebaut werden, der mit seinen letzten 300 Kilometern die Westgrenze Uruguays bildet. Eine Verschmutzung dieser Region würde mit dem Bau besiegelt, denn die Zellstofffabriken sollen die veraltete und umweltzerstörende Methode der Chlorbleiche anwenden. Verantwortlich für dieses Projekt ist der finnische Papierriese Botnia.

Botnia nutzt diese Region, um den steigenden Papierbedarf in Europa zu decken. Sie wollen den dreckigen Teil der Produktion bei uns in Südamerika machen und den sauberen Teil in Europa, sagt Greenpeace Umweltexpertin Paula Bufman. Auch auf der diplomatischen Ebene hat das Projekt bereits zu einer Krise zwischen den beiden Nachbarn geführt. Argentinien hat Uruguay kürzlich vor dem internationalen Gerichtshof angeklagt.

Spielt nicht mit Amazonien!

Leider nur eins von vielen Unheilen, das Südamerika droht. Schon am Donnerstag haben Greenpeace-Aktivistinnen auf dem Maria-Theresien-Platz in Wien gegen die Zerstörung des Regenwalds protestiert. Bekleidet mit den Trikots der brasilianischen Fußballmannschaft forderten sie vom Präsidenten des Landes Luiz Inacio Lula da Silva: Nao brinquem com Amazonia! (Spielt nicht mit Amazonien!). Lula traf sich zu der Zeit gerade mit den anderen Gipfelteilnehmern auf der anderen Straßenseite in der Wiener Hofburg.

In Brasilien wird durchschnittlich pro Minute Regenwald in der Größe von sechs Fußballfeldern vernichtet. Aus Gier nach billigem Fleisch in Europa muss der Urwald riesigen Sojafeldern weichen. Die Soja dient in Europa als Tierfutter und je billiger sie angebaut werden kann, desto billiger wird hier das Fleisch.

Brasilien ist nicht nur im Fußball an der Weltspitze, es ist leider auch Weltmeister in Sachen Regenwald-Zerstörung. Für billiges Fleisch und kurzfristige Profite setzt Brasilien einmalige Lebensräume aufs Spiel, ohne Rücksicht auf ökologische und soziale Konsequenzen., sagt Christoph Thies, Greenpeace-Waldexperte.

Um die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien aufzuhalten, müssen dringend zusammenhängende Schutzgebiete geschaffen werden, fordert Thies. Es ist die Verantwortung der brasilianischen Regierung, diese zu etablieren.

(Autorin: Petra Fischer)

  • WienFussbalProtest

    WienFussbalProtest

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie
Wir essen Amazonien auf

Wir essen Amazonien auf

Anzahl Seiten: 4

Dateigröße: 180.73 KB

Herunterladen

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/offenerbrief-ikea

Keine Ikea-Möbel aus Urwald-Zerstörung!

Ikea wirbt mit Nachhaltigkeit. Aber alte Wälder in Europa zerstören, schadet uns allen. Auch Ihnen. Deshalb fordern wir: Ikea, nimm deine Umwelt-Versprechen ernst. Lass uns gemeinsam Wälder schützen statt zerstören.

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Illegal Logging in the Făgăraș Mountains in Romania

Mehr zum Thema

Mit einem Korb voller “giftiger” Südfrüchte, Schutzanzügen und Gasmasken zeigt ein Greenpeace-Aktivist die Gefahren des Handelsabkommens EU-Mercosur. Der Giftpakt soll europäischen Agro-Chemie-Konzernen ermöglichen, noch mehr gesundheitsschädigende Pestizide in Südamerika zu verkaufen. Mit importiertem Obst wie Papayas oder Melonen landen diese Gifte wiederum bei uns auf den Tellern (03/2023 Wien).

Countdown zum Mercosur-Deal

Nach 25 Jahren steht der umstrittene Handelspakt kurz vor der Besiegelung. Doch der Widerstand bleibt groß. Das EU-Parlament hat nun entschieden, dass dieser kritische Deal vom EUGH geprüft wird.

mehr erfahren über Countdown zum Mercosur-Deal
Amazonas Regenwald

EU sägt am Waldschutzgesetz

Erst versprochen, dann vertagt und schließlich zerfleddert: Das EU-Waldschutzgesetz wird zur traurigen Bescherung. Greenpeace warnt vor einem Kahlschlag beim Klimaschutz.

mehr erfahren über EU sägt am Waldschutzgesetz
Bauer in seinem Soja-Feld

Soja-Industrie schnetzelt Waldschutz

Brasiliens Soja-Moratorium erfährt herben Rückschlag! Das Abkommen gilt als Meilenstein gegen Abholzung und für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes.

mehr erfahren über Soja-Industrie schnetzelt Waldschutz
Drohnenbild der Rainbow Warrior mit Protestplakat "Action Justice Hope" vor dem Regenwald

Alles zur Weltklimakonferenz COP30

Vom 10.-22. November diskutierten die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) auf der Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien, wie sie die Klimakrise eindämmen können. Ein Überblick.

mehr erfahren über Alles zur Weltklimakonferenz COP30
"Amazonia" Travelling Letters in Berlin

“Unser aller Überleben hängt vom Amazonas ab”

Die Zerstörung durch Agrarunternehmen ist rasant. Otacir Terena spricht anlässlich der COP30 über verlorene Seen, sterbende Fische und was der Schlüssel zur Rettung des globalen Klimas ist.

mehr erfahren über “Unser aller Überleben hängt vom Amazonas ab”
Faultier in Großaufnahme

So spannend sind die entspannten Tiere!

Am Internationalen Tag des Faultiers feiern wir den Meister der Entschleunigung – mit sechs überraschenden Insights über das wohl gelassenste Tier der Welt.

mehr erfahren über So spannend sind die entspannten Tiere!