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clearcut Lapland

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Was hier an Bastelspaß und Weihnachtskarten gezeigt wird, ist ja nur das eine Ende der Fahnenstange, erklärt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace. Bei Papier kommt es eben nicht nur drauf an, was man draus macht, sondern auch woher die Rohstoffe kommen. Und da ist die Messe paperworld so etwas wie das Jahrestreffen der finnischen Urwaldzerstörer.

Aus dem finnischen Urwald in den deutschen Zeitungsständer

Über die Abholzungen in den letzten Urwäldern im finnischen Teil Lapplands, die seit Dezember 2006 stattfinden, wird ungern gesprochen. Dabei ist die Holzgier der drei Papierhersteller ausschlaggebend für den erneuten Kahlschlag im Urwald. Allein in den vergangenen acht Wochen sind rund 3.000 Hektar Urwald in Lappland zerstört worden.

Die neuen Einschläge beenden eine dreijährige Ruhepause. Im Frühling 2003 hatte das Forstamt nach Protesten von Greenpeace und anderen Umweltschutzgruppen sowie durch Intervention vieler europäischer Papierkunden den Einschlag in diesen Urwäldern eingestellt.

Der finnische Urwald zeichnet sich dadurch aus, dass dort Bäume jeden Alters zu finden sind - von den kleinen einjährigen Trieben bis hin zu über 600 Jahre alten Kiefern. Aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen wächst der Wald sehr langsam. Der Einschlag hat daher besonders langwierige Folgen.

Das Holz aus der Urwaldzerstörung wird von Stora Enso und Metsä-Botnia zu Zellstoff verkocht und dieser von M-Real, UPM-Kymmene und Stora Enso zu Papier verarbeitet. Das landet dann in Deutschland, denn Deutschland ist der wichtigste Papierabnehmer Finnlands. Als Wochenmagazin oder Kopierpapier kann man das Papier dann in vielen deutschen Haushalten finden.

Mehr CO2 ohne Urwälder

Was wenige Menschen wissen: Die Urwaldzerstörung beschleunigt den Klimawandel. Die Entwaldung durch den Menschen ist für immerhin 18 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Das ist so viel wie der Transportsektor verursacht.

Werden nordische Wälder abgeholzt, wird das im Boden gespeicherte Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt. Werden Wälder abgebrannt, wird der Kohlenstoff im Holz als Kohlendioxid direkt an die Luft abgegeben.

Die Umwelt leidet aber noch auf anderem Wege: Über 80 Prozent der ursprünglichen Urwälder der Erde sind bereits zerstört oder in artenarme Plantagen umgewandelt. Durch diesen Verlust an geeignetem Lebensraum sterben mehr und mehr Tier- und Pflanzenarten aus. Schätzungen führender Wissenschaftler zufolge verschwinden jeden Tag über 100 Arten.

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