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Eine Indigene bei einer Kundgebung
© Diego Baravelli / Greenpeace

Ein Sieg für sie ist ein Sieg für uns alle

Update vom 03.09.2021:

Der oberste Gerichtshof hat die wegweisende Entscheidung zu den Landrechten Indigener erneut verschoben. Die Verhandlungen werden Mitte nächster Woche fortgesetzt.

Im Rahmen des Camps „Kampf für das Leben" (#LutapelaVida) haben sich tausende Aktivist:innen aus allen Regionen Brasiliens zusammengeschlossen. Sie demonstrieren gegen die Indigenen-feindliche Politik der Regierung und für den Schutz ihres Landes. Es ist die größte indigene Demonstration in der Geschichte Brasiliens. Zu den Protesten aufgerufen hatte die Vereinigung der indigenen Völker in Brasilien (Apib).

Gericht fällt Urteil über Landrechte 

Die letzten zwei Wochen waren von entscheidender Bedeutung, da der Oberste Gerichtshof Brasiliens über einen Rechtsfall entscheidet, der die Landrechte der Indigenen stark einschränken könnte. Der UN-Sonderberichterstatter für die Rechte indigener Völker warnte, dass dieses Urteil Gewalt gegen indigene Völker legitimieren und Konflikte im Amazonas-Regenwald und anderen Gebieten anheizen könnte. Das Urteil wird in den kommenden Tagen erwartet.

Die Menschenrechte und das Land der indigenen Völker sind durch die brasilianische Verfassung von 1988 geschützt. Trotzdem sind Hunderte von indigenen Gebieten noch nicht einmal offiziell von der Regierung anerkannt worden. Obwohl die Indigenen seit jeher das Land bewohnen, soll mit dem Gerichtsurteil eine willkürliche, neue Regelung in Kraft treten. Sie sieht vor, dass indigene Landansprüche nur dann gültig sind, wenn die Gemeinschaften die Gebiete bereits 1988 bewohnten – als  die Verfassung in Kraft trat. Dies nachzuweisen ist schon aus dem Grund absurd, weil viele Indigene während der Militärdiktatur aus ihren Gebieten vertrieben wurden.

Ein solches Urteil würde die gesamte Geschichte der Vertreibung indigener Völker Brasiliens durch staatliche Behörden in den letzten vier Jahrhunderten verleugnen.

Landraub und Naturzerstörung

Der brasilianische Kongress treibt bereits seit längerem Gesetze voran, die Landraub erlauben, Naturzerstörung erleichtern und die Rechte Indigener einschränken. Die Agrarindustrie und der Bergbau unterstützt dies. Die beiden Wirtschaftszweige haben ein Eigeninteresse daran, indigene Völker von ihrem Land zu vertreiben. Sie wollen es für Plantagen oder Minen nutzen. Alle diese Gesetzesänderungen würden die über 100 offiziell anerkannten, unkontaktierten und isolierten indigenen Völker Brasiliens besonders schwer treffen.

Verbündete im Klimaschutz 

Indigene stehen an vorderster Front im Kampf gegen die unumkehrbare Klimakrise. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen birgt das Land, auf dem indigene Völker leben, 80 Prozent der verbliebenen Artenvielfalt der Welt. Ihr Land ist außerdem ein natürlicher Kohlenstoffspeicher, der entscheiden ist, um der globalen Klimakrise zu begegnen. Verlieren wir den Amazonas-Regenwald, verlieren wir auch das Ringen um echten Klima- und Naturschutz.

Unser Beitrag

Was in Brasilien geschieht, macht betroffen und scheint gleichzeitig weit weg – doch auch wir haben die Verantwortung, den einzigartigen Amazonas-Regenwald zu erhalten. Denn leider tragen wir in Europa zur Waldzerstörung bei. Gleichzeitig sind die Folgen der Klimakrise global zu spüren. Ideen, wie die Indigenen im Kampf für ihren Lebensraum unterstützt werden können, finden Sie hier.

(Stand: 01.09.2021)

  • Ein indigener Mann streckt die Faust in die Höhe

    In Brasilien findet die größte Demonstration Indigener aller Zeiten statt.

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  • Die Demonstrierenden tragen ein großen Sarg mit sich

    Der Sarg symbolisiert die indigenen Rechte, die zu Grabe getragen werden.

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  • Indigene bilden eine Menschenkette bei der Demonstration

    Rund 6.000 Menschen nehmen an der Demonstration teil.

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