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Toter Paranussbaum auf einer Viehweide, Juli 2008
Werner Rudhart / Greenpeace

Greenpeace und JBS nehmen erneut Verhandlungen auf

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Greenpeace Brasilien und JBS, der weltweit größte Handelskonzern für Rindfleisch, sind gemeinsam einen wichtigen Schritt zur vollständigen Umsetzung des sogenannten Rindfleisch-Abkommens von 2009 gegangen. Die Wiederaufnahme der Verhandlung spielt eine entscheidende Rolle für den Erhalt des Regenwaldes in Brasilien.

Kunden und Bürger aus aller Welt akzeptieren keine Produkte wie Leder oder Fleisch, die mit Waldzerstörung in Verbindung gebracht werden. Eine Null-Abholzungspolitik ist möglich! Die Unternehmen, Regierungen und Konsumenten tragen dabei die einschneidende Verantwortung! sagt Marcelo Furtado, Geschäftsführer von Greenpeace Brasilien.

Die Rinderzucht auf illegal gerodeten Waldflächen gilt als eine der Hauptursachen der Regenwaldvernichtung in der Amazonasregion Brasiliens. Vor drei Jahren unterzeichneten JBS und andere Schlachthauskonzerne daher das öffentliche Rindfleisch-Abkommen.

Die Konzerne verpflichteten sich, keine Fleischzulieferer aus Amazonien unter Vertrag zu nehmen, die nach 2009 ihren Grundbesitz abholzten, um Weideland zu gewinnen. Zudem sollen die Lieferverträge mit Rinderfarmen gekündigt werden, auf denen Arbeiter ausgebeutet werden. Ebenso wenn Weideland innerhalb des Landbesitzes der Ureinwohner oder offizieller Schutzgebiete errichtetet wird. Außerdem soll ein Umweltverträglichkeits- und Landkatastersystem eingerichtet werden, das erlaubt die Herkunft des Rindfleisches bis an seinen ursprünglichen Produktionsort zurück zu verfolgen.

JBS nimmt rechtliche Schritte gegen Greenpeace Brasilien zurück

Nachdem Greenpeace Anfang 2012 in einem Report öffentlich machte, dass erhebliche Lücken im Umweltkontrollsystem von JBS vorhanden sind, verklagte der Konzern Greenpeace Brasilien wegen Verleumdung. Er setzte eine einstweilige Verfügung durch, nach der Greenpeace Brasilien nicht mehr über JBS berichten durfte.

Die Verhandlungen wurden nun erneut aufgenommen und JBS hat die rechtlichen Schritte gegen Greenpeace zurückgenommen. Außerdem veröffentlichte der Konzern ein unabhängiges Gutachten zum Zustand seiner Produktionskette in Bezug auf die Umweltverträglichkeit.

Erhalt der Waldbestände

Durch die Stellung von JBS als weltgrößter Fleischproduzent sind seine Verantwortung und Einflussmöglichkeiten auf den Lebensmittelmarkt sehr groß. Daher ist die aktuelle Ankündigung des Konzerns nicht nur für das Fortkommen des Rindfleisch-Abkommens wichtig, sondern auch um das Problem der Waldzerstörung generell zu lösen.

Mit der öffentlichen Verpflichtung durch JBS, bekräftigen wir unser Ziel, Produktion und den Schutz der Wälder in Einklang zu bringen, verkündet José Augusto de Carvalho Junior, Präsident von JBS Mercosul.

Das Unternehmen stellte zusätzlich einen Arbeitsplan auf, welcher die Zielvorgaben, die grundlegende Methodik und den Zeitplan des Abkommens von 2009 aufgreift. Darin wird auch die Veröffentlichung eines jährlichen Gutachtens angekündigt, welches die Einhaltung der Verpflichtungen gegen die Urwaldzerstörung in Amazonien prüft.

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