Jetzt spenden
Der Rio Negro im Amazonas-Regenwald 05/15/2006
Markus Mauthe / Greenpeace

Düstere Aussichten für Brasiliens kostbaren Regenwald

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Der 25. Mai 2011 war ein schwarzer Tag für Amazoniens Urwald. Er begann mit einem Auftragsmord und endete mit einem starken parlamentarischen Votum für mehr Urwaldzerstörung. 

Noch nie sei der Urwald in Amazonien so bedroht gewesen, schrieb Paulo Adario, Leiter der Greenpeace-Waldkampagne in Brasilien, in einem Blogbeitrag. Es begann am Morgen mit dem Mord an Joao Claudio Ribeiro und Maria do Espirito Santo. Und es endete mit der niederschmetternden Nachricht, dass die meisten Kongressabgeordneten zugestimmt hatten, unser Waldgesetz abzuschießen.

Joao Claudio Ribeiro war in Brasilien seit langem als Urwaldschützer bekannt. Er hatte wiederholt Morddrohungen von Holzfällern und Rinderzüchtern erhalten. Jetzt wurden Ribeiro und seine Frau im Naturschutzgebiet Praialta-Piranheira erschossen aufgefunden. Praialta-Piranheira liegt im Bundesstaat Pará, der die meisten solcher Morde verzeichnet. Die wenigsten werden aufgeklärt.

Im brasilianischen Kongress war am Abend desselben Tages nach längerer öffentlicher Debatte über eine Abschwächung des Waldgesetzes abgestimmt worden. Vor allem die Agrarlobby - Großgrundbesitzer, Farmer, Viehzüchter - hatte sich massiv dafür eingesetzt, mehr Urwald als bisher legal abholzen zu dürfen und alle bisherigen illegalen Rodungen zu amnestieren. Die meisten Abgeordneten stimmten für diese Änderungen.

Schon die Debatte hatte verheerende Folgen für den Urwald und die Gemeinden, die dort leben: Die Farmer beeilten sich, möglichst viel abzuholzen, in der Erwartung, nach dem neuen Waldgesetz straffrei davonzukommen. Die Entwaldungsrate stieg innerhalb kürzester Zeit um ein Vielfaches. Sie fangen schon an, bevor die Tinte unter dem neuen Gesetz trocken ist, so Adario.

Bevor das neue Waldgesetz in Kraft tritt, muss der brasilianische Senat noch zustimmen. Schließt er sich der Mehrheit im Kongress an, kann nur noch Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff mit ihrem Veto die Katastrophe für Amazoniens Urwald verhindern.

Zum Weiterlesen:

Brasiliens neue Präsidentin und der Amazonas-Urwald

Gerechtigkeit auf Brasilianisch

  • Mangroven-Wälder im Staat Bahia / Brasilien 04/15/1999

    Mangroven Wälder

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/offenerbrief-ikea

Keine Ikea-Möbel aus Urwald-Zerstörung!

Ikea wirbt mit Nachhaltigkeit. Aber alte Wälder in Europa zerstören, schadet uns allen. Auch Ihnen. Deshalb fordern wir: Ikea, nimm deine Umwelt-Versprechen ernst. Lass uns gemeinsam Wälder schützen statt zerstören.

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Illegal Logging in the Făgăraș Mountains in Romania

Mehr zum Thema

Mit einem Korb voller “giftiger” Südfrüchte, Schutzanzügen und Gasmasken zeigt ein Greenpeace-Aktivist die Gefahren des Handelsabkommens EU-Mercosur. Der Giftpakt soll europäischen Agro-Chemie-Konzernen ermöglichen, noch mehr gesundheitsschädigende Pestizide in Südamerika zu verkaufen. Mit importiertem Obst wie Papayas oder Melonen landen diese Gifte wiederum bei uns auf den Tellern (03/2023 Wien).

Countdown zum Mercosur-Deal

Nach 25 Jahren steht der umstrittene Handelspakt kurz vor der Besiegelung. Doch der Widerstand bleibt groß. Das EU-Parlament hat nun entschieden, dass dieser kritische Deal vom EUGH geprüft wird.

mehr erfahren über Countdown zum Mercosur-Deal
Amazonas Regenwald

EU sägt am Waldschutzgesetz

Erst versprochen, dann vertagt und schließlich zerfleddert: Das EU-Waldschutzgesetz wird zur traurigen Bescherung. Greenpeace warnt vor einem Kahlschlag beim Klimaschutz.

mehr erfahren über EU sägt am Waldschutzgesetz
Bauer in seinem Soja-Feld

Soja-Industrie schnetzelt Waldschutz

Brasiliens Soja-Moratorium erfährt herben Rückschlag! Das Abkommen gilt als Meilenstein gegen Abholzung und für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes.

mehr erfahren über Soja-Industrie schnetzelt Waldschutz
Drohnenbild der Rainbow Warrior mit Protestplakat "Action Justice Hope" vor dem Regenwald

Alles zur Weltklimakonferenz COP30

Vom 10.-22. November diskutierten die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) auf der Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien, wie sie die Klimakrise eindämmen können. Ein Überblick.

mehr erfahren über Alles zur Weltklimakonferenz COP30
"Amazonia" Travelling Letters in Berlin

“Unser aller Überleben hängt vom Amazonas ab”

Die Zerstörung durch Agrarunternehmen ist rasant. Otacir Terena spricht anlässlich der COP30 über verlorene Seen, sterbende Fische und was der Schlüssel zur Rettung des globalen Klimas ist.

mehr erfahren über “Unser aller Überleben hängt vom Amazonas ab”
Faultier in Großaufnahme

So spannend sind die entspannten Tiere!

Am Internationalen Tag des Faultiers feiern wir den Meister der Entschleunigung – mit sechs überraschenden Insights über das wohl gelassenste Tier der Welt.

mehr erfahren über So spannend sind die entspannten Tiere!