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Deni halten ein Schild, das ihre legalen Rechte an ihrem traditionellen Land bescheinigt. 2003/05/10
Flavio Cannalonga / Greenpeace

Deni-Volk feiert Sieg über Korruption und Ignoranz

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Sie hätten beinahe ihre Lebensgrundlage verloren - ihr Land. Doch nach vielen Jahren haben die Deni-Indianer den Kampf um 1,5 Millionen Hektar Amazonas-Regenwald gewonnen. Greenpeace hat sie dabei unterstützt. Viele Jahre nach dem Sieg über Korruption und die brasilianische Regierung feiern die Deni jetzt ganz offiziell den Territorial Management Plan of the Deni Indigenous Land. Doch noch ist nicht alles gewonnen.

Die indigenen Deni im Amazonas-Regenwald leben im, vom und mit dem Wald. Sie zerstören ihn nicht mutwillig, sondern leben im Einklang mit der Natur. Genau dieses Leben sahen die Deni in den 80er Jahren von den Holzkonzernen bedroht. Um ihre Heimat und ihr Leben zu retten, leiteten sie erste Demarkierungsmaßnahmen ein. Sie wollten, dass ihr Land offiziell anerkannt wird. Dass nur sie das Recht haben, über dieses Land zu bestimmen.

Die selbstständig gesetzen Grenzen der Deni wurden jedoch gleich von der Regierung wertlos gemacht. Die Grenzen müssten klar erkennbar sein - aus der Luft und vom Wasser aus, so die Ansage der Regierung. Erst dann würden sie staatlich anerkannt. Die brasilianische Regierung half dabei aber nicht. Fast 20 Jahre lang warteten die Deni vergeblich auf Anerkennung und Hilfe.

Greenpeace legt Holzunternehmen das Handwerk

In dieser langen Wartezeit braute sich das nächste Unheil zusammen. Das malaysische Holzunternehmen WTK hatte bereits ohne das Wissen der Deni illegal Land erworben - Teile davon waren Deni-Land. WTK wollte das Land abholzen. Greenpeace erfuhr 1999 von dem illegalen Verkauf und benachrichtigte die Deni. Die Zusammenarbeit der Deni mit Greenpeace begann.

Greenpeace startete eine große Kampagne gegen WTK mit dem Ergebnis, dass die britischen Importeure, Hauptabnehmer des Amazonas-Sperrholzes, ihre Verträge kündigten. Danach trat auch WTK öffentlich von seinen geplanten Investitionen in Amazonien zurück. Außerdem willigte das Unternehmen ein, das Deni-Territorium zu respektieren und den Demarkationsprozess nicht anzufechten.

{image_r}Doch damit war der Kampf noch nicht beendet. Noch immer musste das Land markiert werden, um es vor erneuten Angriffen der Holzwirtschaft zu schützen. Daher begannen die Deni, zusammen mit Greenpeace-Aktivisten aus acht Ländern Schneisen als Grenzstreifen in den Dschungel zu schlagen. Schilder mit dem Satz "Betreten verboten - Deni Land" wurden unter anderem an Bächen und Flüssen aufgestellt.

Offizielle Anerkennung des Landes

Diese Demarkationsarbeit - vom Land und vom Wasser aus sichtbar - brachte den Erfolg: Das Land der Deni wurde offiziell anerkannt. Zudem bekamen sie das Recht, Eindringlinge jederzeit zu vertreiben - egal ob diese es auf Holz, Öl oder Gold abgesehen haben. Das unveräußerliche Recht der Deni am Wald steht jetzt unter dem Schutz des Bundesstaates und kann gerichtlich eingefordert werden.

Die Regierung verpflichtete sich am 9.Oktober 2001 mit der offiziellen Anerkennung des Landes, die begonnene Markierung abzuschließen. Dieses Versprechen löste sie zwei Jahre später ein. Der Beginn der offiziellen Demarkation ist ein historischer Moment für Greenpeace und für die Deni, sagte damals Greenpeace-Waldexperte Paulo Adario. Wir sind glücklich - und die gesamte Organisation kann stolz sein auf das, was erreicht worden ist. Wir danken allen, die dabei geholfen haben!

Im März 2003 begann die offizielle Demarkierung des Deni-Landes durch brasilianische Behörden. Eine aus der Luft und vom Wasser sichtbare Grenze wurde um 1500 Quadratkilometer Indianerland gezogen. Eine Grenze, die vor allem die zerstörerische Holzindustrie vom Land der Deni fernhalten soll.

Die nächste Gefahr

Jetzt, zehn Jahre nach der offiziellen Anerkennung im Oktober 2001, haben die Deni eine Zeremonie am Fluss Xeruan abgehalten. Dabei stellten sie auch den "Ibure'i hanahanu Ikanade shunu Deni Ihadekha" vor, einen Gebiets-Management-Plan für das Deni-Land. Der Schutz dieses Landes ist zum Teil auch ein großer Erfolg für Greenpeace. Gemeinsam mit dem indigenen Volk haben sie gearbeitet, geschwitzt und gewonnen.

Doch die Gefahr für den Amazonas-Regenwald und auch für das Land der Deni ist damit keineswegs gebannt. In den letzten Jahren ist die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes immer weiter angestiegen. Und auch das Deni-Land ist durch eine eventuell anstehende Änderung des "Forest Code" in Gefahr. Denn das brasilianische Waldgesetz soll gelockert werden. So sollen beispielsweise die Strafen für illegale Abholzung für fünf Jahre entfallen, Schutzgebiete sollen verringert werden und auch eine gesetzliche Wiederaufforstung der Wälder auf dem eigenen Territorium könnte nur noch ab einer bestimmten Farmgröße festgeschrieben sein. Dies kann zur Folge haben, dass die Landbesitzer ihr Land einfach in kleinere Gebiete aufteilen und eine Gesetzeslücke zur Abholzung nutzen.

Bauern und Holzfällern kommt diese Gesetzeslockerung entgegen. Der größte CO2-Speicher der Welt würde mit dem neuen Waldgesetz aber immer weiter schrumpfen.

Greenpeace fordert deshalb von der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff, dass sie sich für den Schutz des Waldes einsetzt. Sie kann eingreifen und Brasilien als globales Vorbild für den Schutz der Wälder etablieren.

  • Grenzstein:  Der Demarkations-Prozess schützt das Land der Deni 2003/05/10

    Grenzstein

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  • Deni-Häuptling Vaisuvi und Greenpeacer vermessen das Land der Deni 2001/02/01

    Land der Deni-Indianer

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  • Greenpeace-Aktivisten und Deni besprechen die Vermessung ihres Landes im brasilianischen Regenwald 2001/02/01

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