Skip to main content
Jetzt spenden
Illegaler Holzeinschlag im Amazonas
Rodrigo Baléia / Greenpeace

1,7 Millionen Kubikmeter Holz illegal gehandelt

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Zahlreiche Holzfirmen in Brasilien werden beschuldigt, sich mit der Hilfe von Computerkriminellen illegale Abholzgenehmigungen besorgt zu haben. Auf diese Weise haben mindestens 1,7 Millionen Kubikmeter Holz den Amazonas illegal verlassen. Wie Greenpeace Brasilien von der ermittelnden Staatsanwaltschaft erfuhr, sollen 107 größere und kleinere Firmen beteiligt gewesen sein.

Eigentlich verstand sich der brasilianische Bundesstaat Pará als gut gerüstet gegen illegalen Einschlag und unerlaubtem Handel mit Regenwaldholz: Mithilfe eines Computersystems wurden die Waldwirtschaftsgenehmigungen seit zwei Jahren zentral erstellt und mit der Gesamtmenge des ausgelieferten Holzes abgeglichen. Sobald die staatlichen Vorgaben erreicht sind, stoppt die Ausgabe der Genehmigungen. Auf diese Weise sollte sicher gestellt werden, dass nicht mehr Regenwald abgeholzt wird, als durch Aufforstungsmaßnahmen nachwachsen wird.

Allerdings ließ sich das System offenbar von den Behörden unbemerkt austricksen. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, dass dieses Kontrollsystem umgangen werden kann, so der Greenpeace-Experte im Amazonas-Büro in Manaus, André Muggiati. Durch die kriminelle Manipulation des Genehmigungssystems haben diese Firmen ihre Holzlieferungen legal und in Einklang mit den Waldmanagement-Plänen aussehen lassen. In Wirklichkeit aber handelten sie mit illegalem Holz, was das Problem der Regenwaldzerstörung noch verschlimmert.

Die Angst vor Strafverfolgung scheint nicht sonderlich groß zu sein, so Mugiatti. Brasilien gelte als Hauptstadt des Hackings und habe schon in der Vergangenheit durch Hacker-Skandale auf sich aufmerksam gemacht. Und etwa die Hälfte der jetzt betroffenen Unternehmen sind bereits in Strafverfahren verwickelt.

Doch nun will der brasilianische Staat, der seit 2007 ermittelt, die betroffenen Firmen auf etwa 820 Millionen US Dollar Schadensersatz verklagen. Es geht immerhin um die enorme Menge von 1,7 Millionen Kubikmeter Holz von illegal gefällten Bäumen. (Zum Vergleich: das entspricht der Füllmenge von 780 olympischen Schwimmbecken) Ein dringend notwendiges Zeichen auch angesichts der Pläne des brasilianischen Parlamentes, mittels einer Änderung des Forstgesetzes die legalen Abholzungsquoten zu erhöhen. Das Einzige jedoch, was aus Sicht von Greenpeace wirklich gegen illegale Abholzung hilft, ist ein eindeutiges Verbot, das keinerlei Spielräume offen lässt.

Mehr zum Thema

Aktivistin hält Banner vor dem CityCube Berlin

EU-Mercosur-Abkommen

  • 19.01.2023

Gift für den Amazonas-Regenwald, Gift fürs Klima, Gift für unsere Limetten. Gestatten: Das EU-Mercosur-Abkommen.

mehr erfahren
Amazonas Regenwald

Endlich da! Ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 08.12.2022

Ein Gesetz soll zukünftig verhindern, dass Produkte aus Waldzerstörung in der EU auf den Markt gelangen.

mehr erfahren
Greenpeace Aktive stehen an Bord eines Frachters. Sie haben ein Banner mit der Aufschrift "European Ministers, protect out forests!" an der höchsten Stelle des Schiffs befestigt.

Nordische Wälder enden als Verpackungsmüll

  • 04.11.2022

Holz aus nordischen Wäldern landet als kurzlebige Einwegverpackung in den Supermarktregalen der EU. Aktivist:innen protestieren gegen das Verladen von Papierrollen im Hafen von Lübeck.

mehr erfahren
“Amazon We Need” Expedition in the Amazon in Brazil - Moritz Jahn

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren
Dom Phillips and Bruno Pereira

Aktivisten im Amazonasgebiet tot aufgefunden

  • 16.06.2022

Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Die im brasilianischen Amazonasgebiet verschwundenen Aktivisten sind tot. Greenpeace fordert eine transparente Aufklärung.

mehr erfahren