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Totholz in einem Buchenwald im Spessart im Januar 2011
© Oliver Soulas / Greenpeace

Buchenwälderkampagne: Häufige Fragen

Warum fordert Greenpeace einen Einschlagstopp für Buchenwälder, die älter als 140 Jahre sind?

Von Natur aus wäre fast ganz Deutschland von sehr alten Buchenwald-Gesellschaften mit all ihren Urwaldarten geprägt. Heute ist lediglich ein Drittel der Landfläche bewaldet, davon 14 Prozent mit Buchenwäldern. Die ökologisch hochwertigen Waldbestände über 140 Jahre sind sogar nur noch auf knapp drei Prozent der Waldfläche zu finden. Erschreckend wenig! Diese Restbestände dürfen nicht der Säge zum Opfer fallen.

Wenn zehn Prozent der öffentlichen Wälder aus der Nutzung genommen werden, was passiert dann auf den übrigen 90 Prozent?

Auf den übrigen 90 Prozent wird weiter Holz genutzt - allerdings sehr viel weniger, als derzeit von vielen öffentlichen Waldbesitzern praktiziert wird und unter Wahrung der natürlichen Prozesse eines Waldes. Eine ökologische Waldnutzung heißt: Auf großer Fläche werden nur vereinzelt dicke Bäume entnommen und andere können nachwachsen. So entstehen keine Kahlflächen. Gifte und Dünger sind verboten und während der Vogelbrut findet keine Holznutzung statt.

Müssen wir denn nicht unser Holz aus anderen Ländern importieren, wenn wir die deutschen Buchenwälder schützen?

Die Nachfrage nach Holzprodukten in Deutschland kann auch mit deutlich verringerter Holznutzung gedeckt werden. Die deutsche Papier- und Holzindustrie ist innerhalb weniger Jahre zur Nummer 2 der Exportnationen aufgestiegen (nach China, noch vor USA, Kanada, Finnland und Schweden). Am meisten hat die Papierindustrie davon profitiert. Und Papier ist definitiv ein Rohstoff, den wir drastisch einsparen sollten. Der Energiehunger darf nicht zu einer Plünderung unserer Wälder für die kommerzielle Nutzung führen.

Wenn das Ziel, zehn Prozent aus der Nutzung zu nehmen, schon in der Nationalen Biodiversitätsstrategie festgelegt ist: Warum können die Förster das einfach so umgehen?

Es sind nicht die Försterinnen und Förster, die dieses Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie für öffentliche Wälder umgehen, sondern die Vorstände der Landesforstbetriebe und -verwaltungen und einige Landesregierungen (wie Bayern, Hessen und Niedersachsen), die sich dieser internationalen Verantwortung nicht stellen. Aber es gibt immer mehr Bundesländer - etwa Baden-Württemberg-, die das Zehn-Prozent-Ziel umsetzen wollen.

Sollen wir auf den Kauf von Holzmöbeln verzichten?

Nein, denn gerade Holzmöbel – regional produziert und nach FSC zertifiziert - sind ökologisch wertvolle Produkte, die langlebiger als Papier sind. Wir sollten diese Möbel dann aber auch lange nutzen und nicht gleich nach ein paar Jahren auf den Sperrmüll geben. Generell müssen wir ökologisch sinnvoller einkaufen.

Warum konzentriert sich Greenpeace auf die öffentlichen Wälder?

Was den ökologischen und Erholungswert angeht, geraten die öffentlichen Wälder aufgrund des Sparzwangs öffentlicher Haushalte immer mehr in eine kurzfristige Spirale nach unten. Dabei hat das Bundesverfassungsgericht 1990 klar festgelegt, dass die Bewirtschaftung des Körperschafts- und Staatswaldes der Umwelt- und Erholungsfunktion des Waldes dient, nicht der Sicherung von Absatz und Verwertung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse. Dies ist auch in der Nationalen Biodiversitätsstrategie zum Ausdruck gekommen.

Ist die deutsche Forstwirtschaft nachhaltig?

Nein, derzeit ist die Forstwirtschaft in Deutschland alles andere als nachhaltig. Die Wälder sind durch Übernutzung keine Senke für CO2 mehr, wie sie es noch 1990 mit der Aufnahme von 80 Millionen Tonnen CO2 waren. Junge, aufgelichtete und übernutzte Waldbestände entfernen sich immer mehr vom Naturwald. Somit fehlen vielfach Urwald-Reliktarten in unseren Wäldern.

  • Buchenwald im Spessart

    Herbstlicher Buchenwald

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