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Aufgebrachte Holzfäller in Castelo dos Sonhos

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Der illegal verbrannte Baumstamm symbolisert die rapide Zerstörung des Amazonas. Er sollte eigentlich aus dem Wald transportiert und im Rahmen einer Ausstellung über Klimawandel und Waldzerstörung in Rio de Janeiro, Sao Paulo und Brasilia ausgestellt werden. Ziel war es, damit auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam zu machen. Durch Entwaldung entstehende klimaschädliche Gase sind maßgeblich für die Erderwärmung verantwortlich.

Jedoch zwang ein wütender Mob mehrerer hundert Holzfäller die Umweltschützer, den 13 Meter großen Paranuss-Baumstamm zurückzulassen. Die Ibama knickte vor der Meute ein. Zunächst hatte die Umweltschutzbehörde den Abtransport des Baumes zwar genehmigt, zog diese Erlaubnis dann aber am Mittwoch zurück. Sie begründete ihren Rückzieher mit den durch den geplanten Transport enstandenen Konflikten.

{image_r}Anstatt gegen die Holzfäller vorzugehen, hat die brasilianische Regierung sich dem Mob gefügt, bedauert Marcelo Maquesini, Sprecher von Greenpeace in Amazonien.

Begonnen hatte der Konflikt Dienstag Abend. Mit Hilfe zweier Lastwagen hielten Holzfäller den Greenpeace-Konvoi auf. Sie zwangen die Umweltschützer, in der militärisch bewachten Station der Ibama Schutz zu suchen. Daraufhin wurde die Station in Castelo dos Sonhos, im nördlichen Teil von Pará, von mehreren hundert Holzfällern mit Lastwagen, PKW und Motorrädern umzingelt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Umweltschützer im Amazonas-Regenwald ernsthaft in Lebensgefahr geraten sind. 2005 wurde die Umweltschützerin Dorothy Stang auf einem abgelegenen Waldweg erschossen. Ein Viehzüchter hatte den Mörder angeheuert. Zuvor hatte Stang den lokalen Behörden einen Beschwerdebrief geschickt. Darin wies sie auf illegale Brandrodung hin, weswegen der Großgrundbesitzer ein saftiges Bußgeld zahlen musste.

In diesem Fall wurde der Mord bestraft. Das ist in Brasilien jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Zwischen 1985 und 2001 sind hier insgesamt 1.237 Menschen in Folge von Landkonflikten ermordet worden. 40 Prozent dieser Taten geschahen im Bundesstaat Pará, wo nahezu rechtlose Zustände herrschen. Die meisten Morde werden nicht einmal untersucht.

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