Skip to main content
Jetzt spenden
Greenpeace Aktivisten protestieren gegen Holztransport aus dem Amazonas in Brasilien, 2014
Bas Beentjes / Greenpeace

Auch brasilianische Firma Santa Efigenia Ltda handelt widerrechtlich mit Holz

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Zur Blütezeit leuchten sie blau, pink oder gelb am grünen Dach des Amazonas: die prächtigen Rispen der Ipê-Bäume. Doch ihr Hartholz ist begehrt. Denn seit Mahagoni durch die weltweite Nachfrage rar wurde, muss Ipê herhalten, etwa für Dielen. Die verkleiden auch jede Menge deutsche Terrassenböden – und sie sind oft aus Holz, das illegal geschlagen wurde.

Wie holzproduzierende Unternehmen Gesetzeslücken nutzen, um Stämme aus illegalem Einschlag aus dem brasilianischen Amazonas zu exportieren, zeigen mehrere Recherchen, die Greenpeace seit Mai 2014 veröffentlichte. Dabei wird das Holz als legal deklariert – und landet so auch auf dem EU-Markt.

Ein Unternehmen, das bei Greenpeace-Recherchen wiederholt in den Fokus geriet, ist die Firma Agropecuaria Santa Efigenia Ltda im brasilianischen Bundestaat Para. Die Recherchen belegten bereits im Oktober 2014, dass sich die Firma die offiziellen Dokumente über ihre Holzbeschaffung auf betrügerische Weise besorgte. Ein neuer Greenpeace-Report macht nun offenkundig: Die Firma erhielt eine offizielle Einschlagsgenehmigung, obwohl sie viel zu hohe von Ipê-Vorkommen für bestimmte Waldmanagement-Gebiete angegeben hat. Durch diese gefälschten Angaben konnte sie mehr Ipê schlangen und anschließend „legal“ exportieren.

 

Illegales Ipê-Holz, Marktwert: sieben Millionen Euro

Die Universität von São Paulo analysierte das Waldmanagement-Gebiet in Bezug auf die Angaben von Santa Efigenia Ltda und kam zu dem Ergebnis: Die Firma hat 400 Prozent mehr Ipê-Bäume angegeben als tatsächlich vorhanden; das Holzvolumen war um ein13-faches zu hoch. Die brasilianischen Behörden bestätigten den Betrug offiziell, Santa Efigenia Ltda musste eine Strafe zahlen. Im Februar dieses Jahres entzog die Regierung dem Unternehmen die Handelsgenehmigung.

Allerdings vergingen vier Monate von der Veröffentlichung der Greenpeace-Recherchen und Warnhinweise bis zu dem Entzug der Erlaubnis. Während dieser Zeit handelte Santa Efigenia 43.000 Kubikmeter Holz – darunter fast 12.000 Kubikmeter Ipê mit einem geschätzten Marktwert von sieben Millionen Euro.

Sorgfaltspflicht vernachlässigt

Über die illegalen Aktivitäten von Santa Efigenia informierte Greenpeace im Oktober eine Reihe von EU-Unternehmen, darunter auch die deutsche Holzverarbeitungsfirma Klöpferholz GmbH. Recherchen lassen nun vermuten, dass die Firmen dennoch weiter mit dem Holz von

Santa Efigenia gehandelt haben.Die nötige Risikoanalyse führten sie also nur unzureichend durch und missachteten somit die Anforderungen zur Sorgfaltspflicht, die die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) vorschreibt.

„Das muss bestraft werden, sonst verfehlt die EUTR ihre angestrebte abschreckende Wirkung“, sagt Jannes Stoppel, Greenpeace-Experte für Wälder. „Wir haben im Mai 2014 auf die schweren Probleme im brasilianischen Forst- und Holzhandelssektor im Amazonas hingewiesen. Im Oktober 2014 haben wir konkrete Handelsketten von illegalem Holz aus dem Amazonas in die EU aufgedeckt.“

Parallelen zwischen illegalem Holzhandel und Mafia

In Deutschland fällt die Sorgfaltspflicht unter das Holzhandelssicherungsgesetz; sie wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung kontrolliert. Dieses muss die Einhaltung der Pflicht nun umgehend überprüfen. Denn einige Unternehmen scheinen die Inaktivität der Behörden zu nutzen, um weiter Holzwaren aus fraglichen und risikobehafteten Quellen auf dem EU-Markt zu platzieren. Eine abschreckende Bestrafung brauchen sie dafür bisher nicht zu fürchten.

„Die Parallelen zwischen den Strukturen im illegalen Holzhandel und der Mafia wurde schon 2012 von Interpol und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen untersucht“, sagt Stoppel.„Um dem illegalen Holzhandel entgegenzuwirken brauchen wir endlich eine abschreckende Bestrafung derer, die ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachkommen.“    

  • Odani Sawmill in Para State, Brazil, September 2014

    Illegaler Holzeinschlag

    Überspringe die Bildergalerie
  • Ipê, ein Baum im Amazonas Regenwald, blüht in prächtigen Farben, 2013

    Prächtige Farben im Wald

    Überspringe die Bildergalerie
  • Große Wasserlilien im Amazonas Regenwald in Brasilien. 2013

    Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten

    Überspringe die Bildergalerie
  • Biodiversität im Amazon Brasilien, 2003

    Leben im Dschungel

    Überspringe die Bildergalerie
  • Um die Artenvielfalt zu bewahren, brauchen wir Schutzgebiete.

    Mehr Schutzgebiete

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Jetzt mitmachen

Du willst aktiv werden für den Waldschutz?

Live-Ticker auf der Fassade des EU-Ratssitzes in Brüssel zeigt Waldzerstörung in Echtzeit

Dann besuche in unserer Mitmach-Community Greenwire die Wald-Themengruppe und tausche dich mit Anderen aus, finde weitere Mitmachangebote und erfahre mehr über unsere Kampagnen.

Hier lang zur Themengruppe-Wald

Themengruppe auf

Live-Ticker auf der Fassade des EU-Ratssitzes in Brüssel zeigt Waldzerstörung in Echtzeit

Mehr zum Thema

Manicoré-Fluss im Amazonasregenwald, Luftbild

Der Amazonas-Regenwald

  • 22.02.2023

Fliegende Flüsse, schwitzende Bäume und Antibiotika: All das ist der Amazonas-Regenwald - und noch viel mehr.

mehr erfahren
Aktivistin hält Banner vor dem CityCube Berlin

EU-Mercosur-Abkommen

  • 19.01.2023

Gift für den Amazonas-Regenwald, Gift fürs Klima, Gift für unsere Limetten. Gestatten: Das EU-Mercosur-Abkommen.

mehr erfahren
Amazonas Regenwald

Endlich da! Ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz

  • 08.12.2022

Ein Gesetz soll zukünftig verhindern, dass Produkte aus Waldzerstörung in der EU auf den Markt gelangen.

mehr erfahren
Greenpeace Aktive stehen an Bord eines Frachters. Sie haben ein Banner mit der Aufschrift "European Ministers, protect out forests!" an der höchsten Stelle des Schiffs befestigt.

Nordische Wälder enden als Verpackungsmüll

  • 04.11.2022

Holz aus nordischen Wäldern landet als kurzlebige Einwegverpackung in den Supermarktregalen der EU. Aktivist:innen protestieren gegen das Verladen von Papierrollen im Hafen von Lübeck.

mehr erfahren
“Amazon We Need” Expedition in the Amazon in Brazil - Moritz Jahn

Greenpeace und Moritz Jahn auf Amazonas-Expedition

  • 15.07.2022

Greenpeace war gemeinsam mit Forschenden und Influencer Moritz Jahn auf Expedition im Amazonas-Regenwald. Ziel war, die Region zu erforschen und den Indigenen beim Schutz ihres Zuhauses zu helfen.

mehr erfahren
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt mit einem Löschwasser-Außenlastbehälter, um einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz zu löschen.

2022 – Das Jahr der Waldbrände

  • 07.07.2022

Was verbindet den US-amerikanischen Yosemite-Nationalpark, die griechische Insel Lesbos und die Sächsische Schweiz? Sie fackeln ab. Eine traurige Weltreise in die brennenden Wälder der Erde.

mehr erfahren