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Der Amazonas aus der Luftperspektive
© Greenpeace / Rodrigo Baleia

Amazonas Reisetagebuch

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Amazonas-Reisetagebuch Teil 1

Der Amazonas-Urwald: eine geplünderte und zerstörte Schatzkammer. Das ist unser erster Eindruck am Anfang der Reise - und nach vier Wochen im brasilianischen Bundesstaat Pará auch unser Fazit. Holzkonzerne haben dem Amazonas bereits viel Schaden zugefügt in ihrer Gier nach wertvollem Holz, insbesondere nach dem grünen Gold Mahagoni. Eine Waldfläche so groß wie Frankreich ist bereits unwiederbringlich zerstört. Im Bundesstaat Pará hat sich ein Netzwerk aus Holzindustrie, korrupten Politikern und Mafia-Bossen gebildet. Rund 80 Prozent des brasilianischen Holzes werden illegal eingeschlagen.

Gesetzlosigkeit in Pará

Montag, 3. November, Belém: Pressekonferenz auf dem Greenpeace-Schiff MV Arctic Sunrise, Veröffentlichung des Pará-Reports, eines aktuellen Berichtes über die Machenschaften der Holzindustrie.

Die Veröffentlichung des Reports wird der Holzindustrie nicht gefallen. Deshalb liegt die Arctic Sunrise streng bewacht im Hafen von Belém. In die Hotelzimmer unserer brasilianischen Kollegen kommen wir nur mit Passwort. Wir, das sind Sandra Pfotenhauer, Waldexpertin von Greenpeace Deutschland, und Pressesprecherin Katja Kreutzer.

Als erstes müssen wir ein Sicherheitstraining durchlaufen, denn die Holzmafia ist gewaltbereit, und Greenpeace ist einer ihrer ärgsten Feinde. Paolo Adario, der Chef des brasilianischen Greenpeace-Büros, hat schon wiederholt Morddrohungen erhalten. Beängstigend, doch nach dem Training sind unsere Sinne geschärft. Wir fahren nur in Taxis mit vier Türen, damit wir jederzeit raus springen können, falls uns der Taxifahrer bedroht. Wir öffnen die Fenster höchstens einen Spalt breit, damit niemand hinein greifen kann, falls wir als Greenpeacer erkannt werden. Wir bewegen uns nur in Gruppen und schauen den Menschen nicht in die Augen, sondern auf die Hände - um einen möglichen Angriff sofort erkennen zu können.

Wo das Gesetz nichts wert ist und der Tod 30 Euro kostet. So überschreibt die brasilianische Tageszeitung O Estado de S. Paulo die Situation in Sao Felix do Xingu. Hier wurden in diesem Jahr bereits 30 Menschen ermordet. Es geht um Landbesitz und oft auch um Mahagoni.

Die illegale Landnahme der Holzfäller ist derartig an der Tagesordnung, dass es sogar ein Wort dafür gibt, Grilagem, abgeleitet von grilos, Grillen: Gefälschte Dokumente werden in eine Schachtel voller Grillen gesteckt. Die nagen an den Dokumenten, so dass sie hinterher aussehen wie echte, alte Zertifikate. Wenn die ursprünglichen Besitzer vertrieben sind, grenzt der neue Landherr das Gebiet ab und lässt es streng bewachen. Wer sich gegen die illegale Landnahme wehrt oder die Polizei über die Machenschaften der Holzfäller informiert, dem droht der Tod.

Methoden wie im Mittelalter

Um den schwer zugänglichen Wald auszubeuten, heuern die Holzhändler über Agenten Sklaven für die strapaziöse Arbeit an. Sie versprechen ihnen gut bezahlte Jobs. Verträge gibt es nicht. Viele Arbeiter verschulden sich, um Anreise und Arbeitskleidung zu bezahlen. Tief im Urwald sind sie dann den Holzhändlern ausgeliefert. Sie werden ständig bewacht und leben unter menschenunwürdigen Bedingungen. Wer sich beschwert oder zu fliehen versucht, schwebt in Lebensgefahr.

Der britische Rundfunksender BBC berichtete 2002 von dem Sklaven Evandro Rodrigues. Rodrigues war beim Mahagoni-Fällen die Motorsäge abgerutscht und direkt ins Bein gefahren. Er war schwer verletzt und drohte zu verbluten. Der Aufseher sagte, Rodrigues solle die 30 Kilometer zur nächsten Farm laufen - oder halt sterben.

So band sich Rodrigues sein T-Shirt um das verletzte Bein und lief die ganze Nacht durch den Regenwald, den Stiefel voller Blut. Laut BBC erreichte er das Dorf. Dort wartete bereits ein Mann, der losgeschickt worden war, um ihn zu erschießen. Man hatte Angst, der Sklave würde das illegale Holzfällen den Behörden melden.

Mehr als 25.000 Menschen leben in Pará unter solchen sklavenähnlichen Bedingungen, schätzt die katholische "Pastoral Commission on Land". Allein im Jahr 2002 deckte die Kommission 147 Fälle mit insgesamt 5559 betroffenen Arbeitern auf.

Menschen in Angst vor Gewalt

Samstag, 8. November, im Schwemmland von Ipiranga: Seit zwei Nächten versuchen wir, uns mit den Hängematten, unseren Schlafplätzen, anzufreunden. Romantisch sehen sie aus, wenn der Wind sie bewegt. Aber diese Romantik würden wir schon jetzt lieber gegen einen ruhigen Schlaf eintauschen. Zumal wir mit etwa 15 Mann auf dem Deck des Flussschiffs Captao Dario schlafen und die Hängematten ständig gegeneinander rumsen. Warum sie nicht im Takt schaukeln, ist uns schleierhaft. Immer wieder schrecken wir auf; mehr als fünf Stunden am Stück schlafen ist nicht drin. Gegen sechs ist es eh aus mit Nachtruhe. Das Schiff erwacht. Es wird gefrühstückt, das Deck wird geschrubbt, die Satellitentelefone eingeschaltet. Ein weiterer Tag im heißen Amazonas-Regenwald.

An der Mündung zum Fluss Guajará hatten wir uns von der Arctic Sunrise getrennt. Sie hat zu viel Tiefgang, um die Seitenarme des Amazonas zu befahren. Hier in Ipiranga gibt es keinen Urwald mehr. Vor einer Generation haben die Menschen am Fluss das Land brandgerodet, um die Flächen für Wasserbüffel und Schweine zu nutzen. Das unterscheidet das Schwemmland in Ipiranga von anderen Gebieten, denn normalerweise kommen erst die Holzfäller - und dann die Siedler, die den Rest für ihre Viehweiden niederbrennen.

Um das Nutzland herum steht der üppig-dichte, in allen Grünschattierungen schillernde, artenreiche Wald noch und ist bei der Holzmafia beliebt. Dieses ganze Gebiet haben wir durch die Holzfäller verloren, sagt der 46-jährige Manuel de Jesus Flexe, Vater von acht Kindern. Er hat keine Landkarte, deshalb hat er eine gemalt. Er präsentiert sie den 16 Gemeinden, die an diesem Mittwoch im Versammlungshaus von Ipiranga zusammengekommen sind.

Rund 300 Menschen aller Altersklassen sind dem Aufruf gefolgt, darunter etwa 100 Kinder. Sie haben bis zu zehn Stunden gebraucht, um hierher zu kommen. Doch das nehmen sie in Kauf, weil sie alle auf ihre Weise unter den Holzfällern zu leiden haben. Viele erzählen ihre Geschichte und überschreiten die eine Minute Redezeit, die jeder hat. Eine junge Frau bricht in Tränen aus: Ich bin sauer, und ich habe Angst, sagt sie. Meine Mutter wird bedroht... Sie bricht ab, ringt um Worte.

Im Saal ist es still. Viele haben ein ähnliches Schicksal. Sie bereuen es, in der Vergangenheit gegenüber den Holzfällern zu gutmütig und naiv gewesen zu sein. Jetzt sind sie skeptisch. Sind Schutzgebiete, wie sie immer wieder im Gespräch sind, die Lösung? Ermöglichen sie ihnen ein friedlicheres Leben und lassen sie genug Freiraum? Dürfen sie dann noch Büffel halten und fischen gehen? Dürfen sie trotzdem Bauholz aus dem Urwald holen? Wird ein Schutzgebiet die Holzfirmen wirklich davon abhalten, auch noch die letzten Waldreste dieser Region abzuholzen?

Viele erzählen davon, dass ihr Nutzland von den Holzfällern regelrecht eingekreist wird. Die präsentieren Papiere und sagen, das sei ihr Land, Betreten verboten. Ich hab nicht viel zu sagen, weil ich nicht viel weiß, sagt Franzisko Nasera, Mitte 50, Was ich weiß: Wir haben Angst. Wir laufen nicht mit Waffen rum wie die. Wir haben keine Informationen. Unsere Gemeinde hat sich entschieden: Wir wollen sie loswerden, nicht für uns - für unsere Kinder.

Amazonas-Reisetagebuch Teil 2

Tagebuch aus dem Amazonas-Regenwald, Teil 2: Hamburg/Belém - Im brasilianischen Urwald folgen die Greenpeacerinnen Sandra Pfotenhauer und Katja Kreutzer derzeit den Spuren der Holz-Mafia. Zusammen mit anderen Greenpeace-Aktivisten spüren sie die Orte auf, an denen illegal Bäume gefällt werden, und dokumentieren das Werk der Zerstörung. Die Aktion findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt, denn die Holzfäller sind berüchtigt für ihre Gewaltbereitschaft. Hier der zweite Teil des Berichts.

Belém, Mittwoch, 5. November 2003. Wir warten auf unsere Weiterreise nach Porto de Moz. Die Arctic Sunrise ist schon unterwegs. Gestern Abend haben wir ihr im Hafen von Belém hinterhergewunken. Morgen früh treffen wir uns alle wieder - auf der Arctic Sunrise und auf einem Flussschiff. Wir werden den Weg per Greenpeace-Flugzeug hinter uns bringen. Unser Pilot macht den Shuttle-Service. Er fliegt alle, die auf der Arctic Sunrise keinen Platz gefunden haben - anders als per Schiff oder Flugzeug kommen wir nicht hin. Im Mittelland wird es dann zur Sache gehen.

Wo das Gesetz nichts wert ist und der Tod 30 Euro kostet , so überschreibt die brasilianische Tageszeitung O Estado de S. Paulo die Situation in Sao Felix do Xingu, Mittelland, Bundesstaat Pará. Hierurden in diesem Jahr bereits 30 Menschen ermordet. Es geht um Landbesitz und oft um Mahagoni, das grüne Gold.

Das so genannte Mittelland, eine Urwaldregion im Herzen des Bundesstaates Pará, ist Indianerland. Hier sind die Urwälder eigentlich gesetzlich vor Ausbeutung geschützt. Jaguar, Riesenalligator und Spinnenaffe - sie alle leben in diesem noch einigermaßen intakten Urwald. Es gibt Tier- und Pflanzenarten, die nur hier und nirgendwo anders existieren. Der Schutz des Mittellands sollte äußerste Priorität haben. Tatsächlich gibt es hier jedoch tagtäglich Kriege um Holz, Land und Ressourcen. Wer zuerst kommt und am skrupellosesten vorgeht, macht das meiste Geld.

Um den Urwald, in dem die Mahagoni-Bäume wachsen, ausbeuten zu können, nutzen die Holzfäller jede Gesetzeslücke. Sie schrecken auch nicht vor Gewalt zurück. Ihr Ziel: das Land einnehmen und an das grüne Gold rankommen. Die illegale Landnahme der Holzfäller ist hier derart an der Tagesordnung, dass es sogar ein Wort dafür gibt, Grilagem, abgeleitet von grilos, Grillen: Gefälschte Dokumente werden in eine Schachtel voller Grillen gesteckt. Diese nagen an den Dokumenten, so dass sie hinterher aussehen wie echte, alte Zertifikate.

Die Betrüger haben etliche Methoden, Land in Besitz zu nehmen - durch Fälschung oder durch Gewalt. Wenn die ursprünglichen Besitzer vertrieben sind, grenzt der neue Landherr sein Land ab und lässt es streng bewachen. Wer sich gegen die illegale Landnahme wehrt oder die Polizei über die Machenschaften der Holzfäller informiert, dem droht der Tod.

Mittelalter-Methoden im Mittelland

Um den schwer zugänglichen Wald auszubeuten, heuern die Holzhändler über Agenten Sklaven an. Sie versprechen ihnen gut bezahlte Arbeit. Arbeitsverträge gibt es nicht. Viele Arbeiter verschulden sich, um die lange Anreise und die Arbeitskleidung zu bezahlen. Sie werden tief in den Urwald gebracht und sind dann den Holzhändlern ausgeliefert, leben unter menschenunwürdigen Bedingungen und werden ständig bewacht. Wer sich beschwert oder zu fliehen versucht, schwebt in Lebensgefahr.

BBC berichtete 2002 vom Fall des Sklaven Evandro Rodrigues. Rodrigues war beim Mahagoni-Fällen die Motorsäge abgerutscht und direkt ins Bein gefahren. Er blutete und konnte nicht mehr laufen. Der Aufseher verlangte von ihm, entweder die 30 Kilometer zur nächsten Farm zu laufen oder zu sterben. So band Rodrigues sich sein T-Shirt um das verletzte Bein und lief die ganze Nacht durch den Regenwald - mit dem Stiefel voller Blut. Laut BBC erreichte er letztendlich das Dorf. Dort wartete bereits ein Mann, der losgeschickt worden war, um ihn zu erschießen. Man hatte Angst, dass der Sklave die Holzfällerarbeiten den Behörden melden würde.

Mehr als 25.000 Menschen leben in Pará unter sklavenähnlichen Bedingungen, schätzt die katholische Pastoral Commission on Land. Im Jahr 2002 deckte die Kommission 147 Fälle auf, von denen insgesamt 5559 Arbeiter betroffen waren. Ein Großteil dieser Fälle fand sich in Regionen, in denen die Holzindustrie den Ton angibt.

Solche Geschichten spielen sich im Mittelland ab, nur zwei Flugstunden von Belém entfernt. Wir sind bald da, im Zentrum vom Mittelland, auf der Spur der Holzfäller, die besessen sind vom grünen Gold.

Amazonas-Reisetagebuch Teil 3

Auf der Suche nach illegalem Holzeinschlag - Hubschrauber fliegen ist besser als Achterbahn fahren. Ohne Türen, nur mit einem Gurt um die Hüfte, halten wir uns bei den ersten Kurvenflügen am Haltegriff fest, bis wir uns daran gewöhnt haben. Wir fliegen direkt über den Baumwipfeln und folgen einer Holzfällerstraße.

Von ihr gehen Dutzende kleiner Straßen ab - illegaler Straßen. Erschreckend viel Verwüstung, die wertvollsten Bäume sind gefällt. In Hunderten von Jahren gewachsen, in Minuten umgesägt. Einst so hoch wie ein zehnstöckiges Hochhaus, liegen die Baumstämme wie Riesenstreichhölzer am Boden.

Einige Kilometer entfernt steigt dichter Rauch von einem riesigen Waldbrand in den Himmel. Mit dem Tropenwald, einem der artenreichsten Ökosysteme des Planeten, verbrennen Tausende von Tieren. Doch wir können nichts tun. Nach brasilianischem Recht darf jeder Grundbesitzer 20 Prozent seines Gebietes abfackeln - doch an diese Vorgaben hält sich kaum jemand. Auch hier müsste die IBAMA eigentlich überprüfen, ob eine Erlaubnis vorliegt. Doch jetzt ist es eh zu spät. Wird der Boden erst einmal landwirtschaftlich genutzt, hat der Wald keine Chance mehr.

Wir fliegen über das Flussschiff. Es ankert vor einem Einschlaggebiet. Bis vor kurzem wurde hier noch gearbeitet. Inzwischen haben sich die Holzfäller aus dem Staub gemacht. Nachts erspähen wir oft Schiffe voller Ausrüstung. Die Holzfirmen bringen ihre Bulldozer und Motorsägen in Sicherheit. Das Holz lassen sie zurück. Wenn die IBAMA, die brasilianische Umweltbehörde, sie beim Holzraub erwischt, beschlagnahmt sie die Maschinen. Den Maschinentransport selber kann die IBAMA nicht aufhalten, wenn die Werkzeuge registriert sind.

Von oben sehen wir, dass unsere Greenpeace-Kollegen schon zwei Buchstaben auf die Plattform vor dem Einschlaggebiet geschrieben haben. Auf der Plattform stapeln die Holzfäller normalerweise die Stämme und transportieren sie über den Fluss ab. C und R steht dort schon; I, M und E folgen noch: CRIME.

Verantwortlich für den Holzraub ist ein Mann namens Paolo Pombo. Rund 6000 Kubikmeter Tropenholz liegen hier herum. Macaranduba, Copiuba - Holzarten, die zu Bauholz weiterverarbeitet werden sollen. Auf dem europäischen Markt ist Tropenholz meist billig. Geklaute Ware lässt sich noch günstiger verkaufen. Die Händler machen trotzdem fette Gewinne.

Nachdem wir wieder gelandet sind, helfen wir den anderen. Wir markieren die Holzstämme als illegal, auf portugiesisch und auf englisch. Zusammen mit 20 anderen Greenpeacern halten wir ein riesiges Banner: "Amazon Crime - Greenpeace". Wir machen Fotos, teilen der Presse unseren Fund mit. Alle sollen wissen, was die Holzfäller anrichten. Und die Holzfäller sollen wissen, dass wir sie erwischt haben. Jetzt ist die IBAMA wieder am Zug. Sie wird das Holz vermessen und Pombo anzeigen. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf.

Die Holzmafia schlägt zurück

Mittwoch, 19. November, Carmelinho: Breaking News im Bundesstaat Pará. Rund 300 Holzfäller, teilweise bewaffnet, halten 20 Mitarbeiter der brasilianischen Umweltbehörde IBAMA in einem Hotel in Medicilândia fest. Es nervt die Holzfäller, dass Greenpeace und die IBAMA in der Region sind und ihre dreckigen Geschäfte aufdecken. Normalerweise ist die Chance, erwischt zu werden, gleich Null. Ein Nervenkrieg, bis die IBAMA-Mitarbeiter endlich wieder frei sind.

Sonntag, 23. November: Früh am Morgen, um halb sieben, kommen Verbündete aus Porto de Moz auf unser Flussschiff. Wir liegen direkt neben der Arctic Sunrise. Der Besuch hat Neuigkeiten. Holzfäller sind in Booten unterwegs und wollen gegen uns protestieren. Am späten Vormittag, gegen elf Uhr, kommen sie in Sicht. 15 kleine Boote und eine Holzbarke - diesmal voll mit Menschen statt mit Holz. Sie halten Transparente: Schutz ja, aber kein Reservat voller Lügen.

Es knallt. Sie feuern in die Luft. Sie schreien uns an. Ein paar kleinere Boote kommen nah heran. Aufgehetzte Holzfäller attackieren die Arctic Sunrise, die vor der Holzfällerstadt Porto de Moz im Rio Xingu manövriert: Am schlimmsten ist der Moment, als die Männer an unserer Reling hängen und versuchen, an Bord zu klettern. Einige sind angetrunken und aggressiv. Ein Mann bindet sich an unserem Schiff fest. Ein anderer schreit: Wenn ihm was passiert, bring ich euch um.

A bunch of gringos

Einer der Männer hält ein weißes T-Shirt hoch. Sie wollen, dass wir eine Delegation an Bord lassen. Schließlich begrüßen wir sieben Leute und zusätzliche Journalisten, die mit den Holzfällern kommen. Alle setzen sich im Kreis aufs Deck der Arctic Sunrise. Wir stehen daneben und versuchen herauszuhören, worum es geht. Die Diskussion ist hitzig. Sie wollen uns hier nicht, sagen sie - egal, welche Argumente wir haben, wir gehören hier nicht hin. Wir und die IBAMA seien nur a bunch of gringos. Einer der Holzfäller gibt sogar zu, dass er illegal einschlägt. Auch in Zukunft wolle er das ungestört tun, gibt er uns zu verstehen.

Plötzlich springen sie auf. Die anderen Schiffe kommen näher. Eines der größeren Schiffe macht sich mit einem Tau an der Arctic fest. Pikanterweise ist es der Tourismussekretär, der sich dann an unserer Reling festbindet. Wir hindern die Holzfäller nicht an ihrem Protest, solange alles friedlich bleibt. Das Problem ist nur, dass einige der Holzfäller angetrunken sind und die Stimmung jederzeit in Gewalttätigkeit umkippen kann - völlig anders als Greenpeace-Proteste, die grundsätzlich gewaltfrei und friedlich sind.

Der Bürgermeister von Porto de Moz

Inzwischen regnet es heftig. Die Bundespolizei ist eingetroffen, um uns zu schützen. Eine Bundespolizistin erkennt unter den Anführern der Angreifer den Bruder des Bürgermeisters von Porto de Moz. Campos, so heißt der Bürgermeister der Holzfällerstadt, ist bereits mehrfach wegen Korruption und illegalem Holzeinschlag aufgefallen. Letztes Jahr, als Greenpeace mit 400 Menschen den Transport von illegal eingeschlagenem Holz über den Jaurucu-Fluss blockiert hat, hat er eine Holzbarke mitten in die kleinen Fischerboote fahren lassen. Dabei wären fast Menschen gestorben.

Wir machen uns Sorgen um unsere Freunde in der Stadt. Deshalb lassen wir uns schließlich auf einen Deal ein: Wir entfernen uns von Porto de Moz, und sie tun unseren Verbündeten nichts. Wahrscheinlich ist es der starke Regen, der uns hilft: Sie lösen den Strick und hauen ab.

Donnerstag, 27. November, auf der Rückreise. Bilanz: 39 Moskitostiche allein an den Füßen. Verfassung: Schlafmangel, durch oberflächliche Bräune erholtes Erscheinungsbild. Die Amazonas-Tour ist vorbei, zumindest für uns beide. Die anderen machen noch bis Mitte Dezember Aktionen gegen illegalen Holzeinschlag und treffen Dorfgemeinschaften.

Viel gelernt haben wir in den vier Wochen Amazonien. Zum Beispiel, dass nicht in jeder Situation Aktionen angebracht sind. Die Holzfäller sind aufgebracht und gewaltbereit. Sie noch mehr zu reizen und Aktivisten und Dorfgemeinschaften in Gefahr zu bringen, ist zu riskant. Auf jeden Fall ist es wichtig, den Menschen vor Ort den Rücken zu stärken und ihnen Informationen zu geben, so dass sie gemeinsam gegen die Holzmafia vorgehen können.

Schutzgebiete machen nur dort Sinn, wo die Menschen sie wollen und Alternativen zum illegalen Holzeinschlag existieren. Die Holzmafia ist stark, ihr Netzwerk dicht geflochten, der Reiz des schnellen Geldes groß. Wenn man, wie viele hier, von der Hand in den Mund lebt, überlegt man sich zweimal, ob man sich und seiner Familie zu all den anderen Sorgen noch die Holzmafia aufhalst. Hier ist nicht nur Greenpeace gefragt. Auch die Behörden und die Regierung müssen ihren Teil dazu beitragen, dass der Amazonas-Urwald geschützt wird und als Lebensgrundlage für die Menschen in Pará erhalten bleibt.

Urwaldschutz kostet Geld. Wenn wir in Deutschland die Urwälder für kommende Generationen und für den Klimaschutz retten wollen, dann muss auch die deutsche Bundesregierung Geld für die Einrichtung von Schutzgebieten bereitstellen. Aber auch jeder Einzelne kann sich für den Urwald einsetzen, indem er beim Kaufen von Holz auf das Siegel des FSC achtet. Das steht für eine ökologisch und sozial gerechte Waldbewirtschaftung. Auch im Amazonas gibt es FSC-zertifizierte Firmen, wenn auch - mangels Nachfrage - noch viel zu wenige.

Nicht nur die Menschen in den Amazonas-Dörfern, auch das Greenpeace-Team aus aller Welt hat uns ermutigt, weiter für den Urwald zu kämpfen. An Bord eines Greenpeace-Schiffes ist ein Maschinist zugleich Aktivist und mit ganzem Herzen dabei. Jeder einzelne ist für das Gelingen einer solchen Expedition unverzichtbar. Eine inspirierende Erfahrung. Nach unserer Amazonas-Tour haben wir neue Hoffnung, dass die letzten Schatzkammern der Erde zumindest in Zukunft besser gehütet werden.

Amazonas-Reisetagebuch Teil 4

Amazonas/Gurupá, 8.11.2003, 7:51 Uhr: Noch neun Minuten, und wir sind auf Sendung, Live-Interview mit N24, Punkt 12 Uhr. Doch das Videophon funktioniert nicht. Alles ist aufgebaut - Satellitenantennen auf dem Deck des Flussschiffs, der Videophon-Koffer, die Kamera mit Blick auf die Arctic Sunrise neben uns und den Urwald hinter uns. Wir sehen uns auf dem kleinen Bildschirm vom Videophon, aber wir können den Schaltraum von N24 in Deutschland nicht erreichen.

Dabei haben wir gestern den ganzen Tag damit verbracht, unsere Technik auf dem Flussschiff zum Laufen zu bringen. Seit zwei Tagen liegen wir längsseits der Arctic Sunrise vor der Küste von Gurupá, im Bundesstaat Pará, Brasilien. Seit zwei Nächten versuchen wir, uns mit den Hängematten, unseren Schlafplätzen, anzufreunden. Romantisch sehen sie aus, wenn der Wind sie bewegt, aber diese Romantik würden wir schon jetzt lieber gegen einen ruhigen Schlaf eintauschen. Zumal wir mit etwa 15 Mann auf einem Deck schlafen und die Hängematten ständig gegeneinander rumsen. Ich hab zwar im Physikunterricht nie besonders aufgepasst, aber ich hätte gedacht, es würden zumindest alle im Takt schaukeln. Denkste.

Man nickt ein und schreckt immer wieder plötzlich hoch. Mehr als fünf Stunden am Stück haben wir es bislang nicht in den Hängematten ausgehalten. Gegen sechs ist es eh aus mit Nachtruhe. Das Schiff erwacht. Es wird gefrühstückt, das Deck wird geschrubbt, die Satellitentelefone eingeschaltet. Ein weiterer Tag im heißen Amazonas-Regenwald.

7:53 Uhr: Eigentlich müsste das Videophon funktionieren. Wir haben es schließlich gestern nach gut fünf Stunden endlich zum Laufen gebracht. Da war es ähnlich wie jetzt: Alles scheint so aufgebaut zu sein wie bei den Proben in Deutschland, aber dennoch kein Signal. Nachdem wir Hans, unseren Techniker auf dem Flussschiff, fast in den Wahnsinn getrieben haben, rufen wir die Fachmänner in Deutschland an. Wir gehen alles Schritt für Schritt durch, und tatsächlich finden wir die Lösung: Das Videophon ist auf das falsche Satellitensystem programmiert.

Währenddessen ist auf der Arctic Sunrise Open Boat, Greenpeace zum Anfassen. Mit unseren Beibooten holen die Kollegen von Greenpeace International Dutzende von Menschen aus Gurupá an Bord. Vor allem Familien mit Kindern sind neugierig darauf, wie es auf einem Greenpeace-Schiff wohl aussieht. Uns ist wichtig, dass die Menschen verstehen, dass wir nicht gegen sie, sondern gegen die Holzmafia kämpfen. Wir sind auf ihre Hilfe angewiesen, auf Mutige, die bereit sind, uns über die illegalen Machenschaften der Holzindustrie zu informieren - denn die Holzmafia in Brasilien hat sich abgesichert. Korrupte Politiker vertuschen die Wahrheit und sind selbst in die Urwaldabholzung verstrickt.

7:58 Uhr: In Deutschland ist es zwei Minuten vor 12 Uhr. Gerade haben wir den Fehler gefunden. Ein Kabel steckte doch nicht so, wie es sollte. Endlich sehen wir das Programm von N24 auf unserem Bildschirm. Um kurz nach 8 Uhr Ortzeit sind wir auf Leitung, live aus dem Amazonasgebiet, damit mehr und mehr Menschen erfahren, wie es um den Amazonas-Regenwald steht - und endlich aufwachen.

Es ist inzwischen nach vier Uhr am Nachmittag. Wir bekommen Besuch; ein Journalist vom Bayrischen Rundfunk wird uns für eine Woche auf unserer Expedition durch den Amazonas-Regenwald begleiten. Der erste Gast an Bord. Wir freuen uns. Die ganze Welt, vor allem die Entscheidungsträger, sollen wissen, wie es um das größte tropische Urwaldgebiet der Erde steht. Es ist Zeit zu handeln: Der einzigartige Amazonas-Urwald wird abgeholzt, jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde, allein im Jahr 2002 eine Waldfläche von 5,1 Millionen Fußballfeldern - ein unwiederbringlicher Verlust von Pflanzen- und Tierarten.

Heute haben wir den Hafen von Gurupá verlassen und fahren Richtung Porto de Moz. Es scheint, dass die Arctic Sunrise den Xingu auch befahren kann, so dass wir sie heute abend wieder treffen. Und dann gibt es zum ersten Mal ein Crew-Meeting, uns inclusive: Juhuuuu! (Hätte nicht gedacht, dass man sich auf Meetings auch so was wie freuen kann...) Vielleicht erfahren wir dann ein bisschen mehr über unseren morgigen Aufenthaltsort. Und dann gab's als Bonus heute auch noch Flussdelfine! Juhu!

Amazonas-Reisetagebuch Teil 5

Ipiranga, Rio Guajará, 10.11.2003: Wir machen Station in Ipiranga, eine Ansammlung von Holzhütten auf Stelzen. Oft tritt das Flüsschen Guajará über die Ufer. Doch jetzt ist Ende der Trockenzeit, das Wasser steht tief, noch bis Anfang Dezember. Wir treffen die Familie von Jacinto Costa da Silva. Er ist 59 Jahre alt, hat elf Kinder und ein Enkelkind. Jacinto hält sich mit Fischfang über Wasser. Früher konnte er das, was er außerdem zum Leben braucht, im Urwald finden: Früchte, Wild und Holz. Jetzt darf er den Wald nicht mehr betreten. 

Die Holzfäller haben eine Grenze gezogen. Als die fremden Männer vor drei Jahren ihre Zertifikate präsentieren, bekommt Jacinto einen Schreck. Damit belegen sie, dass ihnen der Urwald gehört. Jacintos Familie lebt seit drei Generationen hier. Sie haben nie Papiere gehabt. Seitdem die Holzfäller den Ton angeben, muss sich Jacinto Holz kaufen oder Fisch gegen Holz tauschen.

Einen ganzen Tag lang sind wir mit unserem Flussschiff Captao Dario gefahren, erst den Amazonas runter, dann Richtung Süden. An der Mündung zum Fluss Guajará haben wir uns von der Arctic Sunrise getrennt. Sie hat zu viel Tiefgang, um die Seitenarme des Amazonas zu befahren. Hier, weitab vom Städtchen Gurupá, sind wir nicht mehr sicher. Die Behörden der nächstgroßen Stadt, Porto de Moz, stehen nicht unbedingt auf unserer Seite: Zu viele der lokalen Größen schlagen selbst Profit aus der Abholzung des Urwaldes.

Es gibt hier keinen Urwald mehr. Vor einer Generation haben die Menschen, die am Fluss leben, das Land am Fluss brandgerodet, um die Flächen für Wasserbüffel und Schweine zu nutzen. Das unterscheidet das Schwemmland in Ipiranga von anderen Gebieten, denn normalerweise kommen erst die Holzfäller - und dann die Siedler, die den Rest für ihr Vieh niederbrennen.

Schnell spricht sich herum, dass wir eine Ärztin an Bord haben, Paola. Unser Boot füllt sich mit Müttern und ihren kranken Kindern. Sie stehen Schlange vor dem Behandlungszimmer, der Schlafkajüte von Paola. Bianca ist drei Jahre alt. Ihr Atmen rasselt. Paola untersucht sie und gibt ihr Medizin. Bianca wehrt sich. Sie ist zum ersten Mal bei einem Arzt. In kurzer Zeit behandelt Paola 70 Patienten.

Carlos, der Waldexperte von Greenpeace Brasilien, ist währenddessen mit Kamerateam, Fotografen und Sicherheitsbeamten unterwegs zu anderen Siedlungen, zu einigen nimmt Greenpeace erstmals Kontakt auf. Sie haben GPS-Geräte (Global Positioning System) dabei, um die genauen Koordinaten von Fundorten, wie von illegal eingeschlagenem Holz, in eine Computerkarte eintragen zu können. Über ein Funkgerät halten sie die ganze Zeit Kontakt zum Flussschiff - falls etwas passiert.

Abends gibt es noch ein kleines Extra: Wir fahren mit einem der Beiboote raus, um Krokodile zu filmen. Nachts spiegeln ihre Augen das künstliche Licht. Aus dem fahrenden Boot suchen wir mit der Lampe die Ufer ab. Nach circa fünf Minuten die ersten Lichtreflexionen. Fehlanzeige: harmlose Büffel beim Nachtbad. Wenig später haben wir mehr Glück: Ein Alligator liegt am Ufer und wartet auf Beute. Wir beobachten ihn eine Weile, sind fasziniert von der Eleganz seiner Bewegungen im seichten Wasser. Er taucht ab. Wir fahren weiter, zurück zum Flussschiff - in unsere Hängematten.

Amazonas-Reisetagebuch Teil 6

Ipiranga, Rio Guajará, 12.11.2003: Dieses ganze Gebiet haben wir durch die Holzfäller verloren, sagt der 46-jährige Manuel de Jesus Flexe, Vater von acht Kinder. Er hat keine Landkarte, deshalb hat er eine gemalt. Er präsentiert sie den 16 Gemeinden, die an diesem Mittwoch im Versammlungshaus von Ipiranga zusammengekommen sind.

Etwa 300 Menschen aller Altersklassen sind dem Aufruf gefolgt, darunter auch rund 100 Kinder. Sie haben bis zu zehn Stunden gebraucht, um hierher zu kommen. Das nehmen sie in Kauf, denn sie alle haben auf ihre Weise unter den Holzfällern zu leiden.

Viele erzählen ihre Geschichte und überschreiten die eine Minute Redezeit, die jeder hat. Eine junge Frau bricht in Tränen aus: Ich bin sauer und verärgert, und ich habe Angst, sagt sie. Meine Mutter wird bedroht..., sie bricht ab, ringt um Worte. Im Saal ist es still. Viele haben ein ähnliches Schicksal. Sie bereuen es, in der Vergangenheit gegenüber den Holzfällern zu gutmütig und naiv gewesen zu sein.

Jetzt sind sie skeptisch. Sind Schutzgebiete die Lösung, ermöglichen sie ihnen ein friedlicheres Leben und lassen sie genug Freiraum? Dürfen sie dann noch Büffel halten und fischen gehen? Dürfen sie trotzdem Bauholz aus dem Urwald holen? Wird ein Schutzgebiet die Holzfirmen wirklich davon abhalten, auch noch die letzten Waldreste dieser Region abzuholzen?

Viele erzählen davon, dass ihr Nutzland regelrecht eingekreist wird von den Holzfällern. Die präsentieren Papiere und sagen, das sei ihr Land, Betreten verboten. Ich hab nicht viel zu sagen, weil ich nicht viel weiß, sagt Franzisko Nasera, Mitte 50, Was ich weiß: Wir haben Angst. Wir laufen nicht mit Waffen rum wie sie. Wir haben keine Informationen. Unsere Gemeinde hat sich entschieden: Wir wollen sie loswerden, nicht für uns, für unsere Kinder.

Wir sitzen am Boden und lauschen unserer Übersetzerin. Wir sehen, wie schlimm den Menschen die Profitgier der Holzfäller zusetzt und sind ergriffen von dem Schicksal der Menschen. Juraci, seinen Nachnamen mag er nicht verraten, sitzt mit ernstem Gesicht mitten unter ihnen. Schon gestern haben wir ihn kennen gelernt, als wir mit einem kleinen Boot auf einem Nebenflüsschen des Guajará entlang fuhren, vorbei an Seerosenfeldern und durch ein Überschwemmungsgebiet, aus dem Baumkronen knapp über die Wasseroberfläche ragen.

Er kam uns im Kanu entgegen. Wir begannen ein Gespräch. Juraci erzählt von einem Gebiet, in dem illegal eingeschlagen wird. Hinführen will er uns nicht. Man kenne ihn hier, sagt er immer wieder. Er hat Angst, um sich selbst, aber vor allem um seine Familie. Wenn die Holzfäller ihn mit uns zusammen sehen, ist sie in Gefahr.

Stattdessen lädt er uns in sein Stelzenhaus ein. In der Regenzeit überfluten die Hauptflüsse des Amazonas ein Gebiet so groß wie England. Die Wände von Juracis Haus sind mit Reklamekalendern einer der größten hiesigen Holzfirmen geschmückt. Unter dem Wellblechdach staut sich die Hitze, doch in der offenen Küche ist es schattig und kühl.

Seine Frau Belinda kocht uns an der Feuerstelle einen Kaffee und reicht uns Maniokbrot, während sie die drei Kinder bei Laune hält. Wir laden die Familie zu der Versammlung ein. Juraci weiß schon längst, dass sie stattfindet, die Nachricht hat sich bereits wie ein Lauffeuer verbreitet.

Die Versammlung ist ein Erfolg, ein Schritt zu einer starken Gemeinschaft gegen die Holzfäller. Greenpeace kann den Menschen bei der Entscheidung für oder gegen das Schutzgebiet nicht helfen. Wir können sie nur informieren und anbieten, sie zu unterstützen. Die Entscheidung für ihre eigene Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder treffen sie selbst.

Amazonas-Reisetagebuch Teil 7 

Samstag, 15. November 2003: IBAMA, die brasilianische Umweltbehörde, hat zugeschlagen. Sie untersucht Forest Management Plans, so genannte FMPs. Das sind Gebiete, in dem Holz in Maßen eingeschlagen werden darf - nachdem der Besitzer des Gebietes einen Bewirtschaftungsplan erstellt hat und die IBAMA ihr Okay gegeben hat. In dem Hafen am Fluss liegen 2200 Stämme, insgesamt 4300 Kubikmeter Holz, hat der Holzfäller angegeben. Jetzt misst die IBAMA, ob das stimmt.

Josafa, so heißt der Verantwortliche in diesem Gebiet, darf in diesem Jahr 22.000 Kubikmeter einschlagen. Aber viele Holzfäller halten sich nicht an die Vorgaben. Deshalb kontrolliert IBAMA die FMPs, so oft es geht. Möglicherweise hat Josafa mehr eingeschlagen als er darf oder er hat das Holz außerhalb seines Gebietes gemopst. Dann wird der Fall vor Gericht gebracht.

Gestern Abend sind wir in Carmelinho am Fluss Jaurucu angekommen, eine kleine Gemeinde. Vom Flussschiff aus sehen wir nur sieben Holzhütten. Die Menschen hier kennen Greenpeace vom letzten Jahr. Damals haben wir zusammen mit 400 Menschen den Jaurucu blockiert und verhindert, dass illegal eingeschlagenes Holz aus ihrem Wald über den Fluss abtransportiert wird. Seitdem hat sich das Problem noch nicht gelöst. Die Dorfbewohner überlegen deshalb, ein Schutzgebiet einzurichten. Morgen gibt es eine Versammlung.

Freitag, 15 Uhr: Der IBAMA-Hubschrauber landet in einem anderen FMP. Der Wind der Rotorblätter fegt alles aus dem Weg, was nicht niet- und nagelfest ist. Holzstückchen fliegen durch die Luft. Auf den Kufen des Helikopters steht ein Mann mit Maschinengewehr. Für die IBAMA sind solche Aktionen kein Kinderspiel.

Die Umweltbehörde ist schlecht ausgerüstet, im Vergleich zur Holzmafia. Sie hat zu wenig Mitarbeiter, die bereit sind, ihr Leben zu riskieren, und sie hat zu wenig Geld für technische Ausrüstung. Somit kann IBAMA nur einzelne Fälle aufdecken. Wir geben ihnen Funkgeräte, Benzin und detaillierte Karten.

Wir und unsere Kameralinsen sind von Staub bedeckt, als der Hubschrauber gelandet ist. Wir haben alles abgelegt, was nach Greenpeace aussieht: Westen, T-Shirts, Schirmmützen. Wir wollen nicht provozieren. Gerne würden wir in den Wald und uns persönlich ein Bild machen. Liegen hier Baumstämme zum Abtransport, wie viele, welche Baumarten, und vor allem: Haben die Holzfäller die Vorgaben der IBAMA eingehalten?

Die Journalisten, die uns begleiten, sind scharf auf spannende Geschichten. Sie wollen Beweise und am liebsten selbst mit den Holzfällern sprechen. Wir haben stets Sicherheitsbedenken. Hier ist ein Menschenleben nur 30 Dollar wert, so viel, wie ein Holzfäller für einen Mahagonibaum bekommt.

Gestern ist CITES, das Washingtoner Artenschutzabkommen, in Kraft getreten. Mahagoni ist letztes Jahr in Anhang II hochgelistet worden; dafür hat Greenpeace lange gekämpft. Diejenigen, die Mahagoni einschlagen, handeln oder exportieren, müssen jetzt strengere Auflagen erfüllen und belegen, dass sie Mahagoni als Art nicht gefährden. Ob das wirklich hilft, den Amazonas besser vor Abholzung zu schützen, wird sich in Zukunft zeigen.

Brasilien hat jedenfalls Konsequenzen aus der Hochlistung gezogen und sogar das Gesetz geändert, um Mahagoni zu schützen. Die Kriterien sind so streng geworden, dass sie von keiner der Firmen, die bisher Mahagoni eingeschlagen haben, erfüllt werden. Es gibt momentan in Brasilien keinen legalen Handel mit Mahagoni.

Wir fragen die IBAMA, ob es möglich ist, mit Ihnen mitzukommen. Sie gestatten uns, über die Holzfällerstraße in den Wald zu fahren, denn die ist öffentlich. Für unsere Sicherheit könne man allerdings nicht garantieren. Schließlich brettern drei Journalisten mit Dave, unserem Logistikkoordinator, auf Motorrädern los.

Das Camp der Holzfäller ist verlassen, berichten sie, als sie zurückkommen. Der Einschlag ist alt, das Holz längst abtransportiert. Die Journalisten sind enttäuscht. Wir hingegen sind froh, dass nichts passiert ist. Hier wird die IBAMA lange brauchen, um festzustellen, ob sich die Holzfäller korrekt verhalten haben. Wenn das Holz einmal weg ist, ist die Recherche schwierig.

Greenpeace tut alles, um der IBAMA zu helfen. Unser Hubschrauber fliegt täglich über den Wald und sucht nach illegalem Holzeinschlag und nach illegalen Flugplätzen, auf denen die Holzfäller ankommen und abreisen. Unter den Arbeitern sind oft Sklaven, die unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Gerade hören wir, dass wir noch mehr illegal eingeschlagenes Holz gefunden haben. Scheint ein dicker Fisch zu sein. Ob wir es schaffen, den Holzfällern das Handwerk zu legen?

Falls Sie wissen möchten, wo genau der brasilianische Bundesstaat Pará liegt, hilft unsere Übersichtskarte.

Amazonas Reisetagebuch Teil 8

Apeí, Rio Jaurucú, Montag, 17. 11. 2003, 17:30 Uhr. Duschzeit an Bord der Arctic Sunrise. Um Frischwasser zu sparen, duschen wir alle zusammen an Deck - mit Flusswasser, aus dem Jaurucú. Zwischendurch springen wir ins Wasser. Der Fluss ist voller Leben. Außer Delfinen haben wir vor allem in der Nähe des Ufers schon viele Piranhas und Krokodile gesehen.

Gestern, Sonntag, 21 Uhr. Wir sind mitten in einer Besprechung auf dem Deck des Flussschiffes, als plötzlich eine Barke an uns vorbeifährt, voll beladen mit Holz. Alle, die Crew, die Journalisten, die Greenpeacer, springen auf, rennen an die Reling. Wir entziffern den Schriftzug Madenorte - eine Firma, die schon häufig in illegalen Holzeinschlag verwickelt war.

Die Hektik ist groß. Paulo, unser brasilianischer Koordinator, rennt in den Funkraum und ruft die IBAMA an, die brasilianische Umweltbehörde. Ihr Schiff liegt nur wenige Kilometer flussabwärts und ist immer noch dabei, die 2200 Stämme aus dem Holzeinschlag von Josafá zu vermessen (siehe Amazonas-Reisetagebuch Teil 7).

Dabei wollten wir bei unserem Treffen über den dicken Fisch reden: Ein Riesengebiet, von Holzfällern total platt gemacht. Holzstämme liegen stapelweise umher. Ein illegaler Flugplatz ist ganz in der Nähe. Auf unseren Fotos aus dem Helikopter können wir Arbeiter ausmachen. Doch wie wir erst am Abend erfahren haben, sind wir nicht die Ersten, die dieses Gebiet entdecken. Die IBAMA war schon vorher da und hat einen Teil des eingeschlagenen Holzes beschlagnahmt - vorerst.

Wir fürchten, dass die IBAMA das Holz freigibt, obwohl die Frage nach dem rechtmäßigen Besitz des Landes nicht geklärt ist. Es gibt strenge Regeln, wer Besitzer eines Landes sein darf, zum Beispiel, dass man von dort stammen muss. Diese Regeln werden hier in Porto de Moz (der Region, in der auch Apeí und Carmelinho liegen) selten eingehalten. Es gehört nicht zu den Aufgaben der IBAMA zu überprüfen, ob der Besitz rechtmäßig ist, sondern nur, ob die Holzfäller zu viel einschlagen.

Was sollen wir tun? fragen wir uns in dem Moment, als die Barke von Madenorte an uns vorbeifährt. Die Anaconda, unser Schnellboot, ist sofort startklar. Agnaldo, der vorne im Boot steht, zieht eine kugelsichere Weste an. Es ist stockdunkel auf dem Jaurucú. Agnaldo leuchtet die Flussbegrenzung mit einer Taschenlampe ab. Irgendwann kommt die Barke in Sicht. Greenpeace bleibt auf Distanz, Sicherheitsabstand. Als die IBAMA endlich eintrifft, stoppt sie das Schiff und lässt es nicht mehr weiterfahren. Untersuchen will sie es erst am Morgen.

Zu viele Gesetzeslücken, zu viele Tricks, die Regierung hat zu wenig Mittel. Auf dem Erdgipfel in Rio 1992 haben Delegierte aus aller Welt eine Konvention zum Schutz der Arten verabschiedet. Passiert ist seitdem wenig. Nächstes Jahr im März ist der nächste internationale Naturschutzgipfel. Es wird Zeit, dass die Regierungen (auch die deutsche Bundesregierung) endlich genug Geld bereitstellen, um Schutzgebiete einzurichten.

Amazonas-Reisetagebuch Teil 9

Carmelinho, 19.11.2003, 17:30 Uhr. Breaking News im Bundesstaat Parà: Rund 300 Holzfäller, teilweise bewaffnet, haben 20 Mitarbeiter der brasilianischen Umweltbehörde IBAMA in einem Hotel in Medicilândia festgesetzt. Eine heftige Form des Protests gegen die Untersuchungen der IBAMA...

So beginnt der neunte Eintrag in dem Tagebuch, das unsere beiden Mitarbeiterinnen Sandra Pfotenhauer und Katja Kreutzer aus dem Regenwald am Amazonas schicken. Seit Anfang des Monats sind die beiden im brasilianischen Urwald unterwegs. Sie nehmen an einer Aktion von Greenpeace International teil, in deren Verlauf die Orte aufgespürt und dokumentiert werden sollen, an denen illegal Bäume gefällt werden. Lesen sie weiter:

Es nervt die Holzfäller extrem, dass Greenpeace und die IBAMA in der Region sind und ihre dreckigen Geschäfte aufdecken. Denn normalerweise ist die Chance, erwischt zu werden, gleich Null.

Die IBAMA hat unsere Vermutung bestätigt: Josafa, von dem wir schon berichtet haben, hat das Gesetz gebrochen. Einheimische hatten der IBAMA einen Tipp gegeben. Hinter einem Holzstoß versteckt, führt eine kilometerlange Straße tief in den Urwald. Und zwar außerhalb des Gebietes, in dem Josafa pro Jahr 22.000 Kubikmeter Holz legal einschlagen darf. Anscheinend reicht ihm das noch nicht. Um noch mehr Geld zu machen, zerstört er den Regenwald.

Als uns diese Nachricht per Funk erreicht, sind wir mit zwei Schnellbooten auf dem Weg von der Arctic Sunrise zum Flussschiff. Das liegt gute zwei Fahrtstunden entfernt im schmalen Jaurucu, gegenüber vom IBAMA-Schiff und von Josafas Einschlaggebiet. Dort kommt die Arctic Sunrise nicht hin. Sie liegt vor Porto de Moz, der Holzfällerstadt. Hier ist es für Weiße gefährlich, für Greenpeacer erst recht. Dennoch sollte gestern eine Versammlung stattfinden mit Greenpeace, Holzfällern und dem zuständigen Staatsanwalt von Brasilien.

Doch das Risiko, in Porto de Moz die Versammlung abzuhalten, ist zu groß. Nicht nur Paolo, unser brasilianischer Koordinator, hat Morddrohungen bekommen. Auch der Staatsanwalt braucht Personenschutz. Nach mühsamen Verhandlungen steht der neue Treffpunkt fest: ein Strand, zwanzig Minuten von der Arctic Sunrise entfernt.

Die Sicherheitskräfte von der IBAMA halten mit Maschinengewehren im Anschlag Wache. Das Meeting dauert vier Stunden. Es sind zwei Gruppen von Holzfällern, die sich mit uns treffen, und eigentlich sind sie verfeindet. Sie zusammengebracht zu haben, ist ein Erfolg. Sie diskutieren den Vorschlag, ein Reservat einzurichten. Abholzen in Maßen erlaubt.

Trotzdem beschlagnahmt die IBAMA fünf Bulldozer und setzt die Einschlagerlaubnis außer Kraft. Josafa wird für die Zerstörung des Waldes bezahlen müssen. Doch für ihn hat sich das Geschäft wahrscheinlich trotzdem gelohnt. Denn große Holzmengen sind bereits verkauft.

Wohin Josafa das Holz gebracht hat, ist unklar. Zunächst ist es vielleicht nach Brevis gegangen, ins Sägewerk, und dann nach Belém. Von dort aus wird ein Teil des Holzes normalerweise per Schiff exportiert, auch zu uns nach Europa.

Jeder kann sich für den Urwald einsetzen, indem er beim Kaufen von Holz auf das Siegel des FSC achtet. Das steht für eine ökologisch und sozial gerechte Waldbewirtschaftung. Auch im Amazonas gibt es FSC-zertifizierte Firmen, leider viel zu wenige.

Falls Sie wissen möchten, wo genau der brasilianische Bundesstaat Pará liegt, hilft unsere Übersichtskarte.

Amazonas-Reisetagebuch Teil 10

Amazonas-Reisetagebuch Teil 10 - Donnerstag, 20. November. 14 Uhr: Aktion! Wir tauschen das Schild von Madenorte gegen ein Schild von Greenpeace aus. Madenorte ist eine Holzfirma, die sich schon oft hervor getan hat durch illegalen Holzeinschlag. Die Gebiete, die sie einnimmt, markiert sie mit einem Schild: Eigentum von Madenorte. Auf unserem Schild steht auf portugiesisch Reserviert fürs Reservat - grün für immer. Wenn das Land jemandem gehört, dann dem Staat - oder, noch besser, den Menschen, die in ihm leben.

Auf dem Weg zum Aktionsort passiert es: Unser Schnellboot macht eine zu enge Kurve und kippt beinahe um. Im letzten Moment bringen wir es wieder in die Balance. Für Michael, unseren Kameramann, war es richtig knapp. Sein Rucksack mit der Ausrüstung ist nass geworden. Er wollte sie retten und liegt am Boden vom Boot, zwischen den Sitzbalken. Finger geprellt.

17 Uhr: Es ist Badezeit nach einem langen Tag. Alle springen vom Flussschiff ins Wasser - Kinder aus dem Dorf Apeí und wir. Heute Morgen hatten wir ein Treffen der Dorfgemeinschaft. Sie kennen Greenpeace. Seit drei Jahren arbeiten wir mit Dorfgemeinschaften im Amazonas zusammen. Es zahlt sich aus. Hier sind wir gern gesehene Gäste, suchen gemeinsam nach Lösungen. Während die Erwachsenen ihre Sorgen äußern, spielen die Kinder mit Lehm. Merel, Kids-for-Forests-Beauftragte, bastelt mit ihnen Schätze. Die letzten Schatzkammern der Erde sind bedroht - im Wald, aber auch im Meer. Im Februar findet der internationale Artenschutzgipfel in Malaysia statt. Dann gehen alle Schätze, die Kinder auf der ganzen Welt erstellt haben, dorthin.

Plötzlich entdeckt Ted eine Schlange. Er ist einer der Journalisten, die unsere Tour durch den Amazonas dokumentieren. Die Schlange ist wunderschön, klein und rot-weiß geringelt. Wir wollen sie uns aus der Nähe ansehen - die Dorfbewohner jedoch weichen zurück und ziehen uns mit sich. Es ist eine Korallenschlange, hochgiftig. Einer der Männer tritt mit seinen Stiefeln auf sie und wirft sie in eine der schwelenden Feuerstellen. Zu viele Kinder, die barfuss herumlaufen und gebissen werden könnten.

Unsere Ärztin Paula hatte gestern ein gruseliges Erlebnis. Ihr Fuß tat an einer Stelle weh. Zuerst dachte sie, es sei ein Holzsplitter. Sie versuchte ihn mit einer Nadel zu entfernen, doch keine Chance. Als sie daran herumdrückte, kam ein kleiner, schwarzer Käfer heraus.

22.00: Crew Meeting. Während der nächtlichen Fahrt planen wir den nächsten Tag. Die Arctic Sunrise ist inzwischen auf dem Weg nach Santarem, auftanken. Plötzlich leuchtet der Nachthimmel rot. Ein riesiger Waldbrand an Land. Dunkle Umrisse von Palmen und Ufervegetation vor lodernden Flammen, grotesk, wie ein Schattenspiel. Die Luft ist voller Rauch. An Deck wird es still. Wir können nichts tun. Mit dem Wald verbrennen Tausende von Tieren.

Nach brasilianischem Recht darf jeder Grundbesitzer 20 Prozent seines Gebietes abholzen - doch an diese Vorgaben hält sich kaum jemand. Auch hier müsste die IBAMA eigentlich überprüfen, ob eine Erlaubnis vorliegt, den Wald abzubrennen. Doch jetzt ist es eh zu spät. Wird der Boden erst einmal landwirtschaftlich genutzt, hat der Wald keine Chance mehr.

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