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Greenpeace-Protest im Hafen von Santarém 2006
Daniel Beltrá / Greenpeace

Verhandlung um illegalen Soja-Hafen

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In einer öffentlichen Anhörung hat der Getreidekonzern Cargill seine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgestellt. Der Fall: Im Jahr 2000 hatte der Konzern ohne Genehmigung einen Hafen am Amazonas gebaut. In diesem Hafen wurde vor allem Soja verschifft. Die Frage ist, inwieweit dieser Hafen die massive Abholzung des brasilianischen Regenwaldes begünstigt hat. Nun vermutet die Staatsanwaltschaft, dass Cargill Daten für den Report gefälscht hat.

Bei dem Treffen im brasilianischen Bundesstaat Para wirft die Staatsanwaltschaft Cargill vor, den Einfluss des Hafens falsch bewertet zu haben. Ob Cargill das absichtlich getan hat, will die Staatsanwaltschaft in einer Untersuchung klären. Eventuell wird Cargill keine Umweltlizenz mehr bekommen. Wahrscheinlicher ist aber, dass das Unternehmen die Chance bekommt, eine zweite verbesserte Umweltverträglichkeitsprüfung vorzulegen. Bis dahin hat Cargill keine legale Geschäftsgrundlage.

2003 eröffnete Cargill den Hafen. Greenpeace und einige andere Umweltschutzorganisationen hatten versucht, sich zur Wehr zu setzen und den Bau zu verhindern - vergebens. Die neue Transportmöglichkeit lockte viele Landwirtschaftskonzerne an. Sie rodeten den Amazonas gnadenlos, um auf den freien Flächen Soja anzubauen. In der Region Santarém fielen den Sojafeldern zwischen 1999 und 2004 80.000 Hektar Regenwald zum Opfer.

Erst ab 2006 gab es weniger neue Rodungen, weil das Soja-Moratorium in Kraft trat. Greenpeace hatte sich lange für dieses Moratorium eingesetzt und veröffentlichte unter anderem den Bericht Eating up the Amazon. Der Bericht über den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Regenwaldzerstörung löste Proteste bei den europäischen Abnehmern von brasilianischer Soja aus. Viele von ihnen, darunter auch McDonalds, kauften als Konsequenz keine Soja aus Amazonien mehr - und damit wurde das Moratorium wirksam.

Trotzdem hat Cargill angekündigt einen neuen Silo für mehr als 30.000 Tonnen Getreide zu bauen und damit die Kapazität des Konzerns um 50 Prozent zu erweitern. Ebenfalls geplant sind drei neue Anlegebrücken im Santarém Hafen. An jedem sollen etwa drei Millionen Tonnen pro Jahr verschifft werden.

Diese Expansion zeigt wie wichtig eine öffentliche Registrierung aller Farmen ist. Präsident Lula muss in diesem Fall schnell handeln, damit Händler vermeiden können, von skrupellosen Anbietern zu kaufen, sagt Greenpeace Amazonas-Experte Raquel Carvalho. Nicht nur Cargill sondern auch alle anderen Konzerne müssen aus diesem Fall lernen und sicher stellen, dass ihre Geschäfte die Urwald-Rodung nicht noch anheizen.

Lesen Sie mehr über den Prozess gegen das Unternehmen Cargill!

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