Skip to main content
Jetzt spenden
Azoren

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Jährlich wird mit Grundschleppnetzen, die auf der Jagd nach Granatbarschen und anderen am Meeresboden lebenden Fischen sind, eine Fläche von rund 1500 Quadratkilometern regelrecht abrasiert.

Hier wird ein Lebensraum zerstört, der den Menschen noch größtenteils unbekannt ist, sagt Iris Menn, Meeresbiologin bei Greenpeace. Früher hat man vermutet, dass es in der Tiefe kein Leben gibt. Heute schätzt man die Artenvielfalt dort unten auf mehr als zehn Millionen. Jede Expedition bringt neues faszinierendes Leben an die Oberfläche. Doch jeder Fischzug mit einem Grundschleppnetz zerstört marines Leben aus Hunderten oder gar Tausenden von Jahren.

{image}Die Hohe See, der Meeresbereich jenseits der 200 Seemeilen vor den Küsten und außerhalb der Wirtschaftszone der Länder, ist Allgemeingut. Hier ist der Fischfang oft nicht geregelt und wenn, werden Verstöße nicht verfolgt. Ein Teil der Hohen See untersteht der Verantwortung so genannter Regionaler Fischereimanagement Organisationen. Die für den Nordostatlantik verantwortliche Organisation (NEAFC) tagt derzeit in Tromsoe (Norwegen). Seit Jahren jedoch sind die der NEAFC anvertrauten Fischbestände überfischt, wie zum Beispiel der Portugiesenhai oder der Tiefsee-Dornhai.

Wir brauchen einen radikalen Wechsel weg von einem kosmetischen Fischereimanagement hin zu einem Ansatz, der das gesamte Ökosystem mit einbezieht. Die dafür nötige Zeit müssen wir uns durch ein sofortiges Moratorium verschaffen. Sonst ist alles zerstört, bevor wir es schützen können, sagt Iris Menn.

Auch die Walpopulationen sind weltweit weiter in Gefahr. Nach Recherchen von Greenpeace haben sich viele seit Jahrzehnten unter Schutz stehende Großwale bis heute nicht von der exzessiven Jagd des letzten Jahrhunderts erholt, so auch die Finn- und Buckelwale. Dennoch will Japan genau diese beiden Arten im kommenden Jahr massiv jagen. Das Land will auf der diesjährigen Konferenz der IWC außerdem erhöhte Fangquoten für andere Arten durchsetzen. Die IWC tagt vom 16. bis 20. Juni in der Karibik.

  • IWC-Stimmenverteilung

    IWC-Stimmenverteilung

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Lemon Shark in French Polynesia

Sieben Tipps zum Meeresschutz

  • 29.09.2022

Meere gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Sieben Tipps, wie wir zum Schutz der Meere beitragen können.

mehr erfahren
Blauhai im Wasser

Haie kämpfen ums Überleben

  • 22.09.2022

Beim Schwertfischfang wird vier Mal mehr Hai gefangen als Schwertfisch. Das deckt ein neuer Greenpeace-Report auf. Er zeigt: Unsere Meere brauchen einen globalen Schutzvertrag

mehr erfahren
Protest against Shell's Seismic Blasting Plans in South Africa

Ölerkundung vor Südafrika rechtswidrig

  • 02.09.2022

Erfolg für den Meeresschutz: Shell darf vor der afrikanischen Wild Coast keine Schall-Untersuchungen durchführen.

mehr erfahren
Family Day in Hamburg

Familientag in Hamburg

  • 01.09.2022

Am 27. August trafen der Hamburger Familientag und der Tiefsee-Aktionstag aufeinander.

mehr erfahren
Baitball on Ningaloo Reef

Höchste Zeit für Hochseeschutz

  • 26.08.2022

Nur ein Hundertstel der Hohen See ist geschützt. Die UN verlangt mehr Meeresschutz und erarbeitet darum ein internationales Abkommen. Doch dessen Abschluss vertagt sich immer wieder.

mehr erfahren
"No Deep Sea Mining" – Action in Rotterdam

Tiefsee-Arten vom Aussterben bedroht

  • 12.05.2022

Die Artenvielfalt in der Tiefsee ist bedroht – doch statt sie stärker zu stützen, soll bald in der Tiefe Bergbau betrieben werden. Dagegen protestiert Greenpeace in Rotterdam.

mehr erfahren