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Protest gegen Billigfleisch
Daniel Müller / Greenpeace

Neue Umfrage bestätigt: Verbraucher wollen keine Gentechnik und Antibiotika

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

McDonald‘s muss einsehen: Verbraucher wollen kein Billigfleisch. Damit die Botschaft ankommt, zeigen Greenpeace-Aktivisten der Fastfood-Kette in ganz Deutschland die Stinkekralle.

In 43 Städten sind Greenpeace-Aktivisten unterwegs, um McDonald‘s den Stinkefinger zu zeigen. Die Fenster der Fastfood-Filialen plakatieren sie mit Hühnerkrallen-Motiven in eindeutiger Geste. „Stoppt genmanipuliertes Futter!“ und „Stoppt Massentierhaltung!“ steht auf den Plakaten. Damit fordern sie den Fastfood-Konzern auf, kein Billigfleisch mehr einzusetzen.

Verbraucher wollen kein Billigfleisch

Doch nicht nur die Greenpeace-Aktivisten wollen kein mit Gentechnik und Antibiotika produziertes Hähnchenfleisch: Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace bestätigt, dass die Mehrheit der Verbraucher sich ebenfalls gegen den Einsatz von Antibiotika und Gentechnik auch bei Fast-Food-Fleisch ausspricht. „McDonald‘s ignoriert die Wünsche der Verbraucher“, sagt Stephanie Töwe, Greenpeace-Expertin für Landwirtschaft. „Der Konzern muss erkennen, dass er nur verlieren kann, wenn er sich nicht ändert.“

Mehr als 88 Prozent der über tausend befragten Personen finden es wichtig, dass Fast-Food-Unternehmen wie McDonald‘s auf der Verpackung kennzeichnen, wenn Gen-Futter und Antibiotika eingesetzt wurden. 86 Prozent wollen außerdem, dass Gentechnik in der Geflügelmast gar nicht erst zum Einsatz kommt, und 90 Prozent fordern eine starke Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes.

McDonald‘s muss Verantwortung übernehmen

„Die Fast-Food-Kette redet sich scheinheilig heraus, um keine Verantwortung zu übernehmen“, so Töwe. „Dabei zeigen andere Hersteller, dass sie sehr wohl umstellen können.“

In Deutschland beliefert der zweitgrößte Geflügelproduzent Rothkötter McDonald‘s mit Hähnchenfleisch. Aktuelles Fotomaterial aus den Ställen belegt die miserable Haltung der Tiere. Greenpeace konnte außerdem in fünf Proben des Hähnchenfutters bis zu 100 Prozent Gentechnik nachweisen.

McDonald‘s behauptet, Gentechnik in der Produktion sei gängige Praxis am Markt. Dabei verzichten bereits Rewe und Edeka bei ihren Hähnchenprodukten auf Gen-Futter und wollen in Zukunft auch bei anderen tierischen Produkten keine Gen-Pflanzen mehr in der Produktion verwenden. Auch Aldi und Lidl wollen in der Hähnchenmast die Gen-Soja aus dem Futtertrog verbannen. Der größte deutsche Geflügelproduzent Wiesenhof füttert bereits seit Anfang 2015 wieder ohne Gentechnik.

Folgeschäden der Massentierhaltung müssen alle tragen

Die Produktion von Fleisch wirft nicht nur ethische Fragen nach dem Umgang mit Tieren auf, sondern hat auch gefährliche Folgen:

Durch den erhöhten Einsatz von Antibiotika in den Ställen für Massentierhaltung werden Keime resistent; die Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit. Die entstandenen multiresistenten Keime finden sich vermehrt auf Hähnchenfleisch. Böden und Wasser werden durch Nitrat aus den riesigen Mengen Mist, der in den Ställen anfällt, verschmutzt. Der Anbau gentechnisch veränderter Futtermittelpflanzen führt zudem zu einem hohen Einsatz gefährlicher Spritzmittel.

 „Die Folgeschäden der skrupellosen Billigfleischproduktion müssen wir alle tragen – auch Verbraucher, die McDonald’s meiden“, sagt Töwe.

Auch der Wissenschaftliche Beirat der Agrarpolitik  forderte in einem aktuellen Gutachten Sofortmaßnahmen für eine artgerechte und umweltfreundliche Haltung der Tiere. Die derzeitigen Haltungsbedingungen für Nutztiere seien nicht zukunftsfähig. Zudem müsse die Privatwirtschaft Produkte aus schlechten Haltungsbedingungen aus dem Sortiment nehmen.

>>> Greenpeace fordert von McDonalds, keine Gentechnik mehr in der Produktion von Fleisch, Eiern und Milch einzusetzen. Das Unternehmen muss artgerechte Tierhaltung und sinkenden Einsatz von Antibiotika in die Unternehmensleitlinie aufnehmen. Protestieren Sie mit!

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