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Huhn im Tierpark Arche Warder
Sabine Vielmo/Greenpeace

Ostern naht: Supermarkt-Ranking für Eier

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Vorweg: Bio-Eier stammen immer aus gentechnikfreier Fütterung. Ein Großteil der im Handel erhältlichen Eier dagegen kommt aus der Fütterung mit Gen-Pflanzen. In der Legehennen-Fütterung wird zu etwa 20 Prozent Gen-Soja eingesetzt. Zu erkennen sind diese Eier nicht. Wie andere tierische Produkte müssen Eier, die mit Gen-Tierfutter erzeugt wurden, nicht gekennzeichnet werden.

„Verbraucher benötigen Informationen, um sich für eine gentechnikfreie Lebensmittelproduktion entscheiden zu können. Diese Informationen bietet der neue Mini-Ratgeber“, sagt Sandra Blessin, Gentechnikexpertin von Greenpeace. „Die Mehrheit der Verbraucher lehnt den Einsatz von Gen-Pflanzen für Lebensmittel ab. Produktion und Vertrieb von Schalen-Eiern aus gentechnikfreier Fütterung sind allerdings noch stark ausbaufähig.“

Wo gibt es gentechnikfreie Eier?

Greenpeace befragte unter anderem tegut und Kaufland, Aldi, Lidl sowie die Biomärkte Alnatura und dennree. Letztere verkaufen ausschließlich Bio-Eier. Bio-Produkte unterliegen strengen Regeln, die Gentechnik im Essen ausschließen. Hier können Verbraucher also sicher sein.

Wenn es um konventionelle Eier geht, sind die Supermärkte tegut und Kaufland Vorreiter. Ab Juni 2011 will tegut nur noch Eier aus gentechnikfreier Fütterung anbieten und diese auch kennzeichnen. Die Kette ist schon bei gentechnikfreien Milchprodukten mit gutem Beispiel vorangegangen.

Auch Kaufland will ab Mai 2011 nur noch Eier aus gentechnikfreier Fütterung anbieten. Ein Drittel soll entsprechend gekennzeichnet sein. Bislang liegt der Anteil gentechnikfreier Eier bei 75 Prozent.

Die Mehrzahl der Händler schneidet mit einem Anteil von 20 bis 30 Prozent an gentechnikfreier Fütterung bescheiden ab. Dazu gehören Rewe, Penny, Aldi, Kaiser´s Tengelmann, Edeka, Real und Norma.

Lidl und Globus belegen die letzten Plätze im Greenpeace-Ranking. Sie weigerten sich, Aussagen zum Umfang ihres Angebots an gentechnikfrei erzeugten Frisch-Eiern zu machen. Beide Unternehmen bieten jeweils nur eine Biomarke an. Lidl hat zudem keine konventionellen Eier ohne Gen-Pflanzen im Angebot, während Globus immerhin noch die gentechnikfreie Eigenmarke „Tierschutz geprüft“ anbietet.

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels plädierte auf Anfrage von Greenpeace grundsätzlich für eine gentechnikfreie Fütterung der Legehennen. Zu begrüßen ist auch, dass Rewe und Netto ihr Angebot an gentechnikfrei erzeugten Eiern bis Ende 2011 deutlich ausweiten wollen: Rewe auf mehr als 70 Prozent und Netto bis zu 100 Prozent.

„Das neu gewonnene Bewusstsein des Handels ist ein erster Schritt. Zum Schutz von Mensch und Umwelt sollte jedoch ganz auf den Einsatz von genmanipulierten Pflanzen verzichtet werden“, sagt Blessin. „Der Anbau dieser Pflanzen gefährdet die biologische Vielfalt und führt zu verstärktem Pestizideinsatz.“

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/sos-tierwohl

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