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Die EU-Kommission hat eine lange Liste chinesischer Reisprodukte zusammengestellt, für die diese Regelung gelten soll. Zahlreiche Produkte wie weißer und brauner Reis, Reismehl, Nudeln, Särke oder ungeröstetes Müsli dürfen ab Mitte April nur noch importiert werden, wenn ihnen anerkannte Labors ein gentechnikfrei attestiert haben. Die heute getroffene Entscheidung soll dafür sorgen, dass kein verbotener Bt63-Reis europäische Verbraucher erreicht, sagte EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou. Nach sechs Monaten soll über eine Verlängerung entschieden werden.

Die EU-Kommission hätte viel früher Maßnahmen wie diese beschließen müssen, erklärt Gentechnikexpertin Ulrike Brendel von Greenpeace. Ausreichender Verbraucherschutz sehe zudem anders aus. Reis aus China, der nicht getestet sei, müsse umgehend aus den Verkaufsregalen genommen werden.

Erst Ende 2007 waren wieder verunreinigte Produkte aufgetaucht. Verbraucher könnten sich also - bis die Regelung Mitte April greift - mit einer Packung Reis aus China auch Gen-Reis ins Essen rühren.

Ausgelöst wurde der Skandal durch Untersuchungen von Greenpeace im September 2006 in Deutschland, Frankreich und Großbritannien: Fünf der 29 getesteten Lebensmittel waren mit genmanipuliertem Reis verunreinigt. In Deutschland handelte es sich um Reisnudeln der Marke "Swallow Sailing", die in Asia Läden erhältlich sind.

Illegaler Anbau in China

Bisher wird in keinem Land der Erde genmanipulierter Reis kommerziell angebaut. Auch in China ist noch kein Gen-Reis für den Anbau oder den menschlichen Verzehr zugelassen. Dennoch deckte Greenpeace China im April 2005 den illegalen Anbau von Bt-Reis in China auf. Von dort breitet sich der genmanipulierte Reis unkontrolliert aus.

Greenpeace fand verunreinigte Lebensmittel in mehreren Regionen Chinas. Greenpeace verständigte die Behörden und die chinesische Regierung unternahm Schritte, um die Ausbreitung des Gen-Reises in den Griff zu bekommen. Dennoch ist der Gen-Reis in Europa angekommen.

Risiko Gen-Reis

Bei dem chinesischen Gen-Reis handelt es sich um einen sogenannten Bt-Reis. Bt-Pflanzen produzieren ein Gift, das auf Schädlinge wie den Zünsler und den Reisstängelbohrer tödlich wirken soll. Aktuelle Forschungsergebnisse zu Bt-Mais belegen allerdings, dass das Bt-Toxin unter anderem auch auf Honigbienen, gefährdete Schmetterlingsarten, Spinnen und auf Bodenorganismen wie Regenwürmer negative Auswirkungen haben kann.

Die Risiken für Menschen sind nicht geklärt: Der illegal in China angebaute Reis produziert das Bt-Toxin Cry1Ac oder eine Verbindung aus Cry1Ab/Cry1Ac-Proteinen. Das Cry1Ac-Protein steht im Verdacht, bei Menschen Allergien auslösen zu können. Mehrere Wissenschaftler haben bereits Bedenken gegenüber dem chinesischen Gen-Reis geäußert. Zudem liegt noch keine Risikoabschätzung für mögliche weitere Effekte auf die menschliche Gesundheit vor.

Die Verunreinigung von konventionellen Produkten mit Gen-Reis aus China sei kein Einzelfall, sagt Brendel. Gen-Saaten lassen sich nicht kontrollieren.

(Text: Anja Franzenburg)

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