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Panoramic View of the Beautiful Paddy Terraces in China
© Greenpeace / John Novis

Im Angebot: Gen-Reis aus China

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Chinesische Reisnudeln sind zum Teil mit gentechnisch-verändertem Reis verunreinigt. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung von 29 chinesischen Reisprodukten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien durch Greenpeace. Insgesamt wiesen fünf der Proben ein positives Ergebnis auf. Darunter auch die Reisnudeln der Marke Swallow Sailing. Sie werden in Deutschland verkauft.

Swallow Sailing steht hauptsächlich in den Regalen von Asia-Läden. Importiert wird die Marke von der Firma Heuschen & Schrouff aus den Niederlanden. Zu ihrer Klientel zählen Unternehmen in allen EU-Mitgliedsstaaten. Die Einrichtung von EU-Kontrollstellen sollte den möglichen Import von gentechnisch-veränderten Lebensmitteln Einhalt bieten. Der Gen-Reis aus China gelangte trotzdem unbemerkt auf den europäischen Markt.

Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace kritisiert die Maßnahmen des Staatenbundes: Der Gen-Reis aus China ist eine mögliche Gefahr für die Gesundheit. Greenpeace fordert die Behörden auf, die betroffenen Produkte vom Markt zu nehmen. Die EU-Kommission muss dafür sorgen, dass Reis und Reis-Produkte aus China nur eingeführt werden dürfen, wenn sie nachweislich nicht gentechnisch verunreinigt sind.

Der Anbau von Gen-Reis ist in China illegal. Lediglich zu Versuchszwecken bauten Wissenschaftler der Universität für Landwirtschaft in Wuhan den Bt-Reis an. Später verkauften sie Saatgut unerlaubt an chinesische Bauern. Im April 2005 entdeckten Greenpeace-Mitarbeiter in der chinesischen Provinz Hubei schließlich den illegalen Anbau.

Dieser Fall zeigt, dass Lebensmittel nur frei von Gen-Pflanzen bleiben können, wenn der Anbau von Gen-Pflanzen gestoppt wird, so Brendel. Zwar reagierten die chinesischen Behörden nach der Entdeckung des illegalen Reisanbaus mit der Vernichtung der betroffenen Felder, der genmanipulierte Reis breitete sich aber in der Nahrungskette aus. Verunreinigter loser Reis und Babynahrung gingen anschließend über chinesische Theken.

Umstritten ist der Gen-Reis insbesondere wegen seiner Wirkung: So steht er im Verdacht, Allergien auszulösen. Welche Risiken mit dem Anbau und dem Verzehr von Gen-Reis verbunden sind, ist bislang wissenschaftlich noch nicht ausreichend untersucht worden. Aktuelle Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen von Gen-Mais weisen jedoch auf die Gefahren hin, die gentechnisch-veränderte Agrarpflanzen mit sich bringen.

Wie bei Bt-Mais wird der Reispflanze ein Genkonstrukt des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis eingesetzt. So ist sie in der Lage, ein Gift gegen Schädlinge wie etwa den Zünsler oder den Reisstängelbohrer zu produzieren. In der Landwirtschaft ist der zeitweise und selektive Einsatz des Giftes bei Schädlingsbefall kein Novum - durch den Einbau des Konstruktes in Agrarpflanzen verändert das Gift seine Eigenschaften allerdings grundlegend.

So werden nicht nur Schädlinge sondern auch andere Insekten - bei Bt-Mais sind es Honigbienen, Schmetterlinge, Spinnen oder Regenwürmer - getötet. Zudem produziert die Pflanze das Gift während ihrer gesamten Wachstumsperiode. Es breitet sich so dauerhaft über den Acker, umliegende Felder und Wiesen aus.

670.000 Tonnen Reis exportierte China im Jahr 2005 ins Ausland. Davon gingen etwa 1.924 Tonnen nach Deutschland. Reis ist als loses Korn - aber auch als Kleie und Mehl erhältlich. In der Lebensmittelindustrie wird das weltweit wichtigste Grundnahrungsmittel als Zutat in Fertiggerichten, Babynahrung, Bier und Joghurt verwendet.

(Autorin: Cindy Roitsch)

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