Gesundheit und Klima schützen

Diesel macht krank

Der zunehmende Autoverkehr legt unsere Städte lahm, die Schadstoffe belasten unsere Gesundheit. Doch die Politik fördert weiterhin Dieselmotoren. Das wollen wir ändern – mit Ihnen!

Dicke Luft

Eine junge Frau saust auf dem Skateboard an rennenden Kindern vorbei; neben ihnen hält ein Elektro-Bus. Sie alle haben Platz – weil kaum Autos unterwegs sind. Ein modernes Bullerbü? Nein: die Vision einer zukunftsfähigen Stadt. Doch noch leben wir in Deutschland in Städten, die für Autos gebaut zu sein scheinen und nicht für Menschen – zu Lasten der Lebensqualität, des Klimas, und unserer Gesundheit. Wir wollen das ändern – Sie auch?

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Das Problem ist bekannt: Jede zweite innerstädtische Messstation zeigt Stickoxidwerte (NO2), die über dem geltenden EU-Jahresgrenzwert liegen. 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft dürften es sein, doch oft sind es 50 oder 60 Mikrogramm, manchmal noch mehr. Auch Greenpeace-Messungen zeigen, dass Stadtluft alles andere als gesund ist. Stickoxide schädigen die Atemwege – vor allem bei Kindern – und erhöhen das Herzinfarktrisiko. Die größte Stickoxid-Quelle sind die Auspuffe von Dieselfahrzeugen. Aus ihnen quellen gut zwei Drittel der verkehrsbedingten NO2-Abgase.

Milliarden für stinkende Autos umleiten

Die Bundesregierung subventioniert Diesel jährlich mit sieben Milliarden Euro – über die niedrig gehaltenen Dieselpreise an den Tankstellen. Geld, das an anderer Stelle fehlt und in zukunftsfähige Verkehrskonzepte investiert werden könnte. Etwa in die Umrüstung der innerstädtischen Busflotten auf Elektromotoren. Die sieben Milliarden Euro aus dem ersten Jahr ohne Dieselsubventionen würden reichen, alle innerstädtischen Busse durch Elektrobusse zu ersetzen. Im zweiten Jahr könnte die riesige Summe in den Ausbau des Radwegenetzes fließen, im dritten in den Ausbau und die Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs…

Doch stattdessen verzichtet die Regierung Jahr für Jahr auf Steuermilliarden und fördert so den Verkauf von gesundheitsschädlichen Dieselwagen. Schluss damit!

Lügentests die Stirn bieten

Die unbegründete Dieselprämie abzuschaffen, würde Dieselfahrzeuge unattraktiver und damit die Luft in deutschen Städten besser machen. Das ist wichtig, da ein anderes Steuerinstrument gerade gescheitert ist: Die Autolobby hat es geschafft, strengere Abgastests für Stickoxide in der EU zu verhindern. So dürfen die unter unrealistischen Laborbedingungen erhobenen, niedrigen Testwerte noch auf Jahre hinaus massiv von den tatsächlichen im Straßenbetrieb abweichen.

Auch Greenpeace hatte mit Tausenden Verbrauchern von der Politik gefordert, diese Lügentests zu verbieten. Das Ergebnis ist zwar enttäuschend, die Macht der Verbraucher aber nicht zu unterschätzen. Sie müssen diese Verbrauchertäuschung nicht hinnehmen: Wenn Sie ein Auto brauchen, können Sie sich vor dem Kauf auf Spritmonitor.de über die echten Werte informieren. Fragen Sie zudem beim Hersteller nach, wie hoch die Abgaswerte im Straßenverkehr sind. So merkt die Branche, dass schlichtes Greenwashing immer weniger funktioniert.

Das kann doch nicht alles sein

Es ist klar, dass die Abschaffung der Dieselsteuer nicht reicht, um den Stadtbewohnern mehr Platz zum Atmen, Radfahren und Leben zu geben. Aber es wäre ein wichtiger Schritt und könnte Steuergelder dorthin lenken, wo sie statt Autoherstellern der Allgemeinheit zugutekommen. Denn unsere Städte wachsen. Die Art, wie wir das Leben und die Mobilität in ihnen organisieren, wird entscheidend sein für unsere Lebensqualität ­ aber auch für den Kampf gegen den Klimawandel.

Wie wir uns die Städte der Zukunft vorstellen, erfahren Sie in unserer Broschüre „Im Kern gesund“.

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Im Kern gesund

10 Maßnahmen für eine gesunde Mobilität in Deutschlands Stadtzentren.