Gesundheit und Klima schützen

Diesel macht krank

Der zunehmende Autoverkehr legt unsere Städte lahm, die Schadstoffe belasten unsere Gesundheit. Doch die Politik fördert weiterhin Dieselmotoren. Das wollen wir ändern – mit Ihnen!

Dicke Luft

Eine junge Frau saust auf dem Skateboard an rennenden Kindern vorbei; neben ihnen hält ein Elektro-Bus. Sie alle haben Platz – weil kaum Autos unterwegs sind. Ein modernes Bullerbü? Nein: die Vision einer zukunftsfähigen Stadt. Noch aber leben wir in Deutschland in Städten, die sich über Jahrzehnte immer mehr am Auto orientiert haben und immer weniger am Menschen – zu Lasten der Lebensqualität, des Klimas und unserer Gesundheit. Wir wollen das ändern. Sie auch?

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Das Problem ist bekannt: Gut jede zweite innerstädtische Messstation zeigt Stickoxidwerte (NO2), die über dem geltenden EU-Jahresgrenzwert liegen. 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft dürften es sein, oft aber sind es 50 oder 60 Mikrogramm, manchmal noch mehr. Auch Greenpeace-Messungen zeigen, dass Stadtluft ungesund ist. Stickoxide schädigen die Atemwege – vor allem bei Kindern – und erhöhen das Herzinfarktrisiko. Allein in Deutschland verursacht das hauptsächlich aus Dieselmotoren stammende Atemgift mehr als 10.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr. 

Die schlechte Luft ist längst auch in Brüssel ein Thema: Die EU droht, Deutschland zu verklagen, wenn sich an diesem seit Jahren andauernden Missstand nicht bald was ändert. Denn bislang unternimmt Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kaum etwas, um die Gesundheit von Hunderttausenden von Stadtbewohnern vor giftigen Dieselabgasen zu schützen.

Blaue Plakette: Gesundheit hat Vorfahrt!

„Städte brauchen endlich wirksame Werkzeuge, um die schmutzigsten Autos rauszuhalten“, sagt Daniel Moser, Experte für Mobilität bei Greenpeace. Zum Schutz der Bevölkerung dürfen auch Fahrverbote nicht länger tabu sein. Ein Mittel dazu wären Umweltzonen auf Basis einer blauen Plakette. Damit könnten Autos mit besonders hohem Stickoxidausstoß ausgeschlossen werden. 

Der Druck auf die Städte lässt die Unterstützung für die Plakette wachsen. Neben den Bundesländern Baden-Württemberg und Berlin fordern sie auch die Umweltminister der Länder. Das Verkehrsministerium hingegen lehnt nicht nur die Plakette ab, es hält trotz der anhaltenden Luftprobleme auch weiter an den milliardenschweren Steuererleichterungen für Diesel fest, die sich im Jahr auf stolze sieben Milliarden Euro addieren – über die niedrig gehaltenen Dieselpreise an den Tankstellen. Geld, das an anderer Stelle fehlt und in zukunftsfähige Verkehrskonzepte investiert werden könnte.

Wir brauchen die Verkehrswende

Denn mittelfristig müssen Verbrennungsmotoren – egal ob Benziner oder Diesel – ganz raus aus der Stadt. „Die Verkehrswende in der Stadt fußt auf einem attraktiven ÖPNV, einem gut ausgebauten Radwegenetz und gemeinsam genutzten E-Autos“, so Moser. Denn unsere Städte wachsen. Die Art, wie wir das Leben und die Mobilität in ihnen organisieren, wird entscheidend sein für unsere Gesundheit und Lebensqualität,­ aber auch für den Kampf gegen den Klimawandel.

Wie wir uns die Städte der Zukunft vorstellen, erfahren Sie in unserer Broschüre „Im Kern gesund“.

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Im Kern gesund

10 Maßnahmen für eine gesunde Mobilität in Deutschlands Stadtzentren.