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Manila 2010: Die Rainbow Warrior ist für eine weltweite Energiewende unterwegs
John Javellana/Greenpeace

Rainbow Warrior II – die Nachfolgerin

1989 lässt Greenpeace im Hamburger Hafen das alte Dampfschiff "Grampian Fame" zum Motorsegler umrüsten und benennt ihn nach dem legendären Vorgängerschiff "Rainbow Warrior". Notfalls soll dieser nun den Pazifik auch ohne Treibstoff überqueren. Bereits 1991 ist die "Rainbow Warrior II" in der Südsee unterwegs: Schiff und Mannschaft kämpfen zuerst gegen die zerstörerische Treibnetzfischerei und beenden dann das Jahr mit Protesten gegen die französischen Atomtests auf dem Moruroa-Atoll.

Ein Jahr, das nicht ohne Folgen blieb. Während der Kampagne gegen Atomtests im März 1992 kommt es auf dem Schiff zu Auseinandersetzungen mit der französischen Marine. Die Crew filmt und sendet das Material dank neuer Videotechnik erstmals in der Geschichte live in alle Welt.

Die wohl dramatischsten Momente auf See erlebt die Mannschaft 1995 während einer Protestfahrt gegen die wiederaufgenommenen Atombombentests der Franzosen im Südpazifik. Die Rainbow Warrior II wird gerammt, das Schiff beschädigt. Mit Gewalt und Tränengas entert die französische Marine den Motorsegler.

Ein Jahr später segelt das Aktionsschiff nach Chile und begleitet die Fischereikampagne. Auch in südamerikanischen Gewässern kommt es zum Eklat. Die Regierung Chiles verbannt Schiff und Mannschaft aus ihren Hoheitsgewässern. Greenpeace lässt sich nicht beirren und sendet sein Schiff stattdessen an die Küste Australiens, um Daten über die Folgen von Öl- und Gasanlagen auf Plankton, Wale und Korallenriffe zu sammeln. Das Schiff unterstützt zudem Klimakampagnen in Mexiko und liefert, nachdem Hurrikan Mitch 1998 in Zentralamerika ganze Landstriche verwüstet hat, Hilfsgüter nach Nicaragua.

Als erstes Schiff der Greenpeace-Flotte erreicht die Rainbow Warrior II Ende November 1998 die Küste Indiens und startet von dort aus zur Toxic-Free-Asia-Kampagne. Von Indien geht es über Thailand und die Philippinen nach China. Im April 1999 erreicht die Rainbow Warrior II Japan.

Den gesamten September 2000 verbringt der Greenpeace-Segler in Mort Bay in Sydney und begleitet die Green Games. Auf dem Schiff gibt es Besichtigungstage und Pressekonferenzen anlässlich der Olympischen Spiele. Das Konzept der Green Games hat Greenpeace mit entwickelt. Die Green Games zeichnen sich durch umweltfreundliche Energieversorgung, saubere Baustoffe sowie Müllreduzierung und -wiederverwertung aus.

Ende März 2001 erreicht das Schiff die Marshall Islands (USA). Dort protestiert Greenpeace gegen das geplante amerikanische Raketenprogramm Star Wars. Das Schiff tourt im Rahmen der Star Wars-Kampagne den Sommer über entlang der US-amerikanischen Ostküste.

Im März 2003 beteiligt sich Greenpeace mit der Rainbow Warrior II vor dem spanischen Marinestützpunkt Rota an einer Aktion gegen das US-amerikanische Kriegstransportschiff Cape Horn. Die Organisation will darauf hinweisen, dass die USA mit dem Irak-Krieg die UN-Charta unterwandern.

Während einer friedlichen Aktion im spanischen Valencia kommt es erneut zu Zwischenfällen mit den Behörden. Sicherheitskräfte konfiszieren das Schiff und nehmen die Crew fest. Um das Schiff auszulösen, soll Greenpeace eine Kaution zahlen, wie sie nur bei schlimmsten Verbrechen vorgesehen ist. Erst nach zigtausenden Protestbriefen aus aller Welt setzen die Behörden die Kaution auf ein normales Maß herunter.

Nach dem Tsunami in Südostasien transportiert die Rainbow Warrior im Januar 2005 für Hilfsorganisationen rund 450 Tonnen Nahrung und Hilfsgüter nach Aceh, Nordsumatra. Zu einer dreimonatigen Tour durchs Mittelmeer bricht die Rainbow Warrior im Juni 2006 von Genua auf. Es kommt zum Zusammentreffen mit italienischen Piratenfischern. Noch während der Bombardierung des Libanons transportiert die Rainbow Warrior im August Hilfsgüter für Ärzte ohne Grenzen von Zypern nach Beirut.

Nach dutzenden Kampagnen und Expeditionen sticht die Rainbow Warrior II im Jahr 2011 zum letzten Mal in See. Diesmal nimmt sie Kurs auf Japan. Nach dem Atomunglück bei Fukushima dokumentiert die Mannschaft Strahlenbelastungen in der Nähe der zerstörten Atomanlage.

Am 16. August 2011 übergibt Greenpeace die Rainbow in Singapur mit feierlicher Zeremonie an die bangladesische Nichtregierungsorganisation Friendship, die es zum Lazarett umbaut. Mittlerweile verkehrt das ehemalige Regenbogenkrieger-Schiff als schwimmendes Krankenhaus vor der Küste Bangladeschs.

  • Im Einsatz: 1989 bis 2011
  • Baujahr: 1957
  • Schiffstyp: Nordsee-Fischtrawler
  • Heimathafen: Amsterdam
  • Länge: 55 m
  • Geschwindigkeit: 13 Knoten
  • Besatzung: 11 (max. 30) Personen
  • Greenpeacer Philip Papuka auf dem Weg zu dem französischen Marinschiff, das die Rainbow Warrior auf ihrer Fahrt nach Moruroa beschattet

    Botschaft für die Militärs

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  • Moruroa 1995. Eine französische Marineeinheit geht längsseits der Rainbow Warrior und entert das Greenpeace-Schiff

    Französische Marine geht längsseits

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  • 1995: Französische Marine entert die Rainbow Warrior II

    Rainbow Warrior II geentert

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  • Guardia Civil entert in Valencia 2003 die Rainbow Warrior, um deren friedlichen Protest gegen Urwaldzerstörung zu verhindern

    Mit Guardia Civil gegen Umweltschützer

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  • Unter dem bangladesischen Namen Rongdhonu (dt. Regenbogen) ist die alte Rainbow Warrior II seit 2011 als Krankenhausschiff unterwegs

    Neuer Name, altes Schiff

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