Skip to main content
Jetzt spenden
Manila 2010: Die Rainbow Warrior ist für eine weltweite Energiewende unterwegs
© John Javellana/Greenpeace

Rainbow Warrior II – die Nachfolgerin

Ein Jahr, das nicht ohne Folgen blieb. Während der Kampagne gegen Atomtests im März 1992 kommt es auf dem Schiff zu Auseinandersetzungen mit der französischen Marine. Die Crew filmt und sendet das Material dank neuer Videotechnik erstmals in der Geschichte live in alle Welt.

Die wohl dramatischsten Momente auf See erlebt die Mannschaft 1995 während einer Protestfahrt gegen die wiederaufgenommenen Atombombentests der Franzosen im Südpazifik. Die Rainbow Warrior II wird gerammt, das Schiff beschädigt. Mit Gewalt und Tränengas entert die französische Marine den Motorsegler.

Ein Jahr später segelt das Aktionsschiff nach Chile und begleitet die Fischereikampagne. Auch in südamerikanischen Gewässern kommt es zum Eklat. Die Regierung Chiles verbannt Schiff und Mannschaft aus ihren Hoheitsgewässern. Greenpeace lässt sich nicht beirren und sendet sein Schiff stattdessen an die Küste Australiens, um Daten über die Folgen von Öl- und Gasanlagen auf Plankton, Wale und Korallenriffe zu sammeln. Das Schiff unterstützt zudem Klimakampagnen in Mexiko und liefert, nachdem Hurrikan Mitch 1998 in Zentralamerika ganze Landstriche verwüstet hat, Hilfsgüter nach Nicaragua.

Als erstes Schiff der Greenpeace-Flotte erreicht die Rainbow Warrior II Ende November 1998 die Küste Indiens und startet von dort aus zur Toxic-Free-Asia-Kampagne. Von Indien geht es über Thailand und die Philippinen nach China. Im April 1999 erreicht die Rainbow Warrior II Japan.

Den gesamten September 2000 verbringt der Greenpeace-Segler in Mort Bay in Sydney und begleitet die Green Games. Auf dem Schiff gibt es Besichtigungstage und Pressekonferenzen anlässlich der Olympischen Spiele. Das Konzept der Green Games hat Greenpeace mit entwickelt. Die Green Games zeichnen sich durch umweltfreundliche Energieversorgung, saubere Baustoffe sowie Müllreduzierung und -wiederverwertung aus.

Ende März 2001 erreicht das Schiff die Marshall Islands (USA). Dort protestiert Greenpeace gegen das geplante amerikanische Raketenprogramm Star Wars. Das Schiff tourt im Rahmen der Star Wars-Kampagne den Sommer über entlang der US-amerikanischen Ostküste.

Im März 2003 beteiligt sich Greenpeace mit der Rainbow Warrior II vor dem spanischen Marinestützpunkt Rota an einer Aktion gegen das US-amerikanische Kriegstransportschiff Cape Horn. Die Organisation will darauf hinweisen, dass die USA mit dem Irak-Krieg die UN-Charta unterwandern.

Während einer friedlichen Aktion im spanischen Valencia kommt es erneut zu Zwischenfällen mit den Behörden. Sicherheitskräfte konfiszieren das Schiff und nehmen die Crew fest. Um das Schiff auszulösen, soll Greenpeace eine Kaution zahlen, wie sie nur bei schlimmsten Verbrechen vorgesehen ist. Erst nach zigtausenden Protestbriefen aus aller Welt setzen die Behörden die Kaution auf ein normales Maß herunter.

Nach dem Tsunami in Südostasien transportiert die Rainbow Warrior im Januar 2005 für Hilfsorganisationen rund 450 Tonnen Nahrung und Hilfsgüter nach Aceh, Nordsumatra. Zu einer dreimonatigen Tour durchs Mittelmeer bricht die Rainbow Warrior im Juni 2006 von Genua auf. Es kommt zum Zusammentreffen mit italienischen Piratenfischern. Noch während der Bombardierung des Libanons transportiert die Rainbow Warrior im August Hilfsgüter für Ärzte ohne Grenzen von Zypern nach Beirut.

Nach dutzenden Kampagnen und Expeditionen sticht die Rainbow Warrior II im Jahr 2011 zum letzten Mal in See. Diesmal nimmt sie Kurs auf Japan. Nach dem Atomunglück bei Fukushima dokumentiert die Mannschaft Strahlenbelastungen in der Nähe der zerstörten Atomanlage.

Am 16. August 2011 übergibt Greenpeace die Rainbow in Singapur mit feierlicher Zeremonie an die bangladesische Nichtregierungsorganisation Friendship, die es zum Lazarett umbaut. Mittlerweile verkehrt das ehemalige Regenbogenkrieger-Schiff als schwimmendes Krankenhaus vor der Küste Bangladeschs.

• Im Einsatz: 1989 bis 2011• Baujahr: 1957• Schiffstyp: Nordsee-Fischtrawler• Heimathafen: Amsterdam• Länge: 55 m• Geschwindigkeit: 13 Knoten• Besatzung: 11 (max. 30) Personen

  • Greenpeacer Philip Papuka auf dem Weg zu dem französischen Marinschiff, das die Rainbow Warrior auf ihrer Fahrt nach Moruroa beschattet

    Botschaft für die Militärs

    Überspringe die Bildergalerie
  • Moruroa 1995. Eine französische Marineeinheit geht längsseits der Rainbow Warrior und entert das Greenpeace-Schiff

    Französische Marine geht längsseits

    Überspringe die Bildergalerie
  • 1995: Französische Marine entert die Rainbow Warrior II

    Rainbow Warrior II geentert

    Überspringe die Bildergalerie
  • Guardia Civil entert in Valencia 2003 die Rainbow Warrior, um deren friedlichen Protest gegen Urwaldzerstörung zu verhindern

    Mit Guardia Civil gegen Umweltschützer

    Überspringe die Bildergalerie
  • Unter dem bangladesischen Namen Rongdhonu (dt. Regenbogen) ist die alte Rainbow Warrior II seit 2011 als Krankenhausschiff unterwegs

    Neuer Name, altes Schiff

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

Entrüstung-jetzt!

  • 31.08.2021

Wer will noch einen Panzer? Welche Rakete tötet besser? Waffenmessen sind zynisch. Das zeigt die Foto-Ausstellung von Nikita Teryoshin, mit der Greenpeace durch Deutschland tourt.

mehr erfahren
Greenpeace Energy-Windpark Tomerdingen

Energiegenossenschaft aus Überzeugung

  • 23.06.2021

Mit gerade einmal 186 Kunden ging es los. Mittlerweile versorgt Greenpeace Energy bundesweit mehr als 200.000 Privat- und Geschäftskunden.

mehr erfahren
Filmplakat zu "The Rainbow Warriors of Waiheke Island"

Die Regenbogenkrieger von Waiheke Island

  • 01.03.2021

1978 ersteigerte eine Gruppe junger Leute einen rostigen Trawler. Sie wollten sich damit in den Atlantik aufmachen, um dort gegen Walfänger zu protestieren. Aus dem alten Trawler wurde die Rainbow Warrior, das erste Greenpeace-Schiff. Der Film The Rainbow Warriors of Waiheke Island, der die Geschichte des Schiffs und seiner Besatzung erzählt, eröffnet am 25. November um 18.15 Uhr das Filmfestival ueber Mut der Aktion Mensch in Hamburg im Kommunalen Kino Metropolis.

mehr erfahren
Brigitte Behrens, Geschäftsführerin Greenpeace Deutschland

Greenpeace in der Hamburger Hafencity

  • 01.03.2021

Die Greenpeace-Büros sind in einem ökologisch fortschrittlichen Gebäude in der Hafencity in Hamburg. Warum der Standort gewählt wurde, erzählt Geschäftsführerin Brigitte Behrens.

mehr erfahren
Greenpeace ist international

Greenpeace-Büros weltweit

  • 01.01.2021

Greenpeace arbeitet inzwischen in 55 Ländern. Die Adressen weltweit haben wir hier für Sie zusammengestellt.

mehr erfahren
Martin Kaiser und Roland Hipp, geschäftsführende Vorstände von Greenpeace

„Was für ein Jahr!“

  • 18.12.2020

Corona, Klimakrise, Waldbrände: 2020 war schlimm. Ein Wort zum Ende dieses außergewöhnlichen Jahres von Martin Kaiser und Roland Hipp, geschäftsführende Vorstände von Greenpeace.

mehr erfahren