Skip to main content
Jetzt spenden
Hände mit Hashtag makersforclimate
© Maria Feck / Greenpeace

Gegen Überkonsum, für Klimaschutz: erfolgreiches Finale der MAKE-SMTHNG-Week

„Alten Resten eine Chance“ sang die Berliner Band Element Of Crime einst (und meinte was anderes), der Titel wäre aber auch ein schönes Motto für die MAKE-SMTHNG-Week: Wie hier kreativ mit dem umgegangen wird, was in der Überflussgesellschaft vorschnell als überflüssig gilt, gibt Mut und inspiriert. Siebdruck macht aus ausgemusterten Klamotten neue Lieblingsteile, manchmal verlängert ein winziges Ersatzteil die Lebenszeit eines zickenden Mobiltelefons um Jahre.

In rund 50 deutschen Städten fanden in der vergangenen Woche über 160 Veranstaltungen statt, inklusive einer zweitägigen Abschlussveranstaltung in der Hamburger Greenpeace-Zentrale, die ihren Besucherinnen und Besuchern stets dasselbe mit auf den Weg gaben: Mach was! Denn das ist ziemlich einfach, macht Spaß und schafft Bewusstsein. Wer begriffen hat, wie einfach Wachstücher herzustellen sind, braucht in Zukunft keine Frischhaltefolie mehr zu kaufen.

„Makers For Climate“

Auch solche vermeintlich kleinen Verhaltensänderungen sind wichtig, wenn wir die Lebensgrundlagen unseres Planeten erhalten wollen. Sicher: Die Regierung muss Kohlekraftwerke abschalten und die Industrie zu einer CO2-neutralen Produktion finden – wir sitzen als Verbraucher*innen beim Klimaschutz allerdings ebenfalls an einem starken Hebel. „70% der globalen Treibhausgase werden durch den Konsum in den Städten produziert. Die MAKE SMTHNG-Week bietet einen kreativen Ausweg aus unserem verschwenderischen Konsumverhalten“, sagt Viola Wohlgemuth, Konsum-Expertin bei Greenpeace.

Darum stand die dritte MAKE-SMTHNG-Week unter dem Motto „Makers For Climate“. „Jede gestopfte Hose, jedes Urban-Gardening-Projekt, jedes reparierte Elektrogerät ist ein Beitrag zum Klimaschutz, weil dafür keine neuen Ressourcen verbraucht werden“, so Wohlgemuth. Maker sind Alltagsklimaschützer – was häufig übersehen wird. „Dabei kämpfen sie an der härtesten Front – nämlich in unserer Komfortzone, an unserem Verhalten. Dort, wo wir am wenigsten bereit sind, was zu ändern.“

Überkonsum ist kein gutes Geschäft

Wer sich ein bisschen schlau macht, für den ist MAKE SMTHNG das ganze Jahr. In größeren Städten finden sich zahlreiche Gemeinschaftsräume und Initiativen. Repair-Cafés bieten beispielsweise kostenlose Reparaturen an. Auch FabLabs und Maker Spaces gibt es in fast jeder größeren Stadt. FabLabs sind offene Werkstätten, die den Zugang zu Produktionsmitteln und modernen industriellen Produktionsverfahren ermöglichen. Wer im ländlichen Raum lebt, kann sich im Internet coachen lassen oder selbst eine Initiative gründen. Hunderte von Online-Communities haben sich rund um das Teilen, Upcyceln, Heimwerken und Reparieren gebildet.

Veranstaltungen wie die MAKE-SMTHNG-Week sind ein notwendiges Gegengewicht zu den Rabattschlachten von Black Friday und Cyber Monday: Viele Kund*innen packen sich in der Vorweihnachtszeit bei Onlinehändlern wie Amazon die virtuellen Warenkörbe voll, nicht etwa weil sie die Produkte bräuchten – sondern weil ihnen suggeriert wird, ein gutes Geschäft zu machen.

Schluss mit der Vernichtung neuwertiger Waren

Wenn das vermeintliche Schnäppchen sich letztlich doch als Fehlkauf erweist, nimmt es Amazon kulant zurück. Doch nicht jede dieser Retouren findet zufriedenere Abnehmer: Rund ein Drittel der zurückgesendeten Waren im Onlinehandel geht nicht wieder in den direkten Verkauf, das ist bekannt. Was wir auch wissen: Ein Teil davon wird verschrottet. Das ist mitunter für Händler günstiger als sie zu lagern oder – so will es das deutsche Steuerrecht – sogar zu verschenken.

Greenpeace fordert darum von der Bundesregierung ein Vernichtungsverbot neuwertiger Waren und vom Marktführer Amazon vollständige Transparenz darüber, wie viele neuwertige Waren im Schredder laden. Unterschreiben Sie unsere Petition – und werden Sie im Alltag Klimaschützer, indem Sie Dinge einfach selber machen. Wir zeigen Ihnen gerne, wie es geht. 

  • MAKE SMTHNG in Hamburg

    MAKE SMTHNG in Hamburg

    Überspringe die Bildergalerie
  • Make Something Day in Hamburg

    Buntes Atrium

    Überspringe die Bildergalerie
Ende der Gallerie

Mehr zum Thema

"NOT FOR SALE” Banner auf einem Plakat  mit der Weltkugel zur Klimaschutzkonferenz 2021 in Glasgow

Rückblick und Ausblick

  • 17.11.2021

Die Klimakonferenz in Glasgow ist zu Ende. Ob sie eine neue Dynamik entwickelt, wird auch die kommende Bundesregierung zeigen.

mehr erfahren
Waldbrand im Amazonas

Wirtschaftlicher Teufelskreis

  • 16.11.2021

Der Amazonas-Regenwald ist ein Schlüsselelement für Biodiversität und Klimaschutz. Doch der geplante Handelsvertrag zwischen Europa und Südamerika gefährdet ihn weiter.

mehr erfahren
Aufbau eines Tiny Houses

Zuhause

  • 12.11.2021

Weniger ist mehr – wie wir uns vom Überfluss in den eigenen vier Wänden befreien können.

mehr erfahren
Portraits Klimabeschwerdeführer

Klimapolitik vor Gericht

  • 12.11.2021

Neun junge Menschen halten die deutschen Klimaschutzmaßnahmen für unzureichend und ziehen vor das Bundesverfassungsgericht. Greenpeace unterstützt die Verfassungsbeschwerde.

mehr erfahren
Deutschlandkarte Make-Smthng-Week

Systemwandel selbermachen

  • 12.11.2021

Vom 19. bis zum 28. November findet erneut die MAKE SMTHNG-Woche statt. Maker:innen zeigen deutschlandweit, dass ein anderes Wirtschaften möglich ist – und Spaß macht.

mehr erfahren
Probenahme auf einem Spielplatz

Auf den zweiten Blick

  • 28.09.2021

Welchen Schadstoffen ist die Bevölkerung nach der Explosion in Leverkusen ausgesetzt? Nach Greenpeace-Analysen kommt die Entwarnung durch das Landesumweltamt verfrüht.

mehr erfahren