Wie Du die Mobilität in Deiner Stadt verbessern kannst

YoU-Turn the Streets!

Zeit, dass sich was dreht in der Verkehrspolitik. Dazu kannst auch du in deinem Viertel beitragen. Wie das geht, sagen wir dir hier mit ein paar Tipps.
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Entschleunige deine Straße!

Vollblut-Autofahrer pflegen hartnäckige Vorurteile gegen Tempo 30 – kaum eines davon ist haltbar. Schon heute fahren Autos in der Stadt durchschnittlich langsamer als 30 Kmh. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit einzuführen bedeutet demnach keinen Zeitverlust. Gewinnen aber lässt sich für die Städte und ihre Bewohner viel. Zum einen halbiert sich der Lärmpegel, wenn Verkehr sich mit maximal 30 Kmh bewegt. Noch wichtiger aber ist der Sicherheitsaspekt. Innerhalb von Ortschaften passieren doppelt so viele Unfälle wie außerhalb. Diese Zahl würde sich mit Tempo 30 deutlich senken lassen. Denn zum einen werden Gefahren leichter erkannt, zum anderen lässt sich schneller darauf reagieren. Während ein Auto das mit 30 kmh fährt nach 14 Metern steht, hat der Fahrer eines mit 50 fahrenden Autos in den ersten 14 Metern noch nicht mal angefangen zu bremsen. Das lässt die Zahl der Unfälle bei Tempo 30 deutlich sinken. Laut einer Untersuchung in London insgesamt um gut 40 Prozent. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bietet Informationen und ein Soforthilfe-Papier (PDF) für Anträge in der Kommune auf Temporeduzierung.

Stellplätze bestellen

Während fast jede Straße mit Parkplätzen für Autos gesäumt ist, sind Stellplätze für Fahrräder oft Mangelware. Gerade an U- oder S-Bahn-Stationen, vor Geschäften, Kinos und Kneipen werden Räder deshalb oft zwangsweise an Laternen und Zäune geschlossen oder auf Gehwege gestellt. Dabei ließe sich die für alle ärgerliche Klumpenbildung leicht beheben. Auf jedem Autoparkplatz haben zehn Fahrräder Platz. Die dafür nötigen Bügel sind nicht mal teuer. Auch du kannst in deinem Viertel für mehr Fahrradstellplätze sorgen. Dazu musst du zunächst die wild parkenden Räder zählen, um dem zuständigen Bezirksamt die Dimension des Problems zu verdeutlichen. Die Ergebnisse deiner kleinen Erhebung legst du dem Amt vor und schlägst vor, mit mehr Radstellplätzen einen Schritt Richtung Verkehrswende zu tun.

Geteilte Autos

Weil viele Menschen immer seltener ein eigenes Auto brauchen, boomen in vielen Städten Car-Sharing-Angebote. Die Kurzmietwagen springen je nach Bedarf dann ein, wenn Bus, Bahn und das eigene Rad nicht mehr reichen. Was in Städten gut funktioniert ist auf dem Land weit schwerer. Bus- und Bahnverbindungen sind hier meist schlecht, Arbeitsstelle und Einkaufsmöglichkeiten oft weit entfernt. Entsprechend ist das eigene Auto für mehr als 60 Prozent noch immer das Fortbewegungsmittel Nummer eins. (Quelle VCD). Das lässt sich nicht nur mit der klassischen Fahrgemeinschaft ändern, sondern auch mit Nachbarschaftsautos.  Wie genau das private Autoteilen organisiert werden kann, dafür gibt es Musterverträge vom Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Geteilter Raum

Bislang gehört die Straße mehrheitlich dem Auto. Das muss aber nicht so bleiben. Du kannst in deiner Gemeinde Begegnungszonen oder Gemeinschaftsstraßen nach dem „Shared Space“-Prinzip beantragen, das sind Straßen, in denen Fußgänger, Radfahrer und Autos gleichberechtigt sind. Der gewonnene Raum schafft Platz für Cafés, Bänke und andere Begegnungsmöglichkeiten. Das Programm ist in vielen europäischen Kommunen bereits erfolgreich getestet und gefördert worden. Zuvor eingeholte Unterschriften oder eine eigens gegründete Bürgerinitiative verleihen dem Antrag noch mehr Gewicht. 

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