Palmöl-Boom bedroht Indonesiens Artenvielfalt

Raubbau für Palmöl

Indonesiens Regenwälder sind in Gefahr! Für die Produktion von Palmöl werden riesige Regenwaldgebiete zerstört und der Klimawandel angeheizt.

Wald statt Brand!

Von Natur aus entfachen sich in den Regenwäldern Indonesiens keine Waldbrände. Dennoch wird das Inselreich Jahr für Jahr von verheerenden Feuern geplagt. Der Grund: die Gier nach Palmöl.

  • /

Millionen Hektar verbranntes Land, gigantische Mengen klimaschädliches CO2, die in die Atmosphäre entweichen: Die Waldbrände in Indonesien sind eine Umweltkrise ohne absehbares Ende. Der Rauch macht Menschen und Tiere krank, und nimmt ihnen die Luft zum Atmen. Jahr für Jahr legen sich giftige Schleier über den Inselstaat. Verantwortlich ist vor allem die Palmölindustrie. Deren Geldgeber setzt Greenpeace mit einem aktuellen Report unter Druck.

Die Feuer sind keine natürliche Katastrophe. Über mehrere Jahrzehnte hinweg hat die Plantagenindustrie riesige Waldflächen gerodet und Moore trockengelegt, um Palmöl- und Zellstoffplantagen anzulegen. Genau diese Zerstörung hat die Bedingungen für die Waldbrände erst geschaffen. Ein aktueller Greenpeace-Report legt offen, dass internationale Banken wie die HSBC, aber auch deutsche Institute wie die Deutsche Bank und die Commerzbank, den Raubbau mit Krediten finanzieren.

Wenn wir die Verantwortlichen nicht zum Handeln bewegen, werden diese Brände wiederkehren und noch mehr Unheil anrichten. Das können wir verhindern – wenn wir gemeinsam für Veränderung eintreten.

Ambitionierte Pläne – aber sie reichen nicht

2015 sagten mehr als 250.000 Menschen dem indonesischen Präsidenten Joko Widodo: „Stoppen Sie die Zerstörung der Wälder und Moore durch die Papier- und Palmölfirmen." Widodo schuf zwar schnell ambitionierte Pläne, um die indonesischen Moore zu schützen, doch sie reichen nicht aus.

Denn trotz aller Maßnahmen und Versprechen schreitet die Waldzerstörung in Indonesien ungebremst voran. Große Palmöl-Firmen wie der malaysische Plantagenkonzern IOI, die Hongkonger Noble Group oder Bumitama Agri aus Singapur stehen weiterhin mit Wald- und Torfmoorzerstörung in Verbindung.

Indonesien hat Brasilien in den vergangenen Jahren einen traurigen Rekord abgeknöpft: Es ist jetzt das Land mit der weltweit höchsten Entwaldungsrate. Darunter leiden Mensch und Tier: Eine Studie der Universitäten Harvard und Columbia geht von 100.000 Toten infolge der Rauchbelastung aus. Der Sumatra-Tiger ist durch die Zerstörung seines Lebensraumes nahezu ausgestorben: In freier Wildbahn existieren noch rund 400 Exemplare. Ähnlich verheerend sieht es bei den heimischen Orang-Utans aus: Der Bestand der rothaarigen Menschenaffen ist seit 1900 um 91 Prozent geschrumpft.

Taten für wahre Veränderung

Ambitionierte Pläne zu schmieden reicht nicht aus; die Firmen und ihre Zulieferer müssen sie auch umsetzen, damit Wälder und Moore erhalten bleiben. Banken dürfen keine Palmölfirmen finanzieren, die den Regenwald zerstören und Menschen ausbeuten. Um dem Raubbau ein Ende zu setzen, brauchen wir Veränderung.

>>> Fordern Sie von den Verantwortlichen der HSBC: Schützen Sie endlich die Wälder sowie die Menschen und Tiere, die von ihnen abhängig sind! Es ist an der Zeit, die Finanzierung von Waldvernichtung zu beenden.

Weiterlesen
schließen

Nachrichten

Häufig gestellte Fragen

  • Warum sind die indonesischen Wälder so wichtig für das Klima?

    Indonesiens Wälder speichern in ihrer Biomasse enorme Mengen Kohlenstoff, besonders in den meterdicken Torfböden, auf denen viele der Regenwälder wachsen. Dadurch kann der Schutz und Erhalt dieser Wälder einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Doch Indonesien ist durch die Zerstörung von Regenwäldern und die Trockenlegung von Torfmooren einer der weltweit größten Emittenten von Treibhausgasen.

  • Warum sind die indonesischen Wälder so wichtig für die Artenvielfalt?

    Regenwälder sind laut Schätzung der Weltbank Lebensraum für zwei Drittel aller an Land lebenden Tier- und Pflanzenarten. Die indonesischen Regenwälder gehören zu den artenreichsten der Erde und sind Heimtat von Sumatra-Tiger, Nebelparder und Orang-Utan und vieler Tierarten mehr. Doch die industrielle Produktion, vor allem von Palmöl und Zellstoff droht, diese wertvolle Artenvielfalt zu vernichten.

  • Welche Rolle spielt Deutschland bei der Zerstörung des indonesischen Regenwaldes?

    Deutschland importiert jährlich etwa 1,5 Million Tonnen Palmöl, vorwiegend aus Indonesien und Malaysia, und ist damit kein unbedeutender Konsument der weltweiten Jahresproduktion von etwa 60 Mio. Tonnen (Stand 2014). 

  • In welchen Produkten steckt das Palmöl?

    Ob Tiefkühlpizza, Schokoriegel oder Shampoo - Palmöl steckt in unzähligen Produkten des täglichen Lebens, vor allem in Lebensmitteln und Kosmetika. Aber auch dem sogenannten Biodiesel wird häufig Palmöl beigemischt.

  • Ist Greenpeace gegen den Anbau von Ölpalmen?

    Nein, die Ölpalme ist keine schlechte Pflanze. Im Gegenteil, sie hat sogar einen viel höheren Ölertrag pro Hektar als andere Ölpflanzen (Raps, Soja). Denn würde man Palmöl mit dem Öl anderer Ölpflanzen ersetzen, würden viel größere Flächen benötigt und das Problem nur in andere Länder und Kontinente verlagert. Wichtig ist, wie und wo Ölpalmen angebaut werden und dies nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt geschieht.

  • Ist Palmöl nach den Kriterien des RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) eine wirklich nachhaltige Alternative?

    Leider nicht.Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, um die Produktion von Palmöl nachhaltig zu gestalten. Allerdings tun diese Unternehmen nicht genug, um die Urwaldzerstörung in Indonesien zu stoppen. Die Kriterien des RSPO sind nicht streng genug und lassen sogar die Umwandlung von Regenwäldern in Plantagen und die Trockenlegung von Torfmooren zu. Außerdem werden sogar diese schwachen Kriterien von Produzenten in der Praxis nicht eingehalten, Greenpeace hat RSPO-Mitgliedern bereits mehrfach Verstöße gegen die Kriterien nachgewiesen.

  • Forderungen

    • Sofortiges Moratorium für alle verbleibenden Regenwälder und Torfmoore Indonesiens
    • Keine Geschäfte mit Unternehmen, die Wald und Torfmoore zerstören
    • Möglichkeiten für Indonesiens Bevölkerung zu ökologisch und sozial nachhaltiger Entwicklung

    Wald Indonesien

    Publikationen

    Publikationen