Palmöl-Boom bedroht Indonesiens Artenvielfalt

Raubbau für Palmöl

Indonesiens Regenwälder sind in Gefahr! Für die Produktion von Palmöl werden riesige Regenwaldgebiete zerstört und der Klimawandel angeheizt.

Wald statt Brand!

Von Natur aus entfachen sich in den Regenwäldern Indonesiens keine Waldbrände. Dennoch wurde das Inselreich im Herbst vergangenen Jahres von verheerenden Feuern geplagt. Der Grund: die Gier nach Palmöl.

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Millionen Hektar Land verbrannten, Unmengen klimaschädliches CO2 entwichen in die Atmosphäre. Der giftige Rauch nahm Menschen und Tieren die Luft zum Atmen.

Diese Feuer waren keine natürliche Katastrophe. Über mehrere Jahrzehnte hinweg hat die Plantagenindustrie riesige Waldflächen gerodet und Moore trockengelegt, um Palmöl- und Zellstoffplantagen anzulegen. Genau diese Zerstörung hat die Bedingungen für die Waldbrände erst geschaffen.

Wenn wir die Verantwortlichen nicht zum Handeln bewegen, werden diese Brände wiederkehren und noch mehr Unheil anrichten. Das können wir verhindern – wenn wir gemeinsam handeln und für echte Veränderung eintreten.

Ambitionierte Pläne – aber sie reichen noch nicht

Im vergangenen Jahr sagten über 250.000 Menschen dem indonesischen Präsidenten: "Stoppen Sie die Zerstörung der Wälder und Moore durch die Papier- und Palmölfirmen." Und es hat funktioniert – der Präsident schuf schnell ambitionierte Pläne, um die indonesischen Moore zu schützen.

Doch das allein reicht nicht aus. Firmen wie PepsiCo, Colgate-Palmolive und Johnson & Johnson reden gerne laut und breit über ihre „Null-Entwaldungs“-Verpflichtungen. Aber trotz aller Pläne und Versprechen schreitet die Waldzerstörung in Indonesien ungebremst voran. Versprechen funktionieren nicht, wenn sie nicht im Wald und bei den Menschen ankommen.

Taten für wahre Veränderung

Die Firmen und ihre Zulieferer müssen ambitionierte Pläne und echte Taten liefern, damit Wälder und Moore gerettet werden. Sie müssen für wahre Veränderung sorgen, um die Wälder zu schützen und weitere Feuer zu verhindern.

Helfen Sie uns, die Firmen dazu bewegen, endlich tätig zu werden! Unterschreiben Sie deshalb unsere Petition.

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Kein Palmöl aus Raubbau

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Häufig gestellte Fragen

  • Warum sind die indonesischen Wälder so wichtig für das Klima?

    Indonesiens Wälder speichern in ihrer Biomasse enorme Mengen Kohlenstoff, besonders in den meterdicken Torfböden, auf denen viele der Regenwälder wachsen. Dadurch kann der Schutz und Erhalt dieser Wälder einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Doch Indonesien ist durch die Zerstörung von Regenwäldern und die Trockenlegung von Torfmooren einer der weltweit größten Emittenten von Treibhausgasen.

  • Warum sind die indonesischen Wälder so wichtig für die Artenvielfalt?

    Regenwälder sind laut Schätzung der Weltbank Lebensraum für zwei Drittel aller an Land lebenden Tier- und Pflanzenarten. Die indonesischen Regenwälder gehören zu den artenreichsten der Erde und sind Heimtat von Sumatra-Tiger, Nebelparder und Orang-Utan und vieler Tierarten mehr. Doch die industrielle Produktion, vor allem von Palmöl und Zellstoff droht, diese wertvolle Artenvielfalt zu vernichten.

  • Welche Rolle spielt Deutschland bei der Zerstörung des indonesischen Regenwaldes?

    Deutschland importiert jährlich etwa 1,5 Million Tonnen Palmöl, vorwiegend aus Indonesien und Malaysia, und ist damit kein unbedeutender Konsument der weltweiten Jahresproduktion von etwa 60 Mio. Tonnen (Stand 2014). 

  • In welchen Produkten steckt das Palmöl?

    Ob Tiefkühlpizza, Schokoriegel oder Shampoo - Palmöl steckt in unzähligen Produkten des täglichen Lebens, vor allem in Lebensmitteln und Kosmetika. Aber auch dem sogenannten Biodiesel wird häufig Palmöl beigemischt.

  • Ist Greenpeace gegen den Anbau von Ölpalmen?

    Nein, die Ölpalme ist keine schlechte Pflanze. Im Gegenteil, sie hat sogar einen viel höheren Ölertrag pro Hektar als andere Ölpflanzen (Raps, Soja). Denn würde man Palmöl mit dem Öl anderer Ölpflanzen ersetzen, würden viel größere Flächen benötigt und das Problem nur in andere Länder und Kontinente verlagert. Wichtig ist, wie und wo Ölpalmen angebaut werden und dies nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt geschieht.

  • Ist Palmöl nach den Kriterien des RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) eine wirklich nachhaltige Alternative?

    Leider nicht.Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, um die Produktion von Palmöl nachhaltig zu gestalten. Allerdings tun diese Unternehmen nicht genug, um die Urwaldzerstörung in Indonesien zu stoppen. Die Kriterien des RSPO sind nicht streng genug und lassen sogar die Umwandlung von Regenwäldern in Plantagen und die Trockenlegung von Torfmooren zu. Außerdem werden sogar diese schwachen Kriterien von Produzenten in der Praxis nicht eingehalten, Greenpeace hat RSPO-Mitgliedern bereits mehrfach Verstöße gegen die Kriterien nachgewiesen.

  • Forderungen

    • Sofortiges Moratorium für alle verbleibenden Regenwälder und Torfmoore Indonesiens
    • Keine Geschäfte mit Unternehmen, die Wald und Torfmoore zerstören
    • Möglichkeiten für Indonesiens Bevölkerung zu ökologisch und sozial nachhaltiger Entwicklung

    Publikationen

    Publikationen

    Procter und Gambles schmutziges Geheimnis

    Für die Produktion von Palmöl, das in einer Vielzahl von Haushalts- und Pflegeprodukten verwendet wird, werden riesige Regenwaldgebiete zerstört und der Klimawandel angeheizt. Procter & Gamble ist mit rund 460.000 Tonnen jährlich einer der größten Palmöl-Abnehmer weltweit.