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FSC bald auch aus Afrika?

Eine der größten Holzeinschlagsfirmen des Kongobeckens, die Firma CIB (Congolaise Industrielle des Bois), scheint ihre Waldbewirtschaftung auf ökologisch und sozial gerechte Kriterien umstellen zu wollen. Im Dezember 2004 machte sich Greenpeace selbst ein Bild von den CIB-Einschlagsgebieten in der Republik Kongo. Die Ergebnisse der Reise sind jetzt in eim Report veröffentlicht worden.

Der Bericht gibt einen Überblick über die Forstwirtschaft im Kongo und die mit der Industrialisierung eines Waldgebietes verbundenen Probleme. Zudem zeigt er die Anstrengungen der Firma CIB auf, ökologische sowie soziale Problem zu lösen. Bereits im letzten Jahr hatte CIB angekündigt, sich nach den internationalen Standards des FSC zertifizieren zu lassen.

Die Firma CIB weiß, dass bis zu einer FSC-Zertifizierung noch ein langer Weg vor ihr liegt, sagt Sandra Pfotenhauer, Waldexpertin bei Greenpeace. Doch sie scheinen willens, diesen Weg zu gehen. Seit dem Greenpeace-Besuch ihrer Einschlagsgebiete hat die Firma bereits weitere Schritte unternommen, um beispielsweise die Einbindung der lokalen und indigenen Bevölkerung zu verbessern.

Vor allem im sozialen Bereich hat die Firma noch viel zu tun. Ebenso stellt der von der Regierung geforderte Bau eines Sägewerks in dem Loundoungou-Einschlagsgebiet eine große Hürde für die geplante FSC-Zertifizierung dar, da dieses Gebiet in der Nähe des Nouabalé Ndoki-Nationalparks von großer ökologischer Bedeutung ist. Um die Artenvielfalt zu schützen und die lokale Bevölkerung bei der Einhaltung der FSC-Standards zu stärken, bedarf es auch der Initiative der kongolesischen Regierung.

Im Rahmen der internationalen Urwaldarbeit setzt sich Greenpeace für den Erhalt der letzten intakten Urwälder ein. Das Kongobecken ist das zweitgrößte tropische Urwaldgebiet der Erde und Heimat für Gorilla, Schimpanse und Waldelefant. Da der kommerzielle Holzeinschlag noch immer als Hauptursache für die Urwaldzerstörung in der Region gilt, liegt hier ein Fokus der Greenpeace-Arbeit.

Das bestehende System der Holzindustrie hat über Jahrzehnte zur Zerstörung der Wälder, Korruption, sozialen Konflikten und Armut geführt, kritisiert Pfotenhauer. In diesem politisch hochproblematischen Kontext spricht sich Greenpeace gegen eine weitere Ausbreitung der Holzwirtchaft aus. Initiativen, um Schutzgebiete einzurichten, müssen gestärkt und unterstützt, wirtschaftliche Alternativen zum Holzeinschlag entwickelt und die zivile Gesellschaft sollte dabei besonders gestärkt werden.

Die Holzindustrie beinflusst unterdessen das Leben Tausender Menschen, die auf den Wald angewiesen sind. Viele von ihnen sind in der Holzindustrie beschäftigt. Es ist daher zwingend notwendig, die Holzunternehmen dazu zu bewegen, ökologisch und sozial gerecht zu wirtschaften.

Der FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) - zurzeit das glaubwürdigste internationale Zertifikat für Waldwirtschaft - kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Da es bislang noch keine nationalen FSC-Standards für die Länder im Kongobecken gibt, sollten alle Betroffenen und das internationale FSC-Sekretariat in diesen Prozess einbezogen werden.

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