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US-Regenwald keine Wildnis mehr

Die Verwaltung des US-Präsidenten George W. Bush hat gegen einen weiteren Schutz des Tongass National Forest in Alaska entschieden. Die umstrittene Entscheidung des U.S. Forest Service betrifft rund 38.000 Quadratkilometer straßenfreie Waldfläche. Das entspricht der Fläche von Baden-Württemberg und dem Saarland zusammen.

Beschlossen hat der Forest Service dem Gebiet nicht mehr die Schutzwürdigkeit als Wildnis zuzuerkennen. Damit entfällt das Verbot von Holzeinschlag und Straßenbau. Zugleich wurden die zum Einschlag freigegebene Waldfläche auf 2.700 Quadratkilometer mehr als verdoppelt.

Die Holzindustrie und der Gouverneur von Alaska, Frank Murkowski, begrüßten den Entschluss aus Washington. Sie hatten seit langem für eine Ausweitung des Holzeinschlags und des Bergbaus auf öffentlichem Land gefochten. Umweltschützer hingegen zeigten sich tief enttäuscht. Sie warnen, dass der Forest Service mit dem Entzug des Wildnis-Status eine Tür weit aufgestoßen hat für das Abholzen des Waldgebietes. Außerdem bemängelen sie, dass gegen die öffentliche Meinung entschieden worden sei. Die Washingtoner Behörde habe über 178.000 Eingaben von Bürgern erhalten, von denen sich die Mehrzahl für den weiteren Schutz des Tongass ausgesprochen haben soll.

Der Tongass-Wald wird von vielen als das Kronjuwel unter den nationalen Waldgebieten angesehen. Seit 1907 genoß er besonderen Schutz. Er ist der größte National-Wald der USA und die größte verbliebene Fläche gemäßigten Regenwalds weltweit. Dort finden sich uralte Bestände an Fichten, Zedern und Hemlock-Tannen. Er ist die Heimat für Wölfe, Grizzlybären, wildem Lachs und dem US-amerikanischen Nationaltier, dem Weißkopfseeadler, sowie anderen Tieren und Vögeln, die aus anderen Gebieten der USA längst verschwunden sind.

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