Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Urwaldzerstörung ins Ministerium gebracht

Rund 20 Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten aus sechs Ländern haben am Dienstag eine LKW-Ladung mit Holzresten des Kahlschlages aus finnischen Urwäldern im zuständigen Ministerium in Helsinki abgeladen. Zugleich entrollten Greenpeace-Kletterer an der Außenfassade ein englischsprachiges Transparent mit dem Wortspiel finish - beenden, zerstören und Finnish - finnisch: Don’t Finnish the Sámi Forest.

Im Norden Lapplands betreiben viele der indigenen Sámi noch die traditionelle Rentierzucht. Dabei sind sie im Winter auf die ursprünglichen Urwälder als Futterquelle angewiesen. Das finnische Minsterium für Agrar und Forsten (MAF) erlaubt jedoch schon seit Jahrzehnten die Zerstörung dieser Urwälder. Hauptübeltäter: die halbstaatliche Holzeinschlagfirma Metsähallitus.

Minister Juha Korkeaoja ist letztendlich verantwortlich für den Konflikt um den Wald in der Heimat der Sámi, erklärte Matti Liimatainen, Waldexperte von Greenpeace Finnland. Sein Ministerium gefährdet die Zukunft der Sámi-Wälder und der Rentierzucht. Das alles geschieht im Namen des Profits von Metsähallitus. Es ist ein Schande.

Seit dem 2. März betreibt Greenpeace auf Einladung der Sámi ein Urwaldschutzcamp in vom Einschlag gefährdeten Urwäldern. Das hat in der jüngsten Vergangenheit zu Todesdrohungen und Einschüchterungsversuchen gegen Greenpeacer, lokale Rentierzüchter und Menschen geführt, die das Camp besuchten und unterstützen.

Täglich aktuell: unser Weblog mit Berichten und Fotos vom Finnland-Camp

Tags:

Mehr zum Thema

Feuer im Amazonas-Gebiet

Jahr für Jahr ein neuer trauriger Rekord: Auch in diesem Jahr brennt wieder der Amazonas-Regenwald. Wie schlimm es ist, und was die Handelspolitik damit zu tun hat.

Es brennt!

Tödliche Hitze liegt über Teilen Nordamerikas. In Russland brennen Wälder. Der Jetstream, eine der Umwälzpumpen des Klimasystems, kommt ins Holpern: Es ist Zeit zu handeln!

KONGOBECKEN: INS GRÜNE HERZ

Der Regenwald des Kongobeckens ist nach dem Amazonasgebiet der größte tropische Regenwald der Erde – und einer der Orte, an dem die Deutsche Bank Greenwashing betreibt.