Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Scorpions rocken für den Urwaldschutz

Die Brandsaison im Amazonas-Regenwald hat begonnen. Mit einer Konzerttour durch Brasilien setzt sich die deutsche Rockband gegen die Zerstörung des Regenwaldes ein und unterstützt so die Greenpeace-Urwaldkampagne.

  • /

In insgesamt zehn Städten Brasiliens wird die Band ein Konzert geben und gleichzeitig zum Urwaldschutz aufrufen. Auftakt war am 30. August das Konzert in Rio de Janeiro, es folgten die Städte Belem und Manaus.

Auf den Konzerten werden Fotos und Videos vom zerstörten Regenwald gezeigt, die Erlöse der verkauften DVDs kommen dem Urwaldschutz zugute.

Wir wollen die Besucher mit diesen Bildern aufrütteln und ermutigen, den Wald zu schützen. Das ist der Beitrag, den wir als Rockband weltweit leisten können und wollen, sagte Klaus Meine, Sänger der Scorpions.

Zusammen mit Greenpeace flogen die Musiker über die Region von Belem und verschafften sich so einen Überblick über die Regenwaldzerstörung. Mit eigenen Augen zu sehen, wie dieses Naturparadies einfach niedergebrannt wird, hat mich sehr bestürzt, so Meine.

Mit sieben Millionen Quadratkilometern Fläche ist der Amazonas-Regenwald der größte der Erde - 17 Prozent sind jedoch bereits zerstört. Einen großen Teil machen die gerodeten Flächen für die Rinderzucht aus. Mittlerweile leben im Amazonas-Regenwald mehr Rinder als Menschen.

Der Amazonas-Regenwald gehört zu den artenreichsten Regionen der Welt und ist entscheidend für das Klima auf der Erde, sagt Tobias Riedl, Waldexperte bei Greenpeace. Wir müssen verhindern, dass diese Schatzkammer der Artenvielfalt unwiederbringlich zerstört wird. Wir freuen uns, dass die Scorpions unseren Kampf zum Erhalt des Urwaldes aktiv unterstützen.

Die Trockenzeit dauert jedes Jahr von August bis Oktober. Immer dann werden die Flächen durch Brandrodung zerstört und dabei immense Mengen an CO2 erzeugt. Sie machen 75 Prozent des gesamten brasilianischen CO2-Ausstoßes aus.

Aufgrund der Urwaldzerstörung ist Brasilien der weltweit der viertgrößte Verursacher der CO2-Emissionen. Greenpeace fordert die brasilianische Regierung deshalb auf, die Zerstörung des Regenwalds bis 2015 schrittweise zu beenden und hat dafür einen Maßnahmen-Plan erarbeitet.

(Autorin: Sina Röttgers)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Factsheet: Palmöl aus Indonesien

Palmöl steckt in etwa jedem zweiten Produkt, das man im Supermarkt kaufen kann. Das fettige Gold findet sich in zahlreichen Haushalts- und Pflegemitteln, in Seifen und Kerzen. Doch die Produktion dieses Alleskönners hat einen hohen Preis.

Mehr zum Thema

Indigene in Gefahr

Greenpeace dokumentiert die Rodung im Amazonas in Brasilien. Die Zerstörung in Indigenen-Gebieten hat um 60 Prozent zugenommen. Besonders betroffen ist das Land der Ituna-Itatá.

„Dramatische Lage in Manaus“

In Brasiliens Urwaldstadt Manaus sterben die Menschen wie die Fliegen, der Amazonas wird trotzdem gerodet. Naturschützer Thomas Gernot gibt Einblicke in ein verzweifeltes Land.

Gen-Soja gegen Gürteltier

Der Cerrado ist die artenreichste Savanne der Welt. Noch. Denn riesige Agrarbetriebe zerstören das brasilianische Ökosystem für ihre Profite, zeigt ein neuer Greenpeace-Report.