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Erfolg: Delhaize verzichtet auf Palmöl aus Regenwaldzerstörung

Der in Belgien ansässige internationale Einzelhändler „Delhaize Group“ ist die erste Supermarktkette der Welt, die sich verpflichtet hat, zukünftig kein Palmöl aus Regenwaldzerstörung in ihren Produkten zu verwenden. Auch die vollständige Rückverfolgbarkeit des Palmöls soll gewährleistet werden. Der Entscheidung von Delhaize war wochenlanger öffentlicher Druck von Greenpeace mit der Kampagne zum Schutz des indonesischen Regenwaldes vorausgegangen.

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"Das ist eine gute Nachricht für die Verbraucher in Belgien und in der ganzen Welt, die verantwortungssvoll produzierte Produkte kaufen möchten", sagt Gesche Jürgens, Waldexpertin bei Greenpeace Deutschland. Greenpeace fordert von großen Palmölabnehmern, ihre Produkte nicht auf Kosten der Regenwälder zu produzieren. Delhaize schließt sich einer wachsenden Liste von Unternehmen wie L' Oréal, Ferrero und Unilever an, die dieser Forderung nachgekommen sind. Diesen Schritt erkennt Greenpeace an, auch wenn er nicht bedeutet, dass diese Firmen nun uneingeschränkt verantwortungsvoll handeln. Doch nur wenn Palmölabnehmer Druck auf die Palmölindustrie ausüben und strenge Kriterien für die Palmölproduktion fordern, erhöht es die Chance, dass sich die Produzenten zum Schutz der verbleibenden Regenwälder verpflichten und diese Verpflichtungen auch einhalten. Greenpeace fordert daher andere Unternehmen wie Procter&Gamble und Colgate-Palmolive auf, diesem Beispiel zu folgen.

Delhaize verpflichtet sich neben der Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette bis Ende 2015 dazu, zu gewährleisten, dass bis 2018 achtzig Prozent seiner Produkte frei von Regenwaldzerstörung sind. Damit ist die Verpflichtung von Delhaize eine ehrgeizigere als die von L’Oréal und Unilever. Die Verpflichtungen sind ein guter Schritt, aber Greenpeace drängt die Firmen, ihre Zusagen zügig umzusetzen. Denn die Waldzerstörung in Indonesien geht weiter und die Folgen der bisherigen Abholzungspraxis für Menschen und Tiere sind gravierend. Ein Beispiel: Der Sumatra-Tiger ist nahezu ausgestorben. Nach Schätzungen leben nur noch etwa 400 Exemplare in freier Wildbahn.

"Delhaize hat erkannt, dass Maßnahmen vor 2020 ergriffen werden müssen. Auch das RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) -Zertifizierungssystem garantiert derzeit nicht, dass Palmöl frei von Regenwaldzerstörung ist. Weitere Unternehmen müssen sich daher ebenfalls für strengere Kriterien für die Palmölproduktion einsetzen“, sagt  Jonas Hulsens, Waldexperte von Greenpeace Belgien.
Greenpeace  hat  seit Oktober 2013 rund 25.000 Menschen mobilisiert, die Delhaize zu einer anspruchsvolleren Verpflichtung für den Bezug von Palmöl aufgefordert haben. Die Delhaize Group ist ein internationaler Lebensmitteleinzelhändler mit mehr als 3.000 Verkaufsstellen in zehn Ländern. Zum Konzern gehören unter anderem Food Lion, Hannaford, Harvey (USA) und Super Indo (Indonesien).

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