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Protest gegen Greenpeace-Holzführer

Vertreter der deutschen Waldwirtschaft haben am Mittwoch vor der Greenpeace-Zentrale in Hamburg gegen den Greenpeace-Einkaufsführer Holz und Papier 2003 protestiert. Ihr Vorwurf: Greenpeace rede das heimische Holz schlecht und gefährde damit deutsche Familienforstbetriebe und Arbeitsplätze.

Vor der Haustür des Gegners friedlich zu demonstrieren, finden wir gut, da wir selbst dies Mittel seit über 30 Jahren wählen, sagte Sandra Pfotenhauer, Greenpeace Forstexpertin. Doch die Aussagen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer (AGDW), zum Beispiel wir würden heimisches Holz diskriminieren, sind falsch.

Fichten, Lärchen und Kiefern werden im Greenpeace-Ratgeber als kritische Holzarten eingestuft. Denn ohne das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) oder Naturland können sie aus den letzten europäischen Urwäldern stammen. Darüber hinaus sichert nur das FSC-Siegel dem Verbraucher zu, dass die Wälder ökologisch verträglich bewirtschaftet und soziale Mindeststandards eingehalten werden.

Dagegen lässt das von der Mehrheit der deutschen Waldbesitzer bevorzugte PEFC-Siegel (Plan European Forest Certification) nicht erkennen, ob das Holz aus Deutschland oder aus Urwald zerstörenden Ländern stammt. Urwaldzerstörer wie Malaysia, Kanada und USA sind Mitglieder des Schein-Siegel PEFC. Den Vorwurf der Verbraucher-Verwirrung geben wir gern zurück, sagt Sandra Pfotenhauer.

Mit dem PEFC-Siegel umgehen deutsche Forstbetriebe die hohen Anforderungen des FSC und Naturlands. Wer den Wäldern weltweit eine Zukunft geben will, der muss auf ökologisch und sozial gerechte Waldwirtschaft setzen, fordert Pfotenhauer. Nur das sichert langfristig die Arbeitsplätze. Und bewusst informierte Verbraucher sind der Schlüssel zum Erfolg.

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