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Plünderer in den kanadischen Wäldern

Auf seiner Internetseite gibt sich der Holz- und Papierkonzern Abitibi-Consolidated sozial und umweltbewusst. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Weit mehr als zwei Drittel der kanadischen Waldflächen, auf denen das Unternehmen aktiv ist, sind zerstört. Greenpeace-Aktivisten haben der Konzernzentrale in Montreal einen Besuch abgestattet.

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An der Fassade des Abitibi-Hauptquartiers prangte am Donnerstagmorgen ein 8 mal 11 Meter großes Greenpeace-Banner: Abitibi-Consolidated: Plünderer unserer Wälder. Die Protestaktion markiert das Ende langjähriger Verhandlungen zwischen Abitibi und Greenpeace. Es ging um nachhaltige Waldwirtschaft, FSC-zertifiziertes Holz und Schutzgebiete. Abitibi zeigte sich resistent gegen jeden Fortschrittsgedanken in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein.

Dieses Unternehmen plündert seit Jahren die borealen Wälder in Kanada. Es nimmt sich, was es haben will und hinterlässt zerstörte Ökosysteme und ruinierte Gemeinden, sagt Christy Ferguson vom kanadischen Greenpeace-Büro. Der Klimawandel beschleunigt sich. Arten sterben aus. Gemeinden sind in Not. Das muss aufhören.

Abitibi-Consolidated gehört zu den größten Holzunternehmen in Kanada. Der Papier- und Bauholzhersteller beutet fast 17 Millionen Hektar Wald in den Provinzen Quebec, Ontario und Britisch-Kolumbien aus - eine Fläche größer als Tunesien oder Nepal. Allein in Ontario darf er jährlich 5,5 Millionen Kubikmeter Holz einschlagen. Mit dieser Menge könnte das Olympia-Stadion in Montreal fast dreimal komplett gefüllt werden.

Der Wald in Kanada wird unwiederbringlich zerstört, um Papier für Zeitungen, Bücher, Kataloge, Hochglanzmagazine, Werbeprospekte sowie billiges Bauholz herzustellen. Abitibi verkauft seine Produkte in fast 70 Länder der Welt. Doch die meisten seiner 1.600 Abnehmer sind in Kanada, den USA und Europa ansässig. Insgesamt sind mittlerweile 175 Millionen Hektar der borealen kanadischen Wälder - dreimal die Fläche Frankreichs - zerstört und zerstückelt.

Greenpeace wird Abitibi-Consolidated nicht einfach so weitermachen lassen - ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für Umwelt und Menschen, kündigt Ferguson an. Wir werden Druck machen. Wir werden unseren Protest an die Shareholder, die Abnehmerfirmen, die Öffentlichkeit in Kanada, USA und Europa herantragen, bis wir sehen, dass sich wirklich etwas ändert.

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