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Nachhaltige Holzgewinnung auf den Weg gebracht

Der brasilianische Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva hat am Freitag Teile des Amazonas-Regenwalds zur ökologisch verträglichen Holzgewinnung freigegeben. In den betroffenen Waldgebieten, die meistbietend versteigert werden, darf nur unter Einhaltung strengster Auflagen abgeholzt werden.

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Insgesamt beläuft sich die Fläche, um die ausschließlich brasilianische Unternehmen feilschen dürfen, auf etwa 13 Millionen Hektar. Das sind etwa drei Prozent des gesamten Amzonas-Regenwalds. Um eine nachhaltige Abholzung zu gewährleisten, dürfen auf der Fläche eines Fußballfelds nur fünf bis sechs Bäume innerhalb von zehn Jahren gefällt werden.

Die klare Demarkierung von öffentlichen und privaten Waldgebieten soll illegaler Abholzung das Wasser abgraben. Sie soll verhindern, dass private Unternehmen Ansprüche auf öffentlichen Wald erheben. Die Erlöse, die durch die Versteigerung der Gebiete zusammenkommen, sollen in eine neue Behörde investiert werden, die die neuen Bestimmungen umsetzt.

In Brasilien steht vom 20. bis 31. März die achte Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über biologische Vielfalt (CBD) ins Haus. Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser nimmt dazu die Regierung Merkel in die Pflicht: Deutschland und Europa müssen dringende Maßnahmen gegen die illegale und zerstörerische Abholzung und des damit verbundenen Handels auf der Konferenz mit beschließen.

(Autor: Benjamin Borgerding)

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