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Mexiko: Mord an Umweltschützer und Greenpeace-Aktivist

Greenpeace Mexiko fordert von der Regierung des Präsidenten Felipe Calderón die Aufklärung des Mordes am Umweltschützer und Greenpeace-Aktivisten Aldo Zamora, 21. Der Indio hatte am 15. Mai 2007 gemeinsam mit seinem Bruder Misael, 16, die Auswirkungen der illegalen Abholzung in seiner Region dokumentiert, als sie von vier Männern angegriffen wurden. Während Aldo bei dem Überfall erschossen wurde, überlebte sein Bruder schwerverletzt und konnte später zwei der Angreifer identifizieren: Es sind die Söhne des bereits gerichtsbekannten Holzfällers Feliciano Encarnación. Der Skandal: Gegen beide lagen bereits vorher Haftbefehle vor, die nicht vollstreckt wurden - und beide sind auch 10 Tage nach ihrem Überfall noch auf freiem Fuß.

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Aldo und Misael sind die Söhne des Kommissars für Gemeinschaftseigentum der Gemeinde San Juan Atzingo, Ildefonso Zamora Baldomero, der seit 1998 unermüdlich auf die illegalen Aktivitäten der Holzfäller in seinem Gebiet südwestlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt aufmerksam macht. Im Dezember 2005 präsentierte Ildefonso gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern Foto- und Videobeweise für die illegalen Machenschaften der Holzmafia. Der Angriff auf seine Söhne dürfte ein Racheakt des lokalen Holzbarons gewesen sein, der selbst erst vor zwei Wochen vorübergehend verhaftet, dann aber gegen Kaution entlassen worden war.

Die Wälder von San Juan Atzingo sind Teil des Nationalparks Lagunas de Zempoala der auch für die Wasserversorgung der Hauptstadt von großer Bedeutung ist. Von den 10.800 Hektar sind bereits mehr als 3.000 durch illegalen Holzeinschlag beschädigt worden. Die Behörden und Gerichte, die bislang mit den Fällen befasst waren, wiesen die Klagen der Umweltschützer regelmäßig ab. Insbesondere ein Richter tat sich dabei durch besondere Nachsicht gegenüber den Holzfällern hervor. Greenpeace forderte auch Ermittlungen gegen ihn, da er die Ermittlungen gegen die Holzfäller immer wieder behindert oder eingestellt hat, mit der Begründung, es gebe keinen Anfangsverdacht für ein illegales Verhalten.

Ureinwohner werden in Mexiko häufig ihrer Rechte beraubt, Verbrechen an ihnen nicht geahndet. Jetzt wollen sie nicht länger tatenlos zusehen. Der Führer des Stammes der Tlahuica hat sich dafür ausgesprochen, das Recht in die eigenen Hände zu nehmen, wenn der Staat es nicht durchsetze. Er habe für diesen Plan viel Unterstützung erfahren, sagte er.

Der Vater des ermordeten Aldo, Ildefonso, will derweil mit friedlichen Mitteln für Gerechtigkeit kämpfen. Wenn auch am kommenden Sonntag noch keine Verhaftungen erfolgt seien, wolle man zunächst die Wasserzufuhr für den Nachbarstaat Morelos abstellen, die aus dem Naturschutzgebiet erfolgt. Auf diese Weise solle die Regierung gezwungen werden, endlich aktiv zu werden.

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