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Klimawandel reduziert Artenvielfalt

Der Klimawandel wird die reiche Artenvielfalt in den Tropen stark ausdünnen. Etwa die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten droht dort auszusterben, sollte sich die Temperatur um 3,2 Grad Celsius erhöhen. Das hat der Weltklimarat IPCC für tropische Regionen bis zum Jahr 2100 prognostiziert.

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Eine Gruppe deutsch-amerikanischer Wissenschaftler hat in den Regenwäldern Costa Ricas Daten zu 1902 Insekten- und Pflanzenarten gesammelt. Untersucht haben sie Schmetterlinge, Ameisen, verschiedene Tropenpflanzen und auf Bäumen wachsende Pflanzen. Dabei wurde auch ihre Verbreitung vom Tiefland bis in 2800 Meter Höhe näher betrachtet.

Anders als bei uns können betroffene Arten in den Äqutorialgebieten kaum nach Norden oder Süden ausweichen, da dort über hunderte von Kilometern annähernd gleiche Temperaturbedingungen herrschen. Die einzige Chance die Tieren und Pflanzen bleibt, ist in höhere Regionen abzuwandern. Das berichten die Wissenschaftler in einer im US-Fachjournal Science veröffentlichten Studie. Sollten sie dies nicht schaffen, sterben sie aus.

Innerhalb der nächsten 100 Jahren müssten die betroffenen Arten rund 600 Höhenmeter überwinden, um in kühlere Gegenden zu gelangen. Doch ob Tiere und Pflanzen der Geschwindigkeit des Klimawandels Stand halten, darf bezweifelt werden. Zudem sind durch die Urwaldzerstörung der vergangenen Jahrzehnte viele Berggebiete, die den Tieren und Pflanzen als Zuflucht dienen könnten, stark abgeholzt oder zerstört worden.

Als weiteres Problem benennen die Wissenschaftler, dass es keine an höhere Temperaturen angepassten Arten gebe, die dann in die wärmeren, verlassenen Gebiete nachwandern könnten. Die Folgen für unser Ökosystem sind gar nicht abzuschätzen, aber es wird dramatisch sein.

Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, wie knapp wir davor sind diese wunderschönen und für uns lebenswichtigen Gebiete zu zerstören, sagt Tobias Riedl, Waldexperte bei Greenpeace. Nicht nur die massive Abholzung ist eine Gefahr für die Wälder, sondern auch der Klimawandel. Um unsere Erde in einem lebenswerten Zustand zu erhalten, müssen wir jetzt an allen Fronten gegen den Klimawandel kämpfen. Das heißt den Verlust der Wälder stoppen und die CO2 Emmissionen drastisch senken.

Daten über den Einfluss des Klimawandels auf bestimmte Tier- und Pflanzenarten in den Tropen sind bislang nur wenig gesammelt worden. Doch die Wissenschaftler der neuen Studie gehen davon aus, dass die Erkenntnisse ihrer Studie auch auf andere tropische Regionen übertragbar sind.

Wir sollten keinesfalls vergessen, dass Urwälder entscheidend zur Erhaltung unseres Klimas und unserer Lebensgrundlagen beitragen. Dennoch werden jedes Jahr Flächen dreimal so groß wie die Schweiz abgeholzt. Es ist unsere Aufgabe, die komplexen Ökosysteme und artenreichen Lebensräume zu erhalten.

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