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Kanadas Urwälder noch immer in Gefahr

Um Kanadas boreale Regenwälder ist es schlecht bestellt. Das beweist eine neue Studie, die von den Umweltschutzorganisationen Greenpeace, ForestEthics und dem Natural Resources Defense Council (NRDC) veröffentlicht wurde. Sie werfen der kanadischen Regierung vor, beim Schutz eines der weltweit größten Urwaldgebiete versagt zu haben. Die industrielle Ausbeutung in den am meisten gefährdeten Gebieten müsse gestoppt werden, fordern sie.

Seit 1975 haben Holzunternehmen 25 Millionen Hektar Wald zerstört - ein Gebiet, das größer ist als Großbritannien. Die Kahlschlagfläche ist in diesem Zeitraum um 40 Prozent gestiegen, was zur akuten Gefährdung vieler Tierarten geführt hat. Mittlerweile stehen auf der kanadischen Roten Liste 431 bedrohte Arten. Hinzu kommen die Arten, die auf regionalen Listen Kanadas als gefährdet geführt werden. Nur in den wenigsten Fällen wird der kanadische Regenwald nachhaltig und umweltschonend bewirtschaftet.

Ein positives Beispiel bietet das Einschlagmoratorium im Great Bear-Regenwald, dem größten noch intakten Regenwaldgebiet in den gemäßigten Breiten. Es umfasst 88 Urwaldtäler in der kanadischen Provinz British Columbia - eine Fläche von rund einer Million Hektar. Das Moratorium gilt bis Ende Juni 2004. Bis dahin soll ein Schutzplan erstellt sein, für den seit 2001 alle notwendigen wissenschaftlichen Daten gesammelt werden.

Vom UN-geförderten World Forestry Congress, der vom 21. bis 28. September 2003 im kanadischen Quebec stattfindet, erhofft sich Greenpeace ein Signal. Der Trend zur Zerstörung der Urwälder muss gestoppt werden. Die verbliebenen borealen Urwälder müssen zu einem großen und vernetzten System an Schutzgebieten erklärt werden. (sit)

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