Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Finnland: Holzfällerdemo gegen Greenpeace

Rest in Peace - Greenpeace und Green Terror. So oder ähnlich hieß es auf den Bannern der über 60 Holzarbeiter, die am Donnerstag in Inari gegen Greenpeace demonstrierten. Anlass für ihren Ärger: Die Anfang März in Nordfinnland eingerichtete Urwaldschutzstation. Einige Demonstranten trugen traditionelle Sami-Kleidung und hatten Rentiere dabei. Ihr Protest verlief friedlich.

Sie entrollten ihre Banner zunächst vor dem Büro der Greenpeacer in Inari und zündeten weiße Kerzen an. Ein Sprecher verlas die Botschaft: Die Anwesenheit von Greenpeace im Urwald sei unerwünscht. Die Holzfäller gehören zum finnischen Forstamt Metsähallitus, das die Urwälder in Lappland abholzt. Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze. Nach der Aktion in Inari fuhren sie in die Urwaldschutzstation, wo sie sich auch mit den Greenpeacern unterhielten.

Oliver Salge, Greenpeace-Waldexperte vor Ort in Finnland erklärt: Greenpeace ist nicht gegen Forstwirtschaft im Allgemeinen, sondern gegen weiteren Einschlag in den letzten Urwäldern und anderen wichtigen Rentierwäldern. Die Rechte der Sami und die Biodiversität müssen geschützt werden.

Salge weist darauf hin, dass damit zudem die Arbeitsplätze der traditionellen Rentierzüchter geschützt würden. Auch Tourismus, die wirtschaftliche Basis Lapplands, schafft in dieser Region Arbeitsplätze und erhält gleichzeitig die Urwälder. Das muss keine Entlassungen zur Folge haben. Die anderen staatlichen und privaten Wirtschaftswälder stellen immer noch den überwiegenden Anteil dar und beschäftigen Holzfäller.

Die Sami, die Ureinwohner Finnlands, sind auf die Urwälder angewiesen, denn sie sind wichtige Futterquellen für ihre Rentierherden. Mit den Wäldern ist auch ihre traditionelle Lebensweise in Gefahr. (us)

 

 

In unserem täglich aktualisierten Weblog (http://www.greenpeace.de/urwaldschutzstation) finden Sie viele Berichte und Fotos aus der Urwaldschutzstation.

 

 

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

KONGOBECKEN: INS GRÜNE HERZ

Der Regenwald des Kongobeckens ist nach dem Amazonasgebiet der größte tropische Regenwald der Erde – und ein Ort, an dem die Deutsche Bank Greenwashing betreibt.

Schutzgebiete schützen nicht

Eine aktuelle Studie zeigt, dass es in Schutzgebieten zwar oft Einschränkungen für Spaziergänger:innen gibt – forstwirtschaftliche Nutzung ist aber fast überall erlaubt.

Schutzlose Ökosysteme

Konsum in der EU ist für globale Waldzerstörung verantwortlich. Ein geplantes Gesetz dagegen weist Lücken auf.